Veranstalter begründen Schritt historisch

Stuttgarter Kaiser-Wilhelm-Denkmal wird vor Katholikentag verhüllt

Aktualisiert am 23.05.2022  –  Lesedauer: 

Stuttgart ‐ Auf dem Stuttgarter Karlsplatz steht seit 1898 ein Reiterdenkmal von Kaiser Wilhelm I.: Für die Zeit des am Mittwoch beginnenden Katholikentags soll es jedoch verhüllt werden. Die Veranstalter begründen den Schritt.

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Rot verhüllt wird zum Katholikentag das Reiterdenkmal von Kaiser Wilhelm I. auf dem Stuttgarter Karlsplatz. Als Grund geben die Veranstalter an, dass mit Wilhelm I. als Kaiser der Reichsgründung der beginnende Nationalismus und die danach einsetzende Kolonialisierung durch das Deutsche Reich verbunden werde.

Weltkirchliche Akteure

Auf dem Karlsplatz präsentieren sich während des Christentreffens von Mittwoch bis Sonntag in Stuttgart unter anderem katholische Hilfswerke, muttersprachliche Gemeinden aus Württemberg und andere Akteure, die sich weltkirchlich engagieren. Am Samstag sind neben dem Denkmal eine Tanz-Performance und eine Lesung vorgesehen.

Nach dem Tod Wilhelms I. 1888 entstanden in Deutschland rund 400 Denkmäler zu seinen Ehren. Das in Stuttgart wurde 1898 enthüllt. Württemberg wollte damit seine Zugehörigkeit zum Deutschen Reich bekunden. Das mit Sockel rund acht Meter hohe Reiterstandbild zeigt den Herrscher, wie er aufs Neue Schloss blickt.

Beim 102. Deutschen Katholikentag werden bis zu 30.000 Teilnehmende erwartet. Ab Mittwoch soll es bei dem Großevent in Stuttgart nicht nur um kirchliche Fragen und Reformen gehen, sondern auch um den russischen Krieg in der Ukraine, Folgen der Corona-Pandemie oder um Klima- und Umweltschutz. Zugesagt haben unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Das Programm umfasst rund 1.500 Veranstaltungen. Das Leitwort heißt "leben teilen". (tmg/KNA)