Limburger Regens war tot aufgefunden worden

Fall May: Staatsanwalt ohne Kenntnis der Vorwürfe der Übergriffigkeit

Aktualisiert am 13.06.2022  –  Lesedauer: 

Limburg ‐ Vor seinem Tod hatte das Bistum Limburg Regens Christof May mit "Vorwürfen übergriffigen Verhaltens" konfrontiert. Über die wurde die Staatsanwaltschaft Limburg bisher jedoch nicht informiert. Die Diözese nimmt dazu Stellung.

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Die Staatsanwaltschaft Limburg ist nach eigenen Angaben bisher nicht über die "Vorwürfe übergriffigen Verhaltens" informiert worden, mit denen das Bistum Limburg den Leiter des Priesterseminars, Christof May, vor dessen Tod konfrontiert hatte. Oberstaatsanwalt Dominik Mies sagte am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Von den Vorwürfen 'übergriffigen Verhaltens' hatte die Staatsanwaltschaft Limburg bislang keine Kenntnis. Diese wurden bis dato nicht im Rahmen einer Strafanzeige oder Ähnlichem an die Staatsanwaltschaft oder die Polizei herangetragen."

Der Sprecher des Bistums Limburg, Stephan Schnelle, sagte dazu: "Die Aussage der Staatsanwaltschaft ist richtig. Die Klärung der Vorwürfe hat erst begonnen." Um diese Vorwürfe aufzuklären, sei die Freistellung Mays von seinen Ämtern erfolgt. "Es handelte sich nicht um langbekannte Vorwürfe", betonte der Bistumssprecher. Auf die Frage, ob er bei der Diözese Limburg ein Versäumnis sehe, die Vorwürfe nicht der Staatsanwaltschaft mitgeteilt zu haben, sagte Schnelle: "Von Versäumnissen kann keine Rede sein."

May (49) war am Donnerstag bei einer Suchaktion tot aufgefunden worden. Seit Mittwochmittag habe er als vermisst gegolten, bestätigte Mies einen Bericht der "Frankfurter Neuen Presse" (Online). Die Zeitung berichtete zudem, dass May am Mittwoch einen Abschiedsbrief hinterlassen habe. Dazu wollte Oberstaatsanwalt Mies keine Stellung nehmen.

Todesermittlungsverfahren

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. "Nach den umfangreich geführten Ermittlungen gibt es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden oder eine strafbare Handlung, die zum Tode des Verstorbenen geführt hat", sagte Oberstaatsanwalt Mies der KNA. Damit ist von einem Suizid Mays auszugehen.

Am Mittwoch war May laut Bistum in einem persönlichen Gespräch "zu Vorwürfen übergriffigen Verhaltens" angehört worden. Anschließend habe der Limburger Bischof Georg Bätzing den seit 2018 amtierenden Regens von allen Ämtern freigestellt, "um die Vorwürfe prüfen und aufklären zu können", so das Bistum. Bätzing ist zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK).

Der oberste Kirchenrichter der Diözese, Offizial Olaf Lindenberg, sagte am Sonntag in einem Gottesdienst in Limburg, der Vorwurf übergriffigen Verhaltens wiege schwer: "So ein Vorwurf wird nicht leichtfertig erhoben." Lindenbergs weitere Ausführungen ließen darauf schließen, dass im Fall May die Anhörungen offenbar noch nicht abgeschlossen waren. "Es geht wirklich ums Hören auf die Betroffenen und auf einen Menschen, der beschuldigt wird. Das Hören hatte gerade erst angefangen, als es jäh unterbrochen wurde durch den Tod, selbst herbeigeführt", sagte Lindenberg. Er selbst sei als Gerichtsvikar allerdings "mit diesen ganzen Vorgängen" nicht befasst gewesen. (KNA)

Hilfe bei Selbsttötungsgedanken

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