Missbrauchsbetroffene beklagen mangelhafte Aufarbeitung in Verbänden

Katholische Organisationen wollen Synodalen Rat in der Kirche

Aktualisiert am 04.07.2022  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ Rund 130 katholische Verbände, Gemeinschaften und Initiativen sind in der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands zusammengeschlossen. Mit großer Mehrheit hat sich das Gremium nun für einen Synodalen Rat ausgesprochen.

  • Teilen:

Die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands (AGKOD) hat sich für einen Synodalen Rat ausgesprochen. Das auf Dauer angelegte Gremium solle dem Synodalen Weg folgen, so der Beschluss der Delegierten, den das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) am Montag in Berlin mitteilte. Die Delegierten setzten sich am Wochenende in Ludwigshafen demnach mit großer Mehrheit für einen Synodalen Rat in gemeinsamer Trägerschaft der Deutschen Bischofskonferenz und ZdK ein. Ein entsprechender Handlungstext wird bei der kommenden Vollversammlung des Synodalen Wegs in zweiter Lesung beraten und könnte anschließend beschlossen werden.

Zwei Mitglieder des Betroffenenbeirats bei der Bischofskonferenz sowie ZdK-Mitglieder, Johanna Beck und Johannes Norpoth, beklagten demnach zugleich eine mangelhafte Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in den Verbänden. Viele Verbände müssten erst noch einsehen, dass sie auch Tatorte seien, sagte Norpoth. Eine ehrliche Aufarbeitung finde bisher kaum statt. Beck forderte Schutzkonzepte und Präventionsstrukturen in den Verbänden.

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

Bei den Neuwahlen zum Vorstand der AGKOD wurde die Bundesgeschäftsführerin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Christiane Fuchs-Pellmann, den Angaben zufolge für die kommenden vier Jahre im Amt bestätigt. Matthias Dantlgraber vom Familienbund der Katholiken (FDK) sowie Gregor Podschun vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wurden als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt. Gemeinsam mit acht weiteren Vorstandsmitgliedern nehmen sie zwischen den alle zwei Jahren stattfindenden Delegiertenversammlungen die Aufgaben der AGKOD wahr.

In der AGKOD sind rund 130 katholische Verbände, Gemeinschaften und Initiativen zusammengeschlossen, die auf überdiözesaner Ebene tätig sind. Die Arbeitsgemeinschaft berät über gemeinsame Anliegen in Kirche, Staat und Gesellschaft, vertritt gemeinsame Initiativen und fördert den Erfahrungsaustausch ihrer Mitgliedsorganisationen. (cbr/KNA)