Beide Länder fordern Änderungen bei Frauenbeteiligung und Zölibat

ZdK-Chefin zu Kirchenreformen: Deutsche und Schweizer sind sich einig

Aktualisiert am 19.08.2022  –  Lesedauer: 

Zürich ‐ Die Kirche braucht Reformen, das jedenfalls ist die Meinung vieler Katholiken in Deutschland – und in der Schweiz. Deren Beitrag zum weltweiten synodalen Prozess zeige dies, sagt ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp, spricht jedoch auch eine Sorge aus.

  • Teilen:

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, hat die Einigkeit im Reformwillen zwischen Katholiken in Deutschland und der Schweiz betont. Das zeige sich im Bericht der Schweiz für den internationalen synodalen Prozess, sagte Stetter-Karp dem Portal "kath.ch" am Freitag. "Es geht darum, die Kirche in Bewegung zu versetzen!"

In beiden Ländern seien die Menschen dafür, die Vielfalt menschlichen Lebens zu akzeptieren, Macht aufzuteilen, Frauen gleichberechtigt zu behandeln und die priesterliche Lebensform zu überdenken. "Da sind sich Schweizer und Deutsche einig, scheint mir." Stetter-Karp gibt jedoch auch zu bedenken, dass sich nur ein sehr geringer Prozentsatz der Gläubigen überhaupt geäußert habe. "Sehr viele Menschen haben sich offenbar von jeder Hoffnung auf Veränderung schon verabschiedet, sie melden sich nicht mehr zu Wort." Sie hoffe nun, dass sich Engagierte nun über Ländergrenzen hinweg gegenseitig stärken könnten.

Wunsch nach synodaler Kirche

In ihrem Abschlussbericht hatte die Kirche in der Schweiz den Wunsch nach einer synodalen Kirche geäußert, die "die königliche, priesterliche und prophetische Würde und Berufung" der Getauften anerkenne. Beispielsweise Frauen, Geschiedene und queere Menschen dürften nicht mehr ausgeschlossen werden. Zudem kritisiert das Papier den "teilweise noch vorhandenen Klerikalismus". Dieser stehe Synodalität jedoch entgegen. Der Text hält jedoch auch fest, dass das Interesse der Gläubigen an den Vorarbeiten zum Bericht gering war.

Im Dokument aus Deutschland betonte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die große Mehrheit der Gläubigen in Deutschland sehne sich nach einer "umfassenden Kultur der Synodalität" in der Kirche, "die von Offenheit, Empathie und Authentizität und einer Spiritualität des gemeinsamen Gehens geprägt sei. Zudem brauche eine "eine klare Positionierung der Bischöfe zu den drängenden Anfragen dieser Zeit wie den gleichberechtigten Zugang aller Getauften zu den kirchlichen Ämtern, eine Neubewertung in der Sexualmoral und einen diskriminierungsfreien Umgang mit homosexuellen und queeren Menschen", um Vertrauen wiederherzustellen. (cph)