Mitangeklagter in Vertuschungsprozess

Missbrauch: Bischof entgeht durch "vorweggenommene" Kaution Haft

Aktualisiert am 05.12.2022  –  Lesedauer: 

Neu Delhi ‐ Zusammen mit zwei Kardinälen und weiteren hochrangigen Kirchenvertretern wurde er wegen möglicher Vertuschung eines Missbrauchsfalls angeklagt: Doch Bischof Thomas Dabre von Pune ist mithilfe eines Rechtsinstruments seiner Verhaftung entgangen.

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Der indische Bischof Thomas Dabre ist mithilfe eines Rechtsinstruments seiner Verhaftung als Mitangeklagter in einem mutmaßlichen Missbrauchsprozess entgangen. Ein Gericht sprach dem Bischof von Pune eine "vorweggenommene Kaution" zu und erhob mehrere Auflagen, wie der asiatische Pressedienst Ucanews am Montag berichtete. Damit konnte er seine wahrscheinliche Festnahme wegen Vertuschung mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen abwenden, wie es hieß.

Mithilfe des Rechtsinstruments der vorweggenommenen Kaution kann ein Gericht eine Person gegen Auflagen auf Kaution auf freiem Fuss lassen, noch bevor der Betroffene festgenommen wird. Dabre muss sich laut Ucanews zweimal pro Woche bei der Polizei melden und sich verpflichten, gerichtlichen Vorladungen Folge zu leisten. Zudem darf er seinen Heimatstaat Maharashtra nicht ohne vorherige Erlaubnis des ermittelnden Polizeibeamten verlassen. Der Verstoß gegen eine der Auflagen führe zur sofortigen Aufhebung der Kaution, hieß es. Das Bistum Pune im westindischen Bundesstaat Maharashtra gehört zur Kirchenprovinz Bombay.

Am 25. November wurde ein Priester in Pune wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Schuljungen festgenommen. Anschließend wurden Bischof Dabre sowie Kardinal Oswald Gracias von Bombay, Kardinal Filipe Neri Ferrao von Goa sowie der juristische Vikar von Pune, Pater Rock Green, und Generalvikar Pater Malcolm Sequira wegen Vertuschung des Falls angeklagt. (KNA)