Das Hochfest Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt: Viel mehr als nur Vatertag

Veröffentlicht am 16.05.2020 um 00:01 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Vielen ist dieser Tag vor allem als Vatertag bekannt. Männer ziehen durch Kneipen oder treffen sich zu Radtouren. Dass dieser Tag aber seit den 30er Jahren in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag ist, liegt an einem christlichen Fest.

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Aus dem Hochfest Christi Himmelfahrt ist in Deutschland im Volksmund der "Vatertag" geworden. Ein freier Tag zu "Ehren der Männer"der für viele willkommen ist. Die traditionell männlichen Teilnehmer machen dabei meist eine Wanderung oder eine gemeinsame Ausfahrt, bei der oftmals viel Alkohol konsumiert wird. Ziel der Ausflüge an Vatertag sind häufig traditionelle Ausflugspunkte wie Gaststätten. Bei Wanderungen werden Bollerwagen oder Schubkarren mitgeführt, in denen Getränke transportiert werden.

Die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater

Den Grund für Christi Himmelfahrt kennen nur die wenigsten. Jeweils genau 39 Tage nach dem Ostersonntag und damit immer an einem Donnerstag gedenken die Gläubigen der Rückkehr des Gottessohnes zu seinem Vater im Himmel. Dabei berufen sie sich neben dem Lukasevangelium auf das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament. Dort steht geschrieben, dass Jesus nach seiner Auferstehung noch vierzig Tage zu seinen Jüngern gesprochen habe (Apostelgeschichte 1,3), dann sei er "aufgehoben" worden und eine "Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg" (Apostelgeschichte 1,9).

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Video: © katholisch.de

Bald ist es soweit, denn zwei Feiertage konkurrieren wieder miteinander. Für viele die mit Kirche und Christentum nichts mehr zu tun haben, reduziert sich Christi Himmelfahrt auf Vatertag.

Die vierzig Tage nach Ostern bilden dabei ein Pendant zur 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern. Zunächst wurde diese Erhöhung Jesu an Pfingsten quasi mitgefeiert. Seit dem 4. Jahrhundert gilt die Himmelfahrt des Gottessohnes als eigenständiger Feiertag.

Rückkehr in den Himmel

Die Rückkehr in den Himmel wurde in Gottesdiensten oft sehr bildlich nachgestellt: Messdiener zogen an Schnüren befestigte Christusstatuen bis unter die Kirchendecke und oft noch durch eine Luke und sparten auch nicht am Weihrauch. Diesen Brauch findet man heute nur noch selten, auch da er vor allem ab der Zeit der Aufklärung den Fürsten und Bischöfen missfiel. Schließlich ist die "Himmelfahrt" nach theologischem Verständnis nicht wörtlich zu nehmen.

Sie bedeutet demnach nicht, dass Christus jetzt über den Wolken thront, sondern dass er bei Gott ist, an seiner Herrlichkeit teil hat und ihm gleichgeworden ist. Künstler störten sich für gewöhnlich nicht an solchen Feinheiten. Die Auffahrt Jesu in die Wolken, wo sein Vater bereits auf ihn wartet, war lange Zeit ein beliebtes Motiv für Maler.

Christi Himmelfahrt.
Bild: ©picture-alliance / epd,epd-bild/Ralf Maro

Christi Himmelfahrt.

Christi Himmelfahrt: Vielfältiges Brauchtum

Was sich ebenfalls gehalten hat, ist der Brauch, den Tag bereits in der vorhergehenden Woche mit Prozessionszügen oder -ritten durch Wald und Wiesen zu feiern. Dabei baten die Gläubigen früher um ein gutes Erntejahr. Die Tage vor Christi Himmelfahrt wurden deshalb auch "Bitttage" genannt. Ob aus diesen Prozessionen heraus auch die Vatertagsumzüge entstanden sind, ist nicht sicher. Andere Erklärungen bringen die Tradition des Umzugs mit dem Gang der elf Jünger zu einem Berg in Galiläa in Zusammenhang ("Apostelprozession"), wo sie von Jesus den "Missionsbefehl" erhielten.

Auch möglich ist, dass die Flurritte auf einen germanischen Rechtsbrauch zurückgehen, demzufolge jeder Grundeigentümer einmal im Jahr sein Eigentum umrunden musste, um seine Besitzansprüche zu wahren. Im 19. Jahrhundert jedenfalls gab es bereits erste sogenannte "Schinkentouren" oder "Herrentouren": Fuhrunternehmer organisierten Fahrten aufs Land, zu denen Frauen, wie es der Name verrät, nicht zugelassen waren. Später etablierte sich der Name "Vatertag", auch als Pendant zum "Muttertag". (mgn)

Gott, der du uns Vater und Mutter bist

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