Weiterer Corona-Fall im Vatikan – Papst spendet Beatmungsgeräte
Newsticker: Corona und die Kirche, 27. März

Weiterer Corona-Fall im Vatikan – Papst spendet Beatmungsgeräte

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 27.03.2020

16:40 Uhr: Sternsinger richten Nothilfefonds mit einer Million Euro ein

Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" hat angesichts der Corona-Krise einen Nothilfefonds in Höhe von einer Million Euro eingerichtet. "Diese Pandemie stellt uns alle vor enorme Herausforderungen, hier in Deutschland und weltweit", sagte Präsident Dirk Bingener am Freitag in Aachen. "Wir sind dank des Einsatzes so vieler Kinder und Jugendlicher, die sich bei der Sternsingeraktion engagieren, jetzt in der Lage, großzügig zu helfen."

Ländern, in denen es kein gut funktionierendes Gesundheitssystem gebe, in denen medizinisches Personal, Intensivbetten und Beatmungsgeräte fehlten, und in denen Hygienemaßnahmen kaum einzuhalten seien, drohe eine Katastrophe, so Bingener. Das Kindermissionswerk sorge sich im Zuge der Pandemie vor allem um die Kinder. Für sie könne die Ausbreitung des Virus verheerende Folgen haben. "Mädchen und Jungen, die ohnehin wenig zum Leben haben, deren Eltern die Lebensgrundlage durch die Maßnahmen gegen das Virus entzogen wird, weil Arbeit und Einnahmen wegbrechen, sind der Krise nahezu schutzlos ausgeliefert", sagte der Sternsinger-Präsident.

Es gehe jetzt darum, die Partner in die Lage zu versetzen, die Ausbreitung des Virus effektiv zu bekämpfen, Familien zu stärken und dabei vor allem das Kindeswohl im Blick zu haben. (KNA)

16:15 Uhr: Sternberg: Kirche muss sichtbarer werden

Mehr Präsenz der Kirche in Zeiten von Corona wünscht sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). "Wir können und müssen gerade jetzt in der Corona-Krise den Reichtum des christlichen Glaubens nutzen, um nahe bei den Menschen zu sein", forderte ZdK- Präsident Thomas Sternberg am Freitag in Bonn. Die Corona-Pandemie habe nicht nur eine medizinische, eine soziale und ökonomische, sondern auch eine religiöse Seite.

"Nach einem ersten eilfertigen Eingehen auf das Verbot öffentlicher Gottesdienste sind eine Fülle von Initiativen im Netz zu verzeichnen", so Sternberg weiter. Zum Glück seien die Kirchen überdies offen als Orte der privaten Reflexion und des Gebets.

Allerdings geschehe vieles in Gemeinden, Verbänden und Bistümern noch "zu unkoordiniert, zu wenig befördert und zu vereinzelt", beklagte der ZdK-Präsident. Manche Reaktionen erinnerten ihn davon abgesehen eher an einen Rückfall in die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965), sagte Sternberg mit Verweis auf Schlagworte wie "Privatmessen" und "geistliche Kommunion".

"Die Kirchen müssen zeigen, dass sie systemrelevant sind!", forderte der ZdK-Präsident. "Wenn das Zweite Vatikanische Konzil sagt, dass 'Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art' auch 'Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi' sind, dann muss dies in der Zuwendung und Hilfe für Menschen deutlich werden, die durch die Corona-Krise in Ängste und Sorgen gestürzt sind."

Mit Blick auf die bevorstehenden Ostertage rief Sternberg dazu auf, sich nicht nur auf das Streaming von "Klerikerliturgien" zu beschränken. "Wir können und müssen gerade jetzt den Reichtum des christlichen Glaubens nutzen, um nahe bei den Menschen zu sein." - Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist das höchste repräsentative Gremium der katholischen Laien in Deutschland. (KNA)

16 Uhr : Bistum Aachen überträgt Gottesdienste aus dem Dom im Internet

Ausgewählte Gottesdienste im Aachener Dom werden wegen der Corona-Krise bis zum 19. April live im Internet übertragen. Zu den Feiern, die online auf der Seite des Bistums und in den Sozialen Netzwerken gestreamt werden, zählen die Messfeiern an Palmsonntag, in der Osternacht und am Weißen Sonntag, wie das Bistum Aachen am Freitag mitteilte. Ein erster Gottesdienst als Testlauf werde am kommenden Sonntag um 10.00 Uhr zu sehen sein. (KNA)

15:45 Uhr: Italiens Bischöfe gedenken mit Friedhofsbesuch der Corona-Toten

Mit einer besonderen Aktion haben die katholischen Bischöfe Italiens der Tausenden Corona-Toten des Landes gedacht. Jeder einzelne war aufgerufen, sich an diesem Freitag allein zu einer Mahnwache auf einen Friedhof der eigenen Diözese zu begeben. Ziel sei es gewesen, "alle Verstorbenen dieser Pandemie der Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen und so die Nähe der Kirche auszudrücken", hieß es in einer Mitteilung der Bischofskonferenz.

Viel der Opfer seien wegen der Ausgangssperren und Schutzvorschriften isoliert und ohne den Trost ihrer Liebsten gestorben. Umso wichtiger sei nun der "Freitag des Beileids" als christliche Gemeinschaftsgeste.

Im norditalienischen Bergamo, das von der Krise besonders betroffen ist, ging Bischof Francesco Beschi auf den Stadtfriedhof und betete für die zahlreichen Verstorbenen der vergangenen Tage. In Rom besuchte Weihbischof Guerino Di Tora den Campo Verano, den größten Friedhof der Hauptstadt.

Bolognas Kardinal Matteo Maria Zuppi beteiligte sich ebenfalls an der Aktion. Auf dem Friedhof der Kirche San Girolamo alla Certosa sagte er: "Wenn wir an unsere Lieben denken, lässt uns der Glaube verstehen, dass Gott mit ihnen war."

Bislang wurden in ganz Italien mehr als 80.000 Corona-Infektionen registriert. Mehr als 8.000 Menschen starben an dem Virus. Schwerpunkt der Pandemie ist der Norden des Landes. (KNA)

15:10 Uhr: Bistum richtet "Gabenwand" für Bedürftige am Erfurter Dom ein

Das Bistum Erfurt richtet ab Montag eine "Gabenwand" für Bedürftige am Portal des Erfurter Doms ein. Alle Erfurter seien eingeladen, Lebensmittel oder Hygieneartikel in einer Tüte an die Wand zu hängen, erklärte Weihbischof Reinhard Hauke am Freitag in Erfurt. Bedürftige Menschen könnten sich die "Herzenstüten" dort abholen.

"Helfen Sie alle mit, dass niemand in Erfurt in dieser so schwierigen Zeit keine Lebensmittel hat", betonte Hauke. Die Hilfsaktion wird demnach gemeinsam mit dem Erfurter Caritas Tagestreff durchgeführt. (KNA)

15:05 Uhr: Moraltheologe: Triage nach Alter ist "absolut verwerflich"

Der Berliner Moraltheologe Andreas Lob-Hüdepohl hat eine Verweigerung von Beatmungsgeräten für Corona-Kranke über 80 Jahren als "absolut verwerflich" bezeichnet. Lob-Hüdepohl, der auch Mitglied des Deutschen Ethikrates ist, sagte am Freitag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Alter, soziale Herkunft oder andere derartige Kriterien als alleinige Grundlage zu nehmen, sei "moralisch schlichtweg abzulehnen". Nach jüngsten Bericht erhalten im Elsass betagte Corona-Patienten wegen fehlender Ressourcen keine Beatmung mehr.

Lob-Hüdepohl verwies auf die Stellungnahme des Ethikrats, der sich bei der sogenannten Triage, also der Patientenauswahl aufgrund fehlender Ressourcen, für klare medizinische Kriterien ausgesprochen hatte. Maßgeblich müssten die Therapieaussichten sein. Das Gremium veröffentlichte ebenfalls am Freitag "Ad-hoc-Empfehlungen" zur Bewältigung der Corona-Krise.

Der Ethikrat rechtfertigte die derzeitigen Freiheitsbeschränkungen, forderte aber eine baldige schrittweise Rückkehr zur Normalität. Lob-Hüdepohl mahnte, bei allen Maßnahmen "das Ganze der Gesellschaft im Blick zu behalten - deren Solidarität ja gewissermaßen einem Stresstest unterzogen wird".

Er beobachte derzeit "eine einseitige Zuspitzung auf den Lockdown, so der Moraltheologe. Dabei verwies er auf "Begleitschäden für die Gesellschaft", die schon jetzt eingetreten seien, wie eine Unterversorgung in den Psychiatrien oder Heimen für behinderte Menschen, Vereinsamung oder soziale Folgen, "wenn die wirtschaftliche Existenzgrundlage wegbricht". All dies gelte es bei der "extrem schwierigen Güterabwägung" mit einem leistungsfähigen Gesundheitssystem zur Versorgung der Corona-Kranken zu berücksichtigen.

Nach den Worten Lob-Hüdepols war es dem Rat besonders wichtig, in der Stellungnahme den Primat der Politik hervorzuheben: "Die Corona-Krise ist die Stunde der demokratisch legimitierten Politik". Damit liege die wesentliche Verantwortung beim Parlament. Ebenso wichtig sei aber eine gesellschaftliche Debatte zur Frage, welche Lebensrisiken als akzeptabel anzusehen seien und welche nicht. Dabei müssten alle vulnerablen Gruppen gleichermaßen berücksichtigt werden. (KNA)

15 Uhr: Kirche hält veränderte Schwangerenberatung für vertretbar

Die katholische Kirche hat Verständnis für die neuen Regelungen zur Schwangerschaftskonfliktberatung in der Corona-Krise geäußert. Es könne vorübergehend und kurzfristig geboten sein, Beratungsangebote so umzugestalten oder zu erweitern, dass sie, auch wenn eine Präsenzberatung nicht möglich ist, weiterhin in Anspruch genommen werden können, sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Freitag auf Anfrage.

Zugleich bekräftigte er, dass die hohen Qualitätsstandards für die Beratung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz weiter eingehalten werden müssten. Die Freigabe der virtuellen oder telefonischen Beratung im Rahmen der Corona-Krise dürfe kein Einfallstor für eine grundsätzliche Absenkung von Standards der Schwangerenberatung werden, so Kopp.

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) hatte am vergangenen Mittwoch mit den zuständigen Landesministerinnen vereinbart, dass eine Schwangerschaftskonfliktberatung wegen der Corona-Krise derzeit auch online oder per Telefon möglich sein soll. Eine Beratungsbescheinigung zur Wahrung der Frist könne dann per Email oder Post versendet werden, so Giffey. Das persönliche Erscheinen der Schwangeren sei nicht notwendig.

Die Schwangerenberatungsstellen beraten Frauen in Konfliktsituationen und können dabei auch einen sogenannten Beratungsschein ausstellen, der in Deutschland Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung ist. Beratungsstellen der katholischen Kirche stellen den Schein nicht aus.

Ärzte und Verbände wie Pro Familia hatten zum Teil weitergehende Forderungen gestellt. Über eine Videoberatung hinaus plädierten sie etwa dafür, einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch zu Hause mit telemedizinischer Begleitung bis Ende der neunten Woche zuzulassen. Zudem wollten sie Abtreibung als notwendige medizinische Leistung im Sinne der Pandemiebestimmungen anerkennen lassen.

Auch der Verein Donum Vitae begrüßte die neuen Beratungsmöglichkeiten. Der Verein habe sich zusammen mit anderen Verbänden für umsichtige und praktikable Lösungen eingesetzt.

Die Beratungsstellen des Vereins tun nach eigenen Angaben bundesweit ihr Möglichstes, um weiterhin mit hoher Qualität und unter Wahrung der Standards zu Verschwiegenheit und Datenschutz für ratsuchende Frauen da zu sein. Zugleich betonte der Verein, weitergehende Regelungen seien nicht notwendig. "Jeder, der nun eine Debatte um den Schwangerschaftsabbruch und um eine Veränderung der bestehenden gesetzlichen Regelungen dazu vom Zaun bricht, gefährdet wissentlich den gesellschaftlichen Konsens, der gerade in der aktuellen Krisensituation dringend gebraucht wird."

Katholische Laien hatten 1999 den Verein Donum Vitae (Geschenk des Lebens) gegründet, im Zuge des Ausstiegs der katholischen Bischöfe aus dem gesetzlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung. Der Verein berät Schwangere in Konfliktsituationen an rund 200 Standorten in Deutschland. (KNA)

14 Uhr: Käßmann: In Corona-Krise einzelne Kirchen zum Gebet offenhalten

Die Theologin Margot Käßmann hat sich dafür ausgesprochen, in der Corona-Krise einzelne Kirchen zum persönlichen Gebet offenzuhalten. Allerdings müssten dabei sowohl die Abstandsregeln als auch die notwendigen Hygiene-Vorschriften eingehalten werden, sagte Käßmann am Freitag in Hannover dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Wenn das in einem Lebensmittelladen geht, warum soll es nicht auch in einer Kirche möglich sein?" In Krisenzeiten eine Kirche aufzusuchen, könne vielen Menschen Trost geben. Das sei auch ein Stück Seelsorge. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind zurzeit die meisten evangelischen Kirchengebäude geschlossen. Viele katholische Kirchen sind dagegen weiterhin zum stillen Gebet geöffnet.

Käßmann begrüßte es, dass alle Versammlungen in den Kirchen zurzeit auf Eis gelegt seien. Wegen der Ansteckungsgefahr sei das viel zu gefährlich, sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie schlug stattdessen vor, dass Menschen einzeln eine Kirche betreten und sich in großem Abstand zu anderen in eine Bank setzen könnten. Die Zahl der Besucher könne auf zwei bis fünf begrenzt werden. "Dann hältst du dich kurz auf, sprichst ein Gebet und gehst wieder hinaus." Auch Orgelmusik oder das Anzünden einer Kerze seien denkbar. Die Menschen hätten begriffen, dass in Corona-Zeiten feste Regeln eingehalten werden müssten.

Käßmann regte an, dass in Städten etwa zwei zentrale Kirche zu begrenzten Zeiten geöffnet sein könnten und in Dörfern vielleicht die Kirche nur am Sonntag für zwei Stunden. "Mir persönlich fehlt der Trost eines Ortes, der ein durchbeteter Raum ist, in dem ich weiß und spüre und erlebe, dass hier schon seit Jahrhunderten Leid und Kummer vor Gott gebracht werden", sagte die Theologin. Letztlich müsse eine solche Entscheidung sehr sorgfältig vom Pastor oder der Pastorin gemeinsam mit dem Kirchenvorstand abgewogen werden. "Niemand kann dazu gedrängt werden", betonte Käßmann. Sie habe auch Verständnis dafür, wenn eine Gemeinde ihre Kirche lieber geschlossen halten möchte, um kein Risiko einzugehen oder weil nicht genügend Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen. (epd)

13:35 Uhr: Erzbistum Köln vermittelt online Hilfsangebote in Corona-Krise

Das Erzbistum Köln vermittelt ab sofort online Hilfsangebote in der Corona-Krise. Die Seite zusammen-gut.de informiert über Initiativen von Pfarrgemeinden oder Verbänden und macht sie Betroffenen zugänglich, wie die Erzdiözese am Freitag in Köln mitteilte. Auch diene die Seite als Anregung für eigene soziale Aktionen. (KNA)

13:25 Uhr: Glockenläuten im Südwesten als Zeichen der Verbundenheit

In der Corona-Krise lassen die beiden großen Kirchen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ab Samstag täglich um 19.30 Uhr die Kirchenglocken zum gemeinsamen Gebet läuten. Zugleich wollen sie so in Zeiten des eingeschränkten Kontakts ein hörbares Zeichen der Verbundenheit setzen. An der Aktion beteiligen sich die Bistümer Limburg, Fulda, Mainz, Trier und Speyer sowie evangelische Kirchen.

Alle Christen sind zudem eingeladen, in dieser Zeit eine Kerze ins Fenster zu stellen und im Gebet an andere Menschen zu denken. Impulse für Gebete bieten die Kirchen auf ihren Internetseiten an. Ähnliche kirchliche Aktionen gibt es auch in anderen Bundesländern. (tmg/KNA)

13:05 Uhr: Trotz Corona: Andrea Bocelli gibt Osterkonzert im Mailänder Dom

Andrea Bocelli (61), italienischer Startenor, wird mitten in der Corona-Krise ein Konzert im Mailänder Dom geben. Der Bürgermeister der lombardischen Hauptstadt, Giuseppe Sala teilte in seiner täglichen Video-Botschaft am Freitag mit, er habe den Künstler in einem Telefonat gebeten, nach Mailand zu kommen und an Ostern im Dom zu singen. Das Solo-Konzert mit geistlichen Stücken finde ohne Publikum statt und werde als Livestream übertragen, sagte Sala.

Der blinde Startenor Bocelli trat wiederholt zu religiösen Anlässen und bei katholischen Großveranstaltungen auf, etwa bei katholischen Weltfamilientreffen oder einem Großtreffen der charismatischen Bewegungen 2015 in Rom. Er sang vor Papst Franziskus wie auch vor dessen Vorgängern Benedikt XVI. und Johannes Paul II. (KNA)

12:55 Uhr: Eichstätter Innovationsfonds fördert auch Corona-Hilfsprojekte

Der noch recht neue Innovationsfonds der Diözese Eichstätt steht auch für Projekte mit Corona-Bezug zur Verfügung. Darauf hat das Bistum am Freitag verwiesen. Thomas Schrollinger vom diözesanen Fachbereich Konzeption und Innovation sagte demnach: "Wir begrüßen es sehr, wenn sich Helferinnen und Helfer in den Pastoralräumen des Bistums neu organisieren und engagieren. Wir unterstützen diese Initiativen pragmatisch und unbürokratisch."

Das Bistum Eichstätt hat im Juni 2019 einen Fonds für "Pastorale Innovationen" eingerichtet. Darin stellte die Diözese für das laufende Jahr 150.000 Euro für kirchliche Projekte bereit. Das Budget soll künftig jährlich neu beziffert werden. Die Abteilung Pastorale Entwicklung des Bischöflichen Ordinariats will mit dem Projekt gezielt neuartige Projekte in den 74 Pastoralräumen des Bistums fördern. Ziel sei eine "Verlebendigung und Erneuerung in der Seelsorge". (KNA)

12:35 Uhr: Theologe Römelt: An Bewältigung der Krise nicht verzweifeln

Nach Ansicht des Erfurter katholischen Theologen Josef Römelt gibt es "keinen Grund, an der Bewältigung der Krise zu verzweifeln". Auch wenn manches noch unklar sei, "geht es darum, das Vertrauen in Lösungskompetenz, wissenschaftliche Forschung und besonnene Reaktion nicht zu verlieren", schrieb der Moraltheologe im Blog der katholisch-theologischen Fakultät der Uni Erfurt. Dort erscheinen regelmäßig "Theologische Schlaglichter auf Corona".

"Eine solche Haltung ist auch aus Sicht der Theologie angemessen und notwendig", so der Wissenschaftler weiter. Dennoch sei es "sinnvoll, angesichts der Unberechenbarkeit des Lebens auch um die Hilfe Gottes zu bitten. Nicht in Konkurrenz zu den Anstrengungen, die jetzt gefordert sind. Aber als Antwort auf die Frage, ob es das Schicksal gut mit uns meint oder wir ihm ausgeliefert sind."

Durch die Ausbreitung des Virus und die damit verbundenen Konsequenzen für die Gesellschaft "kommen wir - wie in einer traumatischen Erinnerung - in Kontakt mit der Angst, welche früher einen sicher wesentlichen Teil des Lebens ausgemacht hat. Es ist eine tiefe Unsicherheit, ob uns die Natur als Quelle von Nahrung und Freude Lebensbasis ist oder ob sie mit ihrer bedrohenden und wilden Seite feindlich gesinnt ist", so Römelt.

Der christliche Glaube biete auch in der jetztigen Situation einen Horizont des Vertrauens an. "Weil Gott 'ein Freund des Lebens' (Weish 11,26) ist, sind wir von dieser Zusage auch jetzt getragen", betonte der Theologe mit Bezug auf das Alte Testament. (KNA)

12 Uhr: Katholische Kirchen in Sachsen und Ostthüringen läuten Glocken

Im Bistum Dresden-Meißen werden ab Sonntag jeden Abend um 19.30 Uhr die Glocken der katholischen Kirchen läuten. Dies solle die Menschen während der Corona-Krise daran erinnern, "dass andere für sie anpacken und damit unserem Land Gutes tun", sagte Bischof Heinrich Timmerevers am Freitag in Dresden. Zugleich fordere das tägliche Glockengeläut zum Gebet auf.

Timmerevers erklärte: "Im Moment arbeiten täglich Männer und Frauen daran, dass die entscheidenden Prozesse trotz der Pandemie aufrechterhalten werden können. Das ist nicht selbstverständlich. Pflegedienste, Müllabfuhr, Supermärkte, Erzieherinnen, Medien und Behörden sind neben den medizinischen Diensten nur einige Beispiele dafür, wie tagtäglich Menschen daran mitwirken, dass wir mit möglichst wenig Nachteilen durch diese Krise kommen. Dafür gilt es, Danke zu sagen."

Weiter rief er dazu auf, nicht nur Deutschland im Blick zu haben. "In anderen Ländern, aber auch auf anderen Kontinenten wächst ebenfalls das Leid. Als Christ bin ich davon überzeugt, dass wir das Menschenmögliche unternehmen müssen, damit diese Pandemie ein Ende findet, und zugleich auf das Gebet vertrauen können, als hätten wir nichts in der Hand." Insgesamt werden laut Bistum in Sachsen und Ostthüringen 334 Glocken an 136 Orten läuten. Vom Glockengeläut ausgenommen sei die liturgische Zeit von Gründonnerstag bis Ostersonntag. (KNA)

11:45 Uhr: Bistumszeitungen Fulda, Limburg und Mainz kostenlos als e-Paper

Wegen der Corona-Pandemie schalten die Bistumszeitungen in Fulda, Limburg und Mainz bis auf weiteres eine kostenlose digitale Ausgabe frei. Das jeweilige e-Paper kann über die Internetseite www.kirchenzeitung.de oder im App-Store unter "Kirchenzeitung FD-LM-MZ" abgerufen werden. Zugleich erscheinen der "Bonifatiusbote", "Der Sonntag" sowie "Glaube und Leben" weiter wie gewohnt in gedruckter Form. (KNA)

11:40 Uhr: Weiterer Corona-Fall im Vatikan – keine offiziellen Auskünfte

Im Vatikan ist nach einem Medienbericht ein weiterer Corona-Fall aufgetreten. Damit erhöht sich die Zahl der Infektionen nach unbestätigten Angaben auf sechs. Der jüngste positive Test betrifft einen Priester aus dem vatikanischen Staatssekretariat, der seinen Wohnsitz in einer Ordensgemeinschaft außerhalb haben soll, wie die römische Tageszeitung "Il Messaggero" (Freitag) meldete. Der Vatikan veröffentlicht keine regelmäßigen Informationen zum Infektionsstand unter Mitarbeitern und zur gesundheitlichen Verfassung des 83 Jahre alten Papstes.

Am Donnerstag hatte der "Messaggero" von einem fünften bekannten Ansteckungsfall berichtet. Betroffen ist demnach ein anderer Mitarbeiter des Staatssekretariats, der inzwischen in der Gemelli-Klinik behandelt wird. Der Geistliche hatte in der vatikanischen Residenz Santa Marta gewohnt, in der auch Papst Franziskus lebt.

Nach Informationen der italienischen Zeitung "La Stampa" (Freitag) ließ die vatikanische Apotheke vergangene Woche 700 Schnelltests für das Coronavirus über eine holländische Firma liefern. Im Vatikanstaat residieren rund 600 Personen, allerdings liegt die Zahl der Beschäftigten und Besucher um ein Vielfaches höher. Die Leitung der Apotheke und des päpstlichen Gesundheitsamts äußerten sich laut "La Stampa" nicht auf Anfragen zu den Vorsorgemaßnahmen. (KNA)

11:30 Uhr: 100.000 Euro Soforthilfe für Notleidende vom Bistum Osnabrück

100.000 Euro Soforthilfe für Menschen in Not stellen das Bistum und der Caritasverband Osnabrück zur Verfügung. Das Geld werde über die Beratungsdienste der Caritas, des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und des Katholischen Vereins für soziale Dienste (SKM) vermittelt, teilten der katholische Wohlfahrtsverband und die Diözese am Freitag in Osnabrück mit. Das Geld solle jenen helfen, "die schon vor der Krise nichts oder nur sehr wenig hatten", sagte Generalvikar Theo Paul.

"In den vergangenen Tagen haben immer mehr Menschen in unseren Beratungsstellen nach Unterstützung gesucht", erläuterte Caritas-Direktor Franz Loth. Besonders betroffen von den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie seien einkommensschwache Familien und Alleinerziehende sowie Personen, die auf Tafeln angewiesen seien. Auch sorgten Hamsterkäufe dafür, dass weniger kostengünstige Lebensmittel zur Verfügung stünden. Ratsuchende könnten über die bekannten Telefonnummern der Beratungsstellen vor Ort Kontakt aufnehmen und so Hilfe bekommen.

An vielen Orten im Bistum seien zudem spontane Spenden- und Hilfsaktionen entstanden, die den Klienten der Caritas zugute kommen, so Loth. "Wir sind regelrecht überwältigt von der Spendenbereitschaft, die wir aktuell erleben. Das ist ein starkes Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts." (KNA)

11 Uhr: Papst dankt für Mitgefühl in Corona-Krise

Der Papst hat sich für Zeichen des Mitgefühls inmitten der Corona-Krise bedankt. "In diesen Tagen sind Nachrichten darüber eingetroffen, wie viele Menschen beginnen, sich allgemein mehr Sorgen um andere zu machen", sagte Franziskus am Freitag in seiner Frühmesse in der vatikanischen Residenz Santa Marta. Sie kümmerten sich um bedürftige Familien, um einsame alte Menschen und Kranke. "Das ist ein gutes Zeichen, und wir danken dem Herrn, weil er diese Gefühle in den Herzen seiner Gläubigen weckt", so das Kirchenoberhaupt.

An diesem Freitagabend um 18.00 Uhr wird der Papst in einer beispiellosen Geste um ein Ende der Corona-Pandemie bitten. Geplant ist ein Gebet auf dem für Besucher gesperrten Petersplatz. Abschließend will Franziskus von den Stufen der vatikanischen Basilika den Segen "Urbi et orbi" erteilen, den feierlichsten Segen der katholischen Kirche. Mit ihm verbunden ist ein Ablass, eine Tilgung von Strafen, wie sie katholischen Gläubigen unter anderem in der Sterbestunde gewährt wird. (KNA)

10:30 Uhr: Blutritt in Weingarten abgesagt

Der Blutritt in Weingarten, Europas größte Reiterprozession, ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Wie der Leiter des Dekanats Allgäu-Oberschwaben, Ekkehard Schmid, der "Schwäbischen Zeitung" (Freitag) sagte, ist die Entscheidung letztlich nur eine Umsetzung der Vorgaben des Landes. Eine Prozession mit Tausenden Reitern und Zehntausenden Zuschauern sei nicht umsetzbar. Der Blutritt war für den 22. Mai geplant und fällt in der sonst üblichen Form jetzt erstmals nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus.

Die verschiedenen Gottesdienste und die Segnung durch die Heilig-Blut-Reliquie sollen aber nicht-öffentlich stattfinden und eventuell im Internet übertragen werden. Am Freitag nach Christi Himmelfahrt trägt der Blutreiter die Blutreliquie segnend durch Straßen und Flure. Die Tradition reicht ins elfte Jahrhundert zurück, als das Kloster Weingarten Teile einer Heilig-Blut-Reliquie aus dem italienischen Mantua erhielt. Sie enthält der Legende nach mit dem Blut Christi vermischte Erde. (KNA)

10 Uhr: Papst spendet 30 Beatmungsgeräte an Kliniken

Der Papst spendet 30 Beatmungsgeräte an besonders von der Corona-Krise betroffene Kliniken. Wie der Vatikan am Donnerstagabend mitteilte, wird die Aktion vom Apostolischen Almosenamt koordiniert. Die Geräte seien in den vergangenen Tagen erworben worden. Die für die Spende geeigneten Krankenhäuser würden nun unverzüglich ermittelt, um die lebensrettenden Apparate rasch ausliefern zu können. Vor allem in Norditalien waren zuletzt viele Patienten am Coronavirus gestorben - auch weil auf den Intensivstationen nicht genügend Beatmungsgeräte zur Verfügung standen, um die Erkrankten angemessen zu behandeln. (KNA)

9:30 Uhr: Jerusalemer Patriarchat schränkt Ostergottesdienste massiv ein

Die katholischen Kar- und Osterfeiern im Heiligen Land werden wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. In wenigen Tagen beginne die Heilige Woche als "Herz des liturgischen Jahres, und selbst bei diesem Anlass werden unsere Möglichkeiten zum Feiern sehr begrenzt sein", schreibt Patriarchatsleiter Erzbischof Pierbattista Pizzaballa in am Donnerstagabend veröffentlichten Richtlinien für die Karwoche. Angesichts der starken Einschränkungen durch die verschiedenen Regierungen auf dem Bistumsgebiet sowie die zusätzliche Herausforderung verschiedener Sprachen und Kalendersysteme rief Pizzaballa zur Einhaltung der grundlegenden Richtlinien auf, in die auch römische Vorgaben eingeflossen seien.

"Die einzige allgemeine Richtlinie ist die feste Entschlossenheit, die Verbreitung individueller oder personalisierter Feiern durch die Medien zu vermeiden", so der Italiener, der zu "einem Minimum an Einheit" bei der Übertragung der Feiern aus dem Bistum aufrief. Gleichzeitig erscheine die Feier des Triduums in menschenleeren Pfarreien "mit dem Priester allein vor der Kamera" wenig sinnvoll. Die Ausstrahlung vorab aufgezeichneter Gottesdienste ist verboten. Konkret ordnete Pizzaballa die Streichung der Palmsonntagsprozessionen an. Die Chrisammesse soll auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden, wenn möglich vor Pfingsten, in der Hoffnung, dass "die Einschränkungen aufgehoben oder ausreichend reduziert wurden, um diese Feier zu erlauben". Eine Feier zum gegenwärtigen Zeitpunkt "ohne die Präsenz der Priester der Diözese" erscheine wenig sinnvoll. In der Osternacht sollen die Kirchglocken entsprechend der Empfehlung der Ostkirchenkongregation zur ursprünglichen Gottesdienstzeit läuten und so einen "Moment der Einheit im Gebet" ermöglichen.

Die arabischsprachigen Gottesdienste zur Feier der drei österlichen Tage nach gregorianischem Kalender sollen für das gesamte Bistum live aus der Co-Kathedrale des Patriarchats in Jerusalem übertragen werden. Nach julianischem Kalender feiernde Gemeinden sind eingeladen, sich nach pastoralem Ermessen anzuschließen. In Jordanien werde eine gemeinsame Feier für das gesamte Vikariat organisiert, ebenso für das Vikariat Zypern sowie die hebräischsprachige katholische Gemeinde in Israel. Pizzaballa ruft die verschiedenen Vikariate und Bistumsstellen dazu auf, kurzes und einfaches Gebetsmaterial bereitzustellen, um den Familien das gemeinsame Gebet zuhause zu erleichtern. "Viele wissen nicht mehr, wie zusammen gebetet wird, und ich denke, es ist wichtig, den Familien bei der Rückkehr zu dieser schönen Tradition zu helfen", so der Patriarchatsleiter. Im Blick auf das Sakrament der Beichte bestehe für Ältere, Krankenhäuser, Behindertenheime und vergleichbare Situationen die Möglichkeit für eine Generalabsolution entsprechend kirchlichem Recht. Alle anderen Gläubigen, denen die Beichte aufgrund der äußeren Umstände unmöglich ist, sind aufgerufen, einen aufrichtigen Akt der Reue zu begehen und so bald wie möglich einem Priester sakramental zu bekennen. (KNA)

9 Uhr: Verein ruft zu Spenden für das Heilige Land auf

Der "Deutsche Verein vom Heiligen Lande" (DHL) ruft dringend zu Spenden auf. Ein Ausfall der traditionellen Palmsonntagskollekte verschärfe "die durch die Coronakrise ausgelöste angespannte Situation der Christen im Heiligen Land zunehmend", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Aufruf "Überweisung statt Klingelbeutel".

Durch die deutschlandweite Absage von Gottesdiensten fällt laut DVHL die Palmsonntagskollekte weg und mit ihr die Haupteinnahmequelle des Vereins in seiner Arbeit für Christen in Israel und Palästina. In Zeiten wachsender Not sei ein Sinken der Mittel jedoch fatal. Der Verein habe daher ein Sonderkonto und eine eigene Spendenseite eingerichtet, um zu Zuwendungen durch Überweisung aufzurufen. Der Leiter des Jerusalemer DVHL-Büros, Georg Röwekamp, beschreibt die Lage der Menschen insbesondere in den palästinensischen Gebieten als besorgniserregend. Problematisch sei etwa die medizinische Versorgung, die einer derartigen Situation nicht gewachsen sei, aber auch die fehlende soziale Absicherung und das Wegbrechen der Arbeitsstellen im Tourismus, von dem viele Christen betroffen sind.

Besonders dramatisch sei die Lage im vom DVHL getragenen Altenheim im praktisch von der Außenwelt abgeschnittenen Qubeibeh. "Die Freiwilligen sind nach Deutschland zurückgekehrt, und das Nachbardorf steht wegen mehrerer Infektionen unter Quarantäne", so Röwekamp. Die Pflege und die Bezahlung der Mitarbeiterinnen werde "immer schwieriger". (KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.