Bundeskanzlerin Angela Merkel dankt den Sternsingern
Gegenseitige Videobotschaften statt Treffen im Kanzleramt

Bundeskanzlerin Angela Merkel dankt den Sternsingern

Zum ersten Mal seit 37 Jahren konnten die Sternsinger ihren Segen nicht persönlich im Bundeskanzleramt anschreiben. Doch weder die kleinen Könige noch die Bundeskanzlerin ließen sich davon aufhalten – und schickten sich gegenseitige Videogrüße.

Berlin - 05.01.2021

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei den Sternsingern für ihren Einsatz bedankt. "Es ist großartig, wie sehr Ihr Euch einsetzt. Dafür danke ich Euch herzlich", sagte Merkel in einer am Dienstag gesendeten Videobotschaft. Zum ersten Mal seit 37 Jahren konnten die Sternsinger ihren Segen nicht persönlich im Bundeskanzleramt anschreiben. Stattdessen hatten sie einen Videogruß an die Kanzlerin versendet.

Merkel würdigte, dass sich die Sternsinger für Kinder in anderen Teilen der Welt einsetzten, die dringend Unterstützung bräuchten, in diesem Jahr seien das besonders Kinder in der Ukraine. Es sei beeindruckend, wie viele Spenden die Sternsinger in den vergangenen Jahren gesammelt hätten.

Seit 1959 hat sich das Sternsingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund um den Dreikönigstag (6. Januar) gehen als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Not leidende Kinder in Entwicklungsländern. Der verstorbene Bundeskanzler Helmut Kohl (1930-2017) war der erste, der Sternsinger aus allen katholischen Bistümern in ihren bunten Gewändern im Kanzleramt empfing.

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In diesem Jahr hatten stellvertretend für alle Sternsinger in Deutschland Milla (8), Yannic (13), Jaron (9) und Kilian (6) aus der katholischen Kirchengemeinde Sankt Martinus in Hürth-Fischenich einen Videogruß für die Bundeskanzlerin aufgezeichnet und nach Berlin geschickt. Sie betonten, dass der Segen diesmal auf ganz neuem Weg komme und wünschten "ein gutes, gesundes und keins, das ist, wie das vorige war". Zudem schickten sie ein Segenspaket mit geweihter Kreide und einem Segensaufkleber ins Bundeskanzleramt.

Die Träger der Aktion Dreikönigssingen - das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) - hatten die traditionellen Hausbesuche der Sternsinger wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Stattdessen soll die bevorstehende Aktion "kontaktlos und kreativ" stattfinden, etwa mit digitalen Besuchen. Sie wurde zudem bis zum 2. Februar verlängert. In vielen Gemeinden wurden Spendenkonten eingerichtet. Es finden Segnungen der traditionellen Segenssprüche auf Aufklebern statt, die Interessierte mit nach Hause nehmen können.

An der Aktion Dreikönigssingen nehmen jedes Jahr bundesweit rund 300.000 Kinder und Jugendliche teil. Sie gehen normalerweise rund um den Dreikönigstag am 6. Januar in den Gemeinden von Haus zu Haus, bringen den traditionellen Segenswunsch "C+M+B" für "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus) und sammeln für notleidende Kinder in Entwicklungsländern. Es ist die weltweit größte Hilfsinitiative von Kindern für Kinder. Seit 1959 wurden rund 1,19 Milliarden Euro gesammelt für mehr als 75.600 Projekte etwa im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Motto in diesem Jahr ist "Heller denn je - die Welt braucht eine frohe Botschaft". (KNA)