Gemeinsame Einladung zur Interkulturellen Woche

Kirchen: Flüchtlinge brauchen Teilhabe und rechtliche Gleichstellung

Aktualisiert am 16.05.2022  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Jedes Jahr begehen die drei großen Kirchen in Deutschland im Herbst gemeinsam die Interkulturelle Woche. Im Vorfeld rufen sie zur Solidarität mit den Opfern von Krieg auf – und nehmen dabei besonders die Flüchtlinge aus der Ukraine in den Blick.

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Die drei großen christlichen Kirchen in Deutschland haben zur Solidarität mit den Opfern von Krieg und Gewalt sowie mit Flüchtlingen aufgerufen. Migrantinnen und Migranten bräuchten Teilhabe und rechtliche Gleichstellung, damit sie in die Gesellschaft hineinwachsen können, heißt es in einer am Montag verbreiteten gemeinsamen Mitteilung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Kirche.

Die drei Sprecher der Kirchen, Bischof Georg Bätzing, Präses Annette Kurschus und Metropolit Augoustinos, warnen vor Spaltung, Hass und Gewalt. "Wo immer Positionen vertreten werden, die ausgrenzen, beleidigen, herabwürdigen und spalten, braucht es Courage, gegenzuhalten – in der Familie, im Beruf, in der Nachbarschaft, im Sport und auch in der eigenen Gemeinde." Die Kirchen stünden "solidarisch an der Seite derjenigen, die zur Zielscheibe von verbaler und tätlicher Gewalt werden".

Es sei nicht hinnehmbar, dass Menschen weiterhin unter zum Teil sehr schlechten Zuständen in Flüchtlingsunterkünften leben müssten. "Die Politik muss hier zu ihrem Wort stehen und die dezentrale Unterbringung von Anfang an zum Leitprinzip für geflüchtete Menschen machen", betonen die Kirchenführer.

"Unser Möglichstes" für Ukraine-Flüchtlinge tun

Die Kirchen-Repräsentanten gehen dabei besonders auf die Situation in der Ukraine ein: "Wenn Millionen Menschen aus der Ukraine fliehen, sind wir alle gefordert, unser Möglichstes zu tun: durch Geld- und Sachspenden, durch unsere persönliche Hilfe oder auch durch das Bereitstellen von Unterkünften."

Der russische Angriffskrieg habe "die europäische Friedensordnung, wie wir sie kannten, zerstört", ebenso wie die Vorstellung, "dass sich die Verachtung für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte einfach hinnehmen ließe bei der Gestaltung internationaler Beziehungen", heißt es weiter. Doch dürfe angesichts des Leides in der Ukraine auch das Schicksal der Menschen in anderen Krisengebieten, etwa Afghanistan, nicht vergessen werden.

Mit der Erklärung laden die drei Kirchen auch zur diesjährigen Interkulturellen Woche ein. Diese findet vom 25. September bis 2. Oktober statt und steht unter dem Leitthema "#offengeht". Der Auftakt am 25. September findet in Heidelberg statt. (KNA)