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Umfrage: Darum bleiben katholisch.de-User in der Kirche

Aktualisiert am 07.11.2022  –  Lesedauer: 
"Ich bin Kirche, weil..."

Bonn ‐ Warum sind Sie noch in der Kirche? Das hat die katholisch.de-Redaktion ihre User für den Aktionstag "Ich bin Kirche, weil..." gefragt. Herausgekommen ist dabei eine große Vielfalt an Gründen, die die ganze Breite des kirchlichen Lebens abbilden.

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Aljoscha v. Stenglin: Ich bin in der Kirche, weil ich das Feld nicht den Radikalen überlassen möchte, denjenigen, die nur rückwärts gekehrt sind und nicht bereit sind, auch nur einen Millimeter von ihrer Meinung abzuweichen. Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Glaube so viel zu bieten hat. Ja, es muss sich einiges ändern und ich bin an manchen Stellen auch immer wieder sprachlos. Angesichts der hohen Austrittszahlen frage ich mich immer wieder, wie wir den Menschen den Glauben wieder näherbringen können, wie wir sie wieder begeistern können.

Katharina: Kirche ist für mich Heimat. Neben der Schule ist sie einer der wichtigsten Orte, an denen ich mein Leben gestalte. Ich liebe es, Dienste zu tun. Sei es als Ministrantin, Lektorin, Organistin oder Küsterin. Außerdem erfahre ich im Gottesdienst immer wieder das Wirken des Heiligen Geistes, wenn ich voll Erstaunen einen wunderbaren, sehr runden und aufeinander abgestimmten Gottesdienst feiere, der mich zutiefst bewegt und mich für meinen Alltag bestärkt.
Ohne Kirche wäre mein Leben nicht mein Leben.

Zoe Brockmann: Von klein auf konnte ich das Gemeindeleben wahrnehmen und es gibt nichts Schöneres als zu wissen, dass man in einer Gemeinschaft ist und Menschen um sich herum hat, mit denen man ins Gespräch kommen kann und einfach schöne Momente als Gemeinde erleben kann. In meinem Fall kann ich aber auch sagen, dass es "hinter den Kulissen" bei uns in der Gemeinde sehr familiär und schön ist, sodass das Engagieren sehr viel Spaß macht.

Jesus: Wenn man sein Herz für Jesus wirklich offen hat, kann man ohne Sakramente und die Eucharistie nicht leben.

Bild: ©Harald Oppitz/KNA

Mit dem Sakrament der Taufe wird man ein Teil der Kirche.

Sophie: Ich bin damit groß geworden und habe von Anfang an gelernt, dass die Kirche mir Rückhalt bietet, wenn ich ihn brauche. In der Kirche ist immer jemand für einen da.

Vero: Mir sind die Werte wichtig und ich möchte sie gerne weitergeben.

So_nnenblume: Ich war schon immer in diversen Gruppierungen, seit Kind in der Kirche engagiert und integriert. Ich möchte meine positiven Ergebnisse an meine Kinder weitergeben. Der Große wird gerade Ministrant.

Misslachen: Und ich denke, dass ein Austritt weniger bewirkt, als von innen zu wirken; ich habe mich bei der Firmung bewusst für den katholischen Glauben entschieden.

Zgoddclaudia: Ich bin konvertiert, von der evangelischen Kirche zur katholischen Kirche. Schon 1985 mit 20 Jahren. Es gab viel Probleme in der Familie deshalb. Ich bin bis heute treu geblieben und glücklich. Mein Mann hat sich 2014 taufen lassen und meine Tochter ist Benediktinerinnen-Oblatin.

Mrs_sue_teaches:  Ich bin und bleibe in der Kirche, weil sie mir, egal wo ich auf der Welt bin, eine Heimat und Gemeinschaft schenkt. Ich bin katholische Religionslehrerin und es macht mir so viel Mut zu sehen, wer und wie die jungen Menschen sind, die die Kirche in Zukunft gestalten. Und da seid euch sicher: es bleibt kein Stein auf dem anderen!

Rouputuan: Ich bin in der Kirche, weil ich so geboren wurde (born this way!): als Katholik geboren, katholisch erzogen, aber auch als Homosexueller geboren und in einer sehr katholischen Gemeinschaft aufgewachsen, die Homosexuelle nicht so sehr hasste, als dass sie nicht das Geringste über sie gewusst hätte. Ich bleibe in der Kirche, weil ich glaube, dass sie letztlich ein Ort ist, an dem Liebe, Hoffnung und Glaube gedeihen können, und ich möchte ein Teil davon sein.

Annarmw04: Die Institution Kirche hat viele Fehler gemacht und macht viele Fehler, aber wir alle sind Glieder dieser Kirche und müssen als Getaufte unsere Gaben einbringen, um das Reich Gottes weiter aufzubauen und weiter an Gottes Plan mitzuwirken. Nur gemeinsam können wir es schaffen, Kirche zu erneuern und lebendig zu gestalten.

Bild: ©picture alliance / Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Prozessionen gehören vielerorts zum Glaubensleben.

Gittaj68: Ich bin katholisch und der Glaube mit der Kirche, den Traditionen, den bayrischen Gepflogenheiten zu den Kirchenfesten, all das ist für mich Heimat. In die Kirche gehen ist wie nach Hause kommen. Ich bin Teil einer Gemeinschaft, die friedvolle Werte vertritt. Dennoch hadere ich als Frau sehr mit den Ungerechtigkeiten und Unstimmigkeiten in der Institution, die selbst gegen Menschenrechte handelt. Die Rahmenbedingungen in der Institution Kirche sind für mich inakzeptabel und deshalb habe ich sie als Arbeitnehmerin mit Trauer und Überzeugung verlassen.

Thomate1969: Trotz aller Skandale und Probleme ist die katholische Kirche meine Glaubensheimat. Ich persönlich habe viele positive Glaubensvorbilder in der Kirche getroffen. Und wenn ich auch immer wieder an der Amtskirche zweifle oder auch verzweifle, ich möchte die Kirche nicht den Menschen überlassen, die für diese Zweifel und Verzweiflung sorgen...

Moritz: #ichbinkirche, weil ich der festen Überzeugung bin, dass nur unsere heilige katholische Kirche glaubhaft und überzeugend, mit ganzer spiritueller Kraft, die Frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus verkünden kann. Mit all unsere Tradition und unserem festen, tiefen Glauben tragen wir die Lehren und Überzeugungen Jesu Christi hinaus in die Welt und verkünden das Evangelium – zum Wohle aller Menschen und unseres Planeten.

Alexander Georg Francesco Hampel: Die Caritas hat mich innerhalb einer Maßnahme so vermittelt, dass ich seit mittlerweile 12 Jahre einen Job habe. Außerdem ist Jesus bis heute der tollste Mensch von dem ich je gehört habe, diese Werte gibt es nirgends anders und in der Kirche werden seine Werte gelebt.

Silvia Florian: Ich weiß nicht, wie ich ohne sie durch die dunklen Zeiten meines Lebens hätte hindurchkommen sollen.

Von Christoph Paul Hartmann