Kuriose Traditionen aus aller Welt

Die zehn verrücktesten Weihnachtsbräuche

Aktualisiert am 11.12.2016  –  Lesedauer: 
Die zehn verrücktesten Weihnachtsbräuche
Bild: © WoGi/Fotolia.com
Brauchtum

Bonn ‐ Ein Schnaps auf den Christbaum und auf Rollschuhen in die Kirche: Es gibt zahlreiche kuriose Traditionen zur Advents- und Weihnachtszeit entwickelt. Katholisch.de stellt zehn der verrücktesten Bräuche vor.

  • Teilen:

Adventskalender, Adventskränze und den Weihnachtsmarktbesuch kennt jeder. Doch weltweit gibt es ganz unterschiedliche und kuriose Brauchtümer in der Vorweihnachtszeit. Wir haben die Verrücktesten gesammelt.

1. Deutschland: Baum loben

Eine im Süden Deutschlands verbreitete Tradition ist das Christbaumloben. Der Hausherr sollte in der Vorweihnachtszeit daher unbedingt seine Schnapsreserven auffüllen, bevor er seinen Weihnachtsbaum aufstellt. Denn immer, wenn ein Gast sagt: "Mei, is' der Christbaum schön." muss der Gastgeber eine Runde Schnaps ausschenken. Nicht-Trinkfeste sollten derartige Versammlungen eher meiden.

Wenn man in Süddeutschland einen hübschen Christbaum des Gastgebers lobt, darf man sich auf eine kleine "Überraschung" freuen.
Bild: ©Jeanette Dietl/Fotolia.com

Wenn man in Süddeutschland einen hübschen Christbaum des Gastgebers lobt, darf man sich auf eine kleine "Überraschung" freuen.

2. Spanien/ Katalonien: Tió de Nadal

Dieser heidnische Brauch ist nichts für schwache Mägen. Der Tió, ein Holzklotz, wird traditionell von Kindern mit Beinen und Augen geschmückt und mit einer Decke "gewärmt". Ab dem 8. Dezember, dem Tag der unbefleckten Empfängnis, füttern die Kinder den Tió mit Obst und Brot. An Heiligabend schlagen die Kinder mit Stöcken auf ihn ein, damit er sich "entleert". Dann wird die Decke weggenommen und heraus kommen Süßigkeiten. Na dann, guten Appetit.

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

3. Zentralamerika/ Nicaragua: Griteria

Beim weltweit einzigartigen Marienfest wird es laut. Am Vorabend von Mariä Empfängnis, dem 7. Dezember, versammeln sich Familien vor dem Hausaltar und rufen: "Quien causa tanta alegria?" ("Wer verursacht so viel Freude?"). Die Antwort dazu: "La Concepción de María!" ("Die Empfängnis von Maria!") Dazu gibt es Feuerwerk und die sonst verschlossenen Türen öffnen sich für alle Besucher. Musikgruppen ziehen Marienlieder singend durch die Straßen. Ein Fest, auch für Nichtkatholiken.

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

4. Venezuela: Rollschuhfahren

In Rollschuhen zur die Kirche? Was wohl in allen anderen Ländern großen Ärger geben würde, ist in Venezuela in der Adventszeit Brauchtum. In der Stadt Caracas werden dafür sogar Straßen gesperrt. Um schneller zu den traditionellen Frühmessen zu kommen, hat sich dort der Brauch entwickelt, zum Gottesdienst zu skaten. Der Weg ist das Ziel, oder so …

5. Schweden: Julbock

Ein Geißbock aus Stroh mit eigenem Twitter-Account? Nicht nur das, der Strohbock in der schwedischen Stadt Gävle hat sogar einige Bodyguards, da er verbotenerweise in der Vergangenheit regelmäßig in Brand gesteckt wurde. Als Zeichen der Fruchtbarkeit ist er aber nicht nur in dieser Stadt, sondern auch in Dänemark und anderen skandinavischen Ländern verbreitet. Und wem der Weg nach Skandinavien zu weit ist: Den Gävlebock gibt es sogar im Livestream per Webcam.

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

6. USA: Weihnachtsgurke

Dieser ungewöhnliche Christbaumschmuck ist ein Import aus Deutschland, der nun langsam wieder zurückkommt. In den USA wird die Gurke zusätzlich zu Kugeln, Kerzen und Lametta versteckt an den Weihnachtsbaum gehängt. Der Finder bekommt sogar ein Extra-Geschenk.

In den USA lohnt es, sich den Christbaumschmuck genau anzuschauen. Dem Finder der gläsernen Gurke winkt eine Dreingabe.
Bild: ©WoGi/Fotolia.com

In den USA lohnt es, sich den Christbaumschmuck genau anzuschauen. Dem Finder der gläsernen Gurke winkt eine Dreingabe.

7. Ungarn: Lucia-Stuhl

Sieben Hölzer müsst ihr haben – ab dem 13. Dezember, das Fest der heiligen Lucia, beginnt in Ungarn nämlich der Bau eines Stuhls. Dieser wird in die Christmette mitgenommen. Wer sich auf seinen Stuhl stellt, soll der Sage nach Hexen erkennen und sie verjagen. Der Stuhl sollte natürlich dementsprechend stabil sein, sonst endet der Heiligabend im Krankenhaus.

8. Estland: Besen reinigen

Die Winternächte sind in Estland gefährlich. Hier sollen Hexen ihr Unwesen treiben und suchen Besen, dass sie damit herumfliegen können. Doch nicht alle sind als Fluggerät geeignet, die Besen müssen dafür dreckig sein. Um die Hexen also vom Fliegen abzuhalten, müssen die Besen geputzt werden. Kinder bekommen für das Säubern der Besen jeden Tag Süßigkeiten. Gebracht werden die von kleinen Waldgnomen.

9. Mexiko: Nacimientos

In der Weihnachtskrippe in Mexiko, der "nacimientos", finden sich nicht nur die klassischen Krippenfiguren. Der Teufel, und zwar wortwörtlich, steckt im Detail. Sogar er bekommt neben Tieren und anderen Kuriositäten einen Platz. Der Legende nach soll der Teufel die Hirten versuchen davon abhalten, zum Jesuskind zu kommen. Also wird nicht nur die Weihnachtsgeschichte erzählt, sondern alles, was noch hätte passieren können. Zum Glück ist ja bekannt, wie die Geschichte wirklich ausgegangen ist

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

10. Italien: Geschenkeverlosung

Für das passende Weihnachtsgeschenk gehört in Italien Glück dazu. Statt Geschenkeverteilen müssen alle auf das Losglück vertrauen, denn das entscheidet, wer welches Geschenk bekommt. Bleibt nur zu hoffen, dass Oma das eben gewonnene Smartphone gegen die Heizdecke des Enkels im Nachhinein tauschen will.

Von Julia Martin