Bericht: Keine verheirateten Priester im Nachsynodalen Schreiben
Kurz vor Veröffentlichung des Amazonas-Synoden-Dokuments

Bericht: Keine verheirateten Priester im Nachsynodalen Schreiben

Mit Spannung wird das Nachsynodale Schreiben der Amazonas-Synode erwartet. Die große Frage: Wird es verheiratete Priester geben? Jetzt soll der Papst nicht nur dazu eine Antwort angedeutet haben.

Vatikanstadt - 11.02.2020

Papst Franziskus soll angedeutet haben, dass im Amazonas-Synoden-Dokument verheiratete Priester und das Frauendiakonat nicht berücksichtigt werden. Wer auf verheiratete Priester und Diakoninnen im Amazonasgebiet hoffe, werde von der Apostolischen Exhortation "Querida Amazonia" (Liebes Amazonien") enttäuscht sein, sagte Franziskus am Montag laut dem amerikanischen Nachrichtendienst "Catholic News Service" vor einer Gruppe US-Bischöfen während eines Ad-Limina-Treffens. Das Nachsynodale Schreiben wird am Mittwoch veröffentlicht. Es wird erwartet, dass Papst Franziskus sich darin unter anderem zu den sogenannten "viri probati" äußert.

Zweieinhalb Stunden durften die Bischöfe frei mit dem Pontifex diskutieren. Dabei kam laut Bericht neben der Missbrauchskrise, der Migration und der Polarisierung in Kirche und Gesellschaft auch das Nachsynodale Schreiben zur Sprache. Der Bischof von Salt Lake City, Oscar Solis, sagte, Franziskus sei nicht im Detail auf "Querida Amazonia" eingegangen. Er habe aber den Eindruck vermittelt, die Frage nach verheirateten Priestern und der Weihe von Frauen zu Diakoninnen werde noch in Zukunft für Diskussionen sorgen.

Papst will sich mit anderen Themen befassen

"Er sagte, er glaube eigentlich nicht an die Weihe verheirateter Männer, aber was wird man mit all den Menschen machen, die der Eucharistie beraubt sind?", berichtete Solis von dem Gespräch mit dem Papst. Teile des Amazonasgebiets sind von einem besonders hohen Priestermangel betroffen, sodass der regelmäßige Kontakt zu Priestern eine Seltenheit darstellen. Der Papst habe moniert, die Medien und Öffentlichkeit konzentrierten sich meist auf diese beiden Themen. Er selbst wolle sich aber mit den sozialen, pastoralen, ökologischen und kulturellen Herausforderungen befassen, mit denen das Amazonasgebiet konfrontiert ist.

Alle fünf Jahre sind alle römisch-katholischen Bischöfe dazu verpflichtet, nach Rom, "ad limina Apostolorum" ("an die Schwellen der Apostelgräber") zu reisen. Dabei berichten die Oberhirten dem Papst und den Vatikan-Ministerien über die Situation in den jeweiligen Diözesen. (mpl)