Kreuzverhüllung in der Fastenzeit
Newsticker: Corona und die Kirche, 30. März

Katholik klagt gegen Gottesdienstverbot

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 30.03.2020

19:30 Uhr: Französischer Religionsjournalist Henri Tincq gestorben

Der französische Journalist und Vatikankenner Henri Tincq ist tot. Er erlag am Sonntag mit 74 Jahren in Villeneuve-Saint-Georges südlich von Paris seiner Corona-Erkrankung, wie französische Medien (Montag) berichteten. In den 70er und 80er Jahren arbeitete Tincq für die katholische Zeitung "La Croix", ab 1981 als stellvertretender Chefredakteur. Von 1985 bis 2008 war er Religionsspezialist von "Le Monde". Nach seiner Pensionierung schrieb er für das Online-Magazin "Slate".

Tincq war unter anderem Ritter der Französischen Ehrenlegion (2007) und erhielt 2001 den renommierten Templeton-Preis im Bereich Journalismus. Er war Autor des Lexikons "Larousse der Religionen"; eins seiner Spezialgebiete war die Geschichte der Päpste.

Nach der Papstwahl Benedikts XVI. 2005 formulierte Tincq Ziele einer progressiven und konziliaren Kirche. Den deutschen Papst kritisierte er für dessen Zugeständnisse an die Traditionalisten. Zugleich lobte er seine Bemühungen um die Ökumene und seine großen politischen Reden, etwa vor dem Deutschen Bundestag. (KNA)

18:30 Uhr: Bischof Stäblein: Flüchtlinge von Lesbos evakuieren

Angesichts der Corona-Pandemie hat sich der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Christian Stäblein, erschüttert über die Zustände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos geäußert. "Wenn das Camp nicht schnell evakuiert wird, passiert hier eine humanitäre Katastrophe", warnte Stäblein am Montag in Berlin. "Die Geflüchteten haben im Camp keine Möglichkeit, Abstand voneinander zu halten. Die hygienischen Bedingungen sind unzureichend, es gibt kaum medizinische Versorgung.

Das Flüchtlingscamp Moria sei für 3.000 Menschen ausgerichtet, momentan lebten dort aber mehr als 20.000 Geflüchtete unter menschenunwürdigen Bedingungen, so Stäblein. Es gebe weder die Möglichkeit, Infektionen zu verhindern, noch könnten unter diesen Bedingungen nach einem Ausbruch der Krankheit Leben geschützt und gerettet werden, erklärte der Bischof. Stäblein begrüßt es, dass die Bundesregierung sich gemeinsam mit anderen EU-Staaten bereit erklärt hat, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und kranke Kinder mit ihren Familien aus den überfüllten Camps in Griechenland zu evakuieren.

Stäblein appelliert, keine Zeit mehr zu verlieren. "Ich hoffe sehr, dass Kinder und Jugendliche bis Ostern ausgeflogen und in Sicherheit gebracht werden", sagt der Bischof. "Es wäre ein Zeichen, dass wir auch in Krisenzeiten die Schwächsten schützen. Ostern ist ein Fest, an dem sichtbar und greifbar wird: Gott will das Leben!" (KNA)

16:40 Uhr: Papstmessen bescheren TV-Sender höhere Einschaltquote

Die Frühmessen mit Papst Franziskus haben dem italienischen TV-Sender Rai 1 nach Aussage seines Direktors Stefano Coletta Einschaltquoten von 22 Prozent beschert. Mit der Übertragung morgens um 7.00 Uhr wolle man dem Bedürfnis vieler Menschen nach Trost entsprechen, sagte Coletta der Zeitung "La Repubblica" (Montag). Nach Aussage des TV-Produzenten und Drehbuchautors Stefano Balassone hat sich die Quote damit binnen kürzester Zeit verdoppelt.

Für ihn als kirchenfernen Medienmenschen tue sich bei der knapp halbstündigen Übertragung eine neue Welt auf, schrieb Balassone in einem Gastbeitrag für die "Repubblica": schlichtes Ambiente, einfache intime Gesten und eine gekonnte Reflexion der Bibelworte. Franziskus spreche eine "kultivierte und zugleich populäre Sprache", die nichts gemein habe mit der anbiedernden Populärsprache so vieler Fernsehleute, lobte Balassone.

Für Dienstagabend plant Rai 1 ein TV-Konzert zur Unterstützung des Kampfes gegen das Coronavirus. "Dies wird unser Live Aid", so Direktor Coletta. Mit der vierstündigen Sondersendung "Musik, die vereint" sollen Spendengelder für Italiens Zivilschutz gesammelt werden. Dazu tragen bekannte Musiker jeweils aus ihrer häuslichen Quarantäne Musikstücke vor. Die Beiträge sollen dann via TV und Website des Senders übertragen werden. Das werde auch technisch eine Herausforderung, so Coletta. (KNA)

16:25 Uhr: Experte: Einnahmen aus Kirchensteuer brechen wegen Corona ein

Die Kirchensteuereinnahmen werden einem Wirtschaftsjournalisten zufolge wegen der Corona-Krise sinken. Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland könnten im laufenden Jahr etwa 1,5 Milliarden Euro weniger einnehmen als geplant, sagte der Journalist und Berater Ernst Dohlus am Montag auf dem Kölner Internetportal domradio.de. Die Kirchen bekommen demnach zwischen 10 und 15 Prozent weniger als angenommen. "Die Kirchensteuer hängt ja von der Höhe der Lohn- und Einkommensteuer ab", erklärte Dohlus. Diese werde insgesamt wegen der Pandemie und ihrer Folgen stark nach unten gehen.

Der Journalist schätzte, dass die Bistümer den Rückgang bereits im Mai zu spüren bekommen. Die Kirchensteuer mache knapp 80 Prozent ihrer Gesamteinnahmen aus. Deshalb könnten andere Geldquellen wie Zinsen, Mieten, Spenden oder Kollekten den Negativtrend nicht auffangen. "Vermutlich werden die meisten Bistümer zur Jahresmitte anfangen zu sparen, wo immer das geht", sagte Dohlus. Kurzfristig sei das allerdings schwierig, da mit der Kirchensteuer in erster Linie die Priester und Angestellten bezahlt, die Gemeinden unterstützt und Bauvorhaben oder Renovierungen finanziert würden.

Zwischen den Diözesen gebe es jedoch Unterschiede, räumte Dohlus ein. So könne das Erzbistum Köln zumindest in diesem Jahr Fehlbeträge durch Rücklagen ausgleichen. Anders sei es etwa im Erzbistum Hamburg. "Dort gibt es keinerlei Rücklagen und Reserven, dort muss wohl eine Schnellbremsung bei den Ausgaben erfolgen oder andere Bistümer müssen helfen." (KNA)

16:20 Uhr: Bischöfe mahnen Lebensschutz auch bei Online-Beratung an

Mit Blick auf die vorübergehend gelockerten Regelungen der Schwangerschaftskonfliktberatung mahnt die katholische Deutsche Bischofskonferenz einen umfassenden Lebensschutz an. Auch eine Beratung am Telefon oder online dürfe die vom Bundesverfassungsgericht festgestellte Pflicht nicht vernachlässigen, zuerst dem Schutz des ungeborenen Lebens zu dienen. Das sagte der für Familienfragen zuständige Berliner Erzbischof Heiner Koch am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn.

Angesichts der Corona-Krise hatten die Familienministerien von Bund und Ländern in der vergangenen Woche vereinbart, dass die Schwangere nicht persönlich zur Beratung erscheinen muss. Die gesetzlich vorgeschriebene Beratung kann demnach auch online oder telefonisch erfolgen. Die Frau soll die Bescheinigung auf Wunsch per Post oder Mail erhalten. Beratungsstellen der katholischen Kirche stellen den Schein nicht aus. Er ist in Deutschland Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung.

Auch bei den gelockerten Verfahren der Konfliktberatung müsse der Schutz des ungeborenen Kindes im Mittelpunkt stehen, betonte Koch, der die Kommission für Ehe und Familie der Bischofskonferenz leitet. Nach den Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise müsse die persönliche Beratung unverzüglich wieder ermöglicht werden, forderte der Erzbischof. (KNA)

16:05 Uhr: Katholik klagt gegen Gottesdienstverbot

Ein Katholik klagt vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) gegen das in der Corona-Krise erlassene Gottesdienstverbot. Wie das Gericht am Montag in Kassel mitteilte, bezieht sich der Antragsteller dabei auf die im Grundgesetz garantierte ungestörte Religionsausübung und auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Der Antragsteller fordert, per Eilverfahren Zusammenkünfte in Kirchen, Synagogen und Moscheen wieder zu erlauben. Das Gericht will den Angaben zufolge noch vor Ostern darüber entscheiden.

Wie auch die anderen Bundesländer hat Hessen angesichts der Corona-Pandemie Versammlungen verboten. In der entsprechenden Verordnung vom 17. März heißt es: "Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind ebenfalls untersagt." (KNA)

16 Uhr: 100.000 katholische Freiwillige helfen in Polen gegen Corona

Mit Spenden- und Hilfskampagnen engagiert sich die katholische Kirche in Polen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Nach Angaben der Bischofskonferenz (Montag) sind insgesamt mehr als 100.000 Freiwillige in allen 44 Diözesen aktiv. Sie verteilten Lebensmittelpakete und warme Mahlzeiten an Senioren und Menschen in Quarantäne, sammelten Ausrüstung für Kliniken, böten virtuelle Workshops für Kinder an oder unterstützten geistlich und psychologisch.

In der Fasten- und Osterzeit wurde laut Bischofskonferenz Bedürftigen immer schon durch Almosen besonders geholfen. "In diesem Jahr wird diese Unterstützung aufgrund der Coronavirus-Epidemie noch mehr benötigt", sagte ihr Sprecher Pawel Rytel-Andrianik. Man wolle insbesondere älteren, einsamen und obdachlosen Menschen die notwendige Hilfe zukommen lassen. Vielerorts gebe es auch extra Hotlines für Seelsorgegespräche mit Priestern.

Polens Caritas startete eine Spendenaktion für Mundschutzmasken und Handschuhe für Krankenhäuser und medizinisches Personal. Manche Bistümer stellten eigene Häuser für Menschen in Quarantäne zur Verfügung. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Posens Erzbischof Stanislaw Gadecki, hatte die Gläubigen am Wochenende in einer Videobotschaft zur Solidarität mit den von der Pandemie Betroffenen aufgerufen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Montag) sind in Polen rund 2.000 Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 26 Infizierte seien gestorben. (KNA)

15:55 Uhr: Kretschmann dankt Kirchen und Religionen in Corona-Krise

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Kirchen und Religionsgemeinschaften für die Kooperation in der Corona-Krise gedankt und deren Umsetzung der "nötigen, aber schmerzhaften Schutzmaßnahmen" gewürdigt. Dies teilte das Erzbistum Freiburg am Montag mit. "Gerade weil es ein tiefer Eingriff in die Religionsfreiheit ist, habe ich einen großen Respekt davor, dass Sie diese einschneidenden Maßnahmen schnell umgesetzt haben", schrieb Kretschmann in einem Brief an die Kirchenleitungen. Es sei nicht absehbar, wie sich die Krise in den kommenden Wochen entwickle. "Aber die Hoffnung, dass wir diese Krise bewältigen, dürfen wir haben."

Die Schließung von Kirchen, Synagogen, Moscheen, Gebets- und Versammlungsräumen sowie die Aussetzung aller religiösen Feiern sei ein "nie gekannter Vorgang", so der Ministerpräsident, der auch Beauftragter der Landesregierung für Kirchen und Religionsgemeinschaften ist. "Darauf verzichten zu müssen, ist ein Schmerz, den ich mit Ihnen teile. Denn gerade jetzt braucht es ja den Beistand in besonderer Weise - die Seelsorge, das Gebet, die Gemeinschaft." Zugleich dankte Kretschmann allen Bürgern, die in der aktuellen Situation andere unterstützen. Gerade in den Kirchengemeinden gebe es viele Beispiele für Nachbarschaftshilfe. Oft engagierten sich junge Menschen: "Damit leisten Sie alle einen unschätzbaren Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt in dieser Ausnahmesituation."

Für die kommenden Osterfeiertage sowie für Pessach und den Fastenmonat Ramadan brauche es nun "kreative Lösungen, um trotz der Beschränkungen Gemeinschaft erleben zu können", betonte Kretschmann. Für Christen, Juden und Muslime seien diese Feiern zugleich "Zeiten der Hoffnung", die an Wendepunkte der religiösen Geschichte, an Befreiung und Aufbrüche erinnern wollten. "Ich möchte Sie daher ermutigen, diese Hoffnung ins Zentrum unserer Feiern zu stellen", so der Ministerpräsident. (KNA)

15:25 Uhr: Ostergottesdienste aus dem Osnabrücker Dom live im Internet

Die nichtöffentlichen Gottesdienste aus dem Osnabrücker Dom an den Kar- und Ostertagen werden live auf der Homepage des Bistums übertragen. Den Anfang macht eine Feier mit Bischof Franz-Josef Bode am Palmsonntag (5. April) um 11.00 Uhr, wie die Diözese am Montag in Osnabrück ankündigte. Dabei würden auch die Palmzweige der mitfeierenden User gesegnet.

Von Montag (6. April) bis Gründonnerstag (9. April) beginnen die Gottesdienste mit dem Bischof den Angaben zufolge jeweils um 19.00 Uhr. Den Karfreitagsgottesdienst zelebriert Weihbischof Johannes Wübbe ab 15.00 Uhr. Die Osternachtfeier mit Bode am Karsamstag beginne um 20.30 Uhr, der Gottesdienst am Ostersonntag mit Weihbischof Wübbe um 11.00 Uhr. Den Gottesdienst am Ostermontag feiere Bode ebenfalls ab 11.00 Uhr.

Die Messfeiern nach Ostern fänden dann wieder montags bis samstags um 19.00 Uhr und sonntags um 11.00 Uhr statt, so das Bistum. Auch sie würden im Internet übertragen. Der Dom und die meisten Kirchen im Bistum Osnabrück blieben bis auf Weiteres nur zum persönlichen Gebet und zum Verweilen geöffnet. (KNA)

15:15 Uhr: Vatikanhilfen zum Umgang mit Wasserknappheit

Eine Orientierungshilfe zum Umgang mit Wasser hat der Vatikan veröffentlicht. Gleichzeitig kündigte die zuständige vatikanische Entwicklungsbehörde am Montag im Nachgang zum Weltwassertag (22. März) Untersuchungen und Maßnahmen an, um Trinkwassermangels in der Gesundheitsversorgung zu erheben und zu verbessern.

In dem knapp 50 Seiten umfassenden Dokument "Aqua fons vivae" (Wasser, lebendige Quelle) werden die Probleme mangelnden Trinkwassers und des Gewässerschutzes unter drei Aspekten behandelt: im direkten Gebrauch für den Menschen, in Landwirtschaft und Industrie sowie als größter Oberflächenanteil im Ökosystem Erde. Für jeden Aspekt benennt der Text Herausforderungen und macht Vorschläge zur Bewusstseinserweiterung, um die Probleme vor Ort anzugehen.

Angesichts der aktuellen Coronavirus-Krise betont der Vatikan das Problem des Trinkwassermangels im Gesundheitssystem. Ohne sauberes Wasser lasse sich selbst grundlegende Hygiene nicht einhalten. Daher hätten bereits viele katholische Gesundheitseinrichtungen begonnen, Ausmaß und Komplexität des Problems vor Ort zu untersuchen. Diese Bemühungen wolle der Vatikan unterstützen und zu koordinieren helfen, erklärte das Dikasterium für menschliche Entwicklung. Die Ergebnisse sollen helfen, den Kampf gegen Wassermangel auch finanziell besser unterstützen zu können. Organisationen und Einrichtungen, die sich an der Initiative beteiligen wollen, könnten sich ab Mitte April beim Dikasterium melden, hieß es. (KNA)

15:05 Uhr: In Corona-Krise schlagen junge Katholiken Auto-Gottesdienste vor

In der Corona-Krise schlägt ein katholisches Jugendnetzwerk Auto-Gottesdienste und Kommunionausteilung mit Pinzette vor. Die "Initiative Pontifex" schreibt in einem Aufruf an Priester und Bischöfe, der der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag vorlag, von Messfeiern auf Geländen außerhalb der Städte, denen die Gläubigen vom Auto aus beiwohnen könnten. Die jungen Katholiken stellen sich zudem vor, dass Gemeinden die Kommunion mit einer desinfizierten Pinzette oder Zange austeilen und in den Kirchen Bankplätze für Messfeiern mit Sicherheitsabstand zuweisen. Die Pfarreien sollten auch Gemeindemitglieder erfassen, die die Kommunion zuhause empfangen wollen.

Die Initiative forderte Pfarrer dazu auf, alle Gemeindemitglieder anzurufen - auch diejenigen, die sonst nicht in den Gottesdienst kommen - und nach ihrem seelischen Zustand zu fragen. "Entwickelt mit jedem Haushalt einen geistlichen Fahrplan und meldet euch regelmäßig bei jedem", hieß es. Priester und Bischöfe sollen zudem mitteilen, wie genau die Gläubigen die Kar- und Ostertage begehen können. Wegen der Corona-Pandemie sind Gottesdienste derzeit untersagt und die Seelsorge vielerorts erschwert.

Die "Initiative Pontifex" ist ein Netzwerk junger Katholiken, das sich 2005 nach dem Weltjugendtag in Köln unter dem Namen "Generation Benedikt" gegründet hat. Nach dem Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. nannte sich die Gruppe 2013 um. Die Mitglieder sind eigenen Angaben zufolge bereit, ihren persönlichen Glauben sowie ihre Position zu Kirche und Papst in der Öffentlichkeit zu erklären und als Brückenbauer zwischen Kirche und Medien zu wirken. (KNA)

14:40 Uhr: Zustand von Weihbischof stabil – Prager Bischöfe in Quarantäne

Der Gesundheitszustand des an Corona erkrankten früheren Prager Weihbischofs Karel Herbst (76) ist inzwischen stabil. Das teilte der Prager Kardinal Dominik Duka (Sonntagabend) im Tschechischen Rundfunk mit. Der Erzbischof selbst sowie andere Kontaktpersonen Herbsts begaben sich laut Angaben der Erzdiözese in häusliche Quarantäne. Alle fühlten sich gesund, hieß es.

Herbst war am Freitag zunächst ins Krankenhaus eingeliefert worden und wird auf der Intensivstation behandelt. Der Ordensmann der Salesianer war von 2002 bis zu seiner vorzeitigen Emeritierung 2016 Weihbischof in Prag. Damals ließ Herbst mitteilen, er sei der "Arbeit eines Bischofs im Laufschritt" nicht mehr gewachsen und habe wegen "fortschreitender Erschöpfung" gebeten, ihn vor allem von Verwaltungsaufgaben zu entbinden.

Kardinal Duka (76) sagte in dem Radiointerview, er selbst verspüre keine Anzeichen einer Ansteckung. Auch die beiden Weihbischöfe Vaclav Maly (69) und Zdenek Wasserbauer (53) sowie jene Mitarbeiter, die vergangene Woche mit Herbst zusammengetroffen waren, seien inzwischen in Quarantäne. (KNA)

13:35 Uhr: Umfrage: Krise stärkt religiöse Bedürfnisse der Italiener

Die Corona-Krise hat die religiösen Bedürfnisse und Praktiken der Italiener leicht verstärkt. Einer Umfrage des Marktforschungsunternehmen Ipsos zufolge gaben 16 Prozent der Italiener an, in dieser Zeit mehr zu beten als sonst, wie die Zeitung "Il Messaggero" (Montag) berichtet. Immerhin ein Viertel verspürt demnach ein gestiegenes spirituelles Bedürfnis. Gut die Hälfte der Menschen betet dem Bericht zufolge so viel wie vorher; fünf Prozent tun es weniger.

Anders als in extremen religiösen Kreisen deuten gut 70 Prozent der Italiener das Coronavirus nicht als Strafe Gottes. Für 80 Prozent der Befragten ist die Krise vielmehr "eine günstige Zeit, wieder menschlicher und solidarischer zu werden". Knapp die Hälfte der Befragten erkennt laut den Angaben in der dramatischen Situation durchaus eine himmlische Botschaft: Gott wolle die Menschen an jene Dinge erinnern, die im Leben wirklich zählten. Dass die Bischöfe Gottesdienste mit Anwesenheit von Gläubigen aufgehoben haben, finden gut zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) richtig; die Reduzierung von Beisetzungsfeiern auf ein bloßes Segnen des Sarges halten 61 Prozent für richtig; 29 Prozent sind dagegen. 63 Prozent der Italiener begrüßen die Verwendung technischer Hilfsmittel, um Andachten, Gottesdienste, Besinnungsangebote online zu übertragen. Die Zahl jener, die diese Angebote nutzen, ist der Erhebung zufolge jedoch nicht gestiegen.

Gespalten ist dagegen die Haltung zu einer weiterreichenden Öffnung der Kirchen in Zeiten der Corona-Bedrohung. Jeweils 45 Prozent der Befragten halten dies für richtig oder für falsch; zehn Prozent haben dazu keine Meinung. Für die Kritiker ist die Ansteckungsgefahr zu groß. Für die Erhebung befragte das Marktforschungsunternehmen Ipsos rund 1.000 Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren. Anderen Umfragen zufolge sagen rund 70 Prozent der Italiener von sich, dass sie religiös und katholisch seien. 27 Prozent bezeichnen sich als nicht gläubig. Bei diesen hat demnach die Coronavirus-Krise in religiöser Hinsicht nichts verändert. (KNA)

13 Uhr: Erster orthodoxer Bischof an Corona gestorben

In Serbien ist der erste Bischof der orthodoxen Kirche am Coronavirus gestorben. Es handelt sich um Bischof Milutin (Knezevic) von Valjevo im Westen des Landes, wie seine Kirche mitteilte. Der 71-Jährige starb demnach am Montagmorgen; am 26. März war er ins Krankenhaus eingeliefert worden. Milutin wurde am 10. Januar 1949 in Mijaca in der Nähe von Valjevo geboren. 2003 wurde er Bischof von Australien und Neuseeland; im Mai 2006 übernahm er den neu geschaffenen Bischofssitz von Valjevo. Er war auch als Schriftsteller und Theologe bekannt; seine Artikel wurden in mehreren großen theologischen Zeitschriften veröffentlicht. (KNA)

12:05 Uhr: Kirchen Mitteldeutschlands läuten in Coronakrise

Die Kirchen in Thüringen und Sachsen-Anhalt wollen mit täglichem Glockenläuten ein "klingendes Zeichen der Hoffnung" in der Coronakrise setzen. Je nach lokaler Tradition sollen im Bereich der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), des Bistums Magdeburg, der Evangelischen Landeskirche Anhalts und des Bistums Erfurt die Glocken um 12 oder 18 Uhr Menschen zum Gebet und Innehalten einladen, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Aufruf. Viele Kirchen seien zu dieser Zeit für die persönliche Andacht geöffnet. In der Osternacht am 11. April sollen um 22 Uhr überall die Glocken erklingen.

Landesbischof Friedrich Kramer (EKM), Bischof Gerhard Feige (Bistum Magdeburg), Bischof Ulrich Neymeyr (Bistum Erfurt) sowie der Anhaltische Kirchenpräsident Joachim Liebig schreiben dazu: "Als Kirchen sind wir in dieser sehr besonderen Zeit und angesichts existenzieller Ängste bei vielen Menschen gefragt, von unserer Hoffnung zu erzählen, die sich gerade jetzt bewähren muss."

Die Glocken sollen demnach die Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen hörbar werden lassen. Dabei könnten ein Gebet gesprochen sowie Nöte und Ängste formuliert werden. "Wir sind gewiss, dass Gebet nie ohne Folgen bleibt und setzen damit ein Zeichen des Zutrauens in die Zukunft, die uns offen steht, weil Gott es so will. Lassen Sie sich einladen und den negativen Meldungen dieser Tage ein Zeichen der Zuversicht entgegenstellen", so die leitenden Geistlichen. (KNA)

9:30 Uhr: Fußwallfahrt nach Altötting fällt als Großereignis aus

Die für Ende Mai geplante traditionelle Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting wird wegen der Coronakrise nicht wie üblich in großem Rahmen stattfinden. Dies teilten die Organisatoren am Wochenende auf ihrer Internetseite mit. An dem Brauchtum angesichts der aktuellen Umstände festzuhalten, wäre laut Pilgerführer Bernhard Meiler unverantwortlich, da an dem Ereignis zahlreiche Menschen beteiligt sind: "Die Wallfahrer ziehen durch viele Ortschaften und machen dort auch Rast. Auch gegenüber den Quartiergebern ist es nicht zu verantworten, dass diese die Pilger in der momentanen Situation aufnehmen sollen."

Komplett ausfallen werde die Wallfahrt aber nicht. Mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sei er übereingekommen, im Herbst eine große Diözesanfußwallfahrt als dreitägige "Dankwallfahrt" abzuhalten, sofern sich die Lage bis dahin beruhigt habe, sagte Meiler am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Meiler verwies zudem auf eine Äußerung Voderholzers vom Freitag: Der Bischof hatte angekündigt, die Fußwallfahrt solle trotz Corona unbedingt stattfinden, "und wenn es nur eine Gruppe von zwei Pilgern stellvertretend für alle ist". Meiler sagte nun, dieses Vorhaben wollten der Bischof und er notfalls gemeinsam umsetzen.

In der 190-jährigen Geschichte der Wallfahrt konnte diese bislang bloß einmal nicht wie geplant stattfinden, wie Meiler ergänzte. 1941 hätten die Nazis die Pilger auseinandergetrieben, drei Gläubige aber hätten den Weg dennoch beenden können. Die Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting - dem größten deutschen Marienwallfahrtsort - findet seit 1830 jährlich statt. Sie beginnt stets am Donnerstag vor Pfingsten, erstreckt sich über eine Länge von 111 Kilometern und dauert drei Tage. Vergangenes Jahr nahmen rund 7.000 Menschen an dem Ereignis teil. (KNA)

9 Uhr: Regisseur: Papst-Gebet gegen Corona war "ganz große Oper"

Mit seiner Segensfeier angesichts der Corona-Krise hat Papst Franziskus aus Sicht des Regisseurs Mariano Tschuor eine "perfekte Inszenierung" geliefert. Der Vatikan habe "alle Register gezogen", um eine eigene liturgische Form zu schaffen, sagte der frühere Theaterregisseur und Vorsitzende der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz dem Portal kath.ch (Sonntag). Tschuor wörtlich: "Das war die ganz große Oper." Franziskus hatte am Freitagabend auf den Stufen des Petersdoms gebetet und über dem leeren Petersplatz den Segen "Urbi et orbi" erteilt.

Liturgie sei "im besten Sinne Theater", und der Ablauf der Feier habe dramaturgisch gestimmt: "Die Uhrzeit war perfekt, am Übergang vom Tag in den Abend. Die Requisiten, das Personal. Der Papst geht allein über den menschenleeren Petersplatz." Laut Tschuor zeigten die Bilder "die Einsamkeit des Menschen inmitten der römischen Architektur, einer großartigen Schöpfung." Franziskus stehe "für Reduktion auf das Wesentliche", sagte Tschuor unter Verweis auf die minutenlange Anbetung des Allerheiligsten in der Monstranz. Auch im Verzicht auf Nebenfiguren bis auf den assistierenden Zeremonienmeister und in der optischen Schlichtheit liege "eine große Kraft".

So eine Inszenierung spende "Trost in einer trostlosen Zeit", sagte Tschuor. "Das spricht die Sinne an. Nichts ist sinnhafter als eine Liturgie. Bei der werden sogar hartgesottene Atheisten weich." Die Menschen sehnten sich nach Worten der Zuversicht, so der Medienexperte weiter. "Die Kirche hat etwas zu sagen, wenn sie nicht in einen Jargon der billigen Betroffenheit fällt. Oder wenn sie den Zeigefinger erhebt." Die Frohe Botschaft baue darauf auf, die Schwachen und Verdrängten zu trösten und mitzunehmen. Darin liege "eine riesige Chance für die Kirche". Franziskus sei das beste Beispiel, wie man das "richtig gut" mache. (KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.