Ein Graffito zeigt Papst Franziskus als Bettler
Neue Graffiti nehmen Bezug auf Corona-Pandemie

Streetart-Kunstwerk zeigt Papst als wohnungslosen Bettler

Papst Franziskus wurde schon öfter zum Motiv für Streetart-Kunst. Jetzt sind neue Graffiti des Pontifex in Mailand aufgetaucht. Sie rufen zu mehr Solidarität in der Corona-Pandemie auf und verweisen auf den Namen des Kirchenoberhaupts.

Mailand - 22.05.2020

Mehrere Graffiti in Mailand zeigen Papst Franziskus als Wohnungslosen, der mit einem Becher um Almosen bettelt. Die Streetart-Kunstwerke stammen vom italienischen Künstler und Aktivisten Alexsandro Palombo und sind Medienberichten zufolge am Donnerstag zuerst an einer Wand an der Piazza San Giachimo aufgetaucht. Mailand liegt in der Lombardei, die besonders stark vom Coronavirus getroffen wurde. Neben mehreren Franziskus-Darstellungen in der Stadt gibt es auch ein Bild einer bettelnden Madonna mit Kind.

Die Graffiti gehören zur "Caritas"-Serie Palombos und sollen zur Solidarität angesichts der zunehmenden Armut durch die Corona-Pandemie aufrufen. "Diese ernste Krise bietet uns die Möglichkeit, die Gesellschaft neu zu gestalten, um sie menschlicher zu machen. Heute müssen wir uns mehr denn je der Bedürfnisse anderer bewusst sein, derer, die einen Moment äußerster Not durchleben oder kurz davor stehen", heißt es in einer Erklärung des Künstlers. Die Menschen sollten – so wie Franziskus – die Armen nicht vergessen"Jeder von uns kann einen Unterschied machen, indem er den schwächsten Familien und all jenen hilft, die jetzt in Armut geraten sind. Dies ist die Zeit, um zu verstehen, dass die Zukunft von Großzügigkeit und Solidarität abhängt." 

Palombo ist bekannt für provokante Streetart zu sozialen Themen. Im vergangenen Jahr zeigte er anlässlich des internationalen Tags gegen Männergewalt Plakate mit Bildern von Angela Merkel, Hillary Clinton und anderen mächtigen Frauen mit zerschrammten Gesichtern, blutigen Lippen und blauen Augen.  

Von Papst Franziskus tauchen immer wieder Graffiti in Rom und anderen Städten auf. So gibt es Darstellungen von ihm als Superman, Fensterputzer oder als Tic-Tac-Toe-Spieler sowie einen Pontifex, der US-Präsident Trump küsst oder ein Wandbild, das den Papst mit einem Kind auf den Schultern zeigt, das die Worte "Stop abuse" ("Stoppt Missbrauch") auf eine Wand sprüht. (cbr)