Im Paderborner Dom wird am Samstag gegen Covid-19 geimpft

Paderborner Dompropst über Impfaktion: Brauchen mehr als Appelle

Aktualisiert am 10.12.2021  –  Lesedauer: 

Paderborn ‐ Ungefähr 1.000 Menschen werden am Samstag im Paderborner Dom erwartet, um sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Dompropst Joachim Göbel sieht die Aktion als Zeichen – und hat bisher keine kritische Rückmeldung bekommen.

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Mit der Impfaktion an diesem Samstag im Paderborner Dom will das Erzbistum laut Dompropst Joachim Göbel ein Zeichen setzen. "Wir können es ja nicht bei Appellen belassen, sondern das, was wir tun können, in dem Fall einen Raum zur Verfügung stellen, sollten wir dann auch bitte tun", sagte Göbel in einem Interview mit dem Kölner "Domradio" (Freitag). Der Papst und Erzbischof Hans-Josef Becker hätten bereits mehrfach eindringlich zum Impfen aufgefordert.

Ungefähr 1.000 Menschen würden zwischen 10 und 17 Uhr für eine Erst-, Zweit-, oder Drittimpfung im Hohen Dom zu Paderborn erwartet. Organisiert werde die Impfaktion vom Kreis Paderborn und durchgeführt vom Deutschen Roten Kreuz und den Maltesern. Die eigentliche Impfstraße sei in einem Kreuzgang und ende am Eingang zum Dom, "sodass der Dom selber als liturgischer Raum der Ort ist, wo die Menschen dann diese empfohlene Viertelstunde verbringen können, sich aufhalten können, sodass wir auch die Gottesdienste normal feiern können zu den Zeiten, die angesetzt sind", sagte Göbel. Er finde es schön, dass viele Menschen aus diesem Anlass in den Dom kämen. "Und schaden kann es ja nicht, im Advent mal eine Viertelstunde im Dom zu sitzen und dann ein bisschen zu sich zu kommen."

Keine kritischen Rückmeldungen in Paderborn

Kritische Rückmeldung zur Impfaktion habe er noch nicht bekommen. Der Kirchenraum sei ein sakraler Raum, dies hindere aber nicht daran, sich "den Menschen, der ja auch ein besonderer sakraler Raum ist, nämlich Gottes Geschöpf, mit einer göttlichen Seele begabt" in bestimmten Situationen in diesem Raum anders zuzuwenden.

Impfaktionen gegen Covid-19 wurden und werden in zahlreichen Kathedralen und Kirchen durchgeführt. Impfungen gab es unter anderem in zentralen Kirchengebäuden in Dresden, Worms oder München. Seit August wird auch im Wiener Stephansdom geimpft. Solche Impfaktionen in Kirchen werden unter Gläubigen kontrovers diskutiert. Experten hatten schon im Sommer darauf hingewiesen, dass Kirchen mit ihren hohen und großen Räumen, sowie mit mehreren Ein- und Ausgängen geeignete Orte für Impfungen sein könnten. Oft sind die Gebäude zentral gelegen und für Impfwillige gut erreichbar. (cbr)