Treffen des Synodalen Wegs in Frankfurt am Main beendet

"Großer Erfolg": Präsidium zufrieden mit dritter Synodalversammlung

Aktualisiert am 05.02.2022  –  Lesedauer: 

Frankfurt am Main ‐ Am Samstag ist die dritte Synodalversammlung in Frankfurt zu Ende gegangen. Aus Sicht der vier Mitglieder des Präsidiums des Synodalen Wegs war sie ein großer Erfolg – und ein Zwischenschritt. Veränderungen müssten jetzt folgen.

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Das Präsidium des Synodalen Wegs hat sich zufrieden mit den Ergebnissen der dritten Synodalversammlung gezeigt. "Die dritte Synodalversammlung ist ein großer Erfolg", betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, am Samstag bei der Abschluss-Pressekonferenz des Synodalen Wegs in Frankfurt. Gleichzeitig betonte Bätzing, dass die jetzigen Beschlüsse nur Zwischenschritte seien. "Wir machen nicht in erster Linie Texte, sondern wir verändern das konkrete Handeln der Kirche", so Bätzing, der auch Präsident des Synodalen Wegs ist. Die Atmosphäre habe er als "sehr vertrauensvoll, vertieft und angstfrei erlebt, getragen von einer großen Hoffnung, dass wir Kirche verändern können".  

Auch die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und des Synodalen Wegs, Irme Stetter-Karp, sprach von einer erfolgreichen Synodalversammlung. "Die Versammlung hat geliefert." Dass bei den ersten drei Texten, die in zweiter Lesung diskutiert wurden, drei Beschlüsse gefasst werden konnten, mache sie zufrieden. Das sei aber kein Anlass, sich "zurückzulehnen", da bei der kommenden Synodalversammlung wichtige Texte zur Diskussion stünden: "Ich erwarte, dass die vierte Synodalversammlung Handlungstexte mit klaren Bischofsvoten verabschiedet", formulierte Stetter-Karp. Die Geschwindigkeit, in der Frauenfrage sei in der katholischen Kirche deutlich langsamer, als das für viele Frauen erträglich sei. "Wir geben uns nicht mit Häppchen zufrieden." Man dürfe nicht darauf warten, dass in der Weltkirche Probleme gelöst würden, die man selbst vor Ort in die Hand nehmen müsse. "Wir müssen hier handeln, hier bei uns, das kann uns niemand abnehmen."

Bode: "Einzigartige Chance"

Der stellvertretende Vorsitzende der DBK, Bischof Franz-Josef Bode betonte, er hätte sich im Vorfeld nicht erhofft, dass alle Textgrundlagen so positiv angenommen werden. "Wir haben die einzigartige Chance jetzt diese Fragen mit in die Weltsynode einzubringen", so Bode. Dafür habe es einen "Rückenwind" aus der Synodalversammlung gegeben, die Anliegen "mit guten Argumenten" zu diskutieren. "Wir müssen mit Pragmatik und Weisheit, leidenschaftlich und sachlich zugleich, unseren Weg weitergehen und in Schwung bleiben", betonte Bode. ZdK-Vizepräsident Thomas Söding zog ebenfalls ein positives Fazit: "Die katholische Kirche kann Synode" sei die Botschaft, die von Frankfurt ausgehe. Er sei mit Optimismus zur dritten Synodalversammlung gereist und sei froh, dass dieser Optimismus nicht getrogen habe.

Angesprochen auf die Gespräche mit der Weltkirche erklärte Bätzing: "Ich glaube an eine Verständigung mit der Weltkirche, wenn auch nicht in allen Punkten." Gleichzeitig betonte der DBK-Vorsitzende: "Rom ist nicht die Weltkirche." Niemand dürfe allerdings glauben, dass es in so wesentlichen Fragen wie beispielsweise der Zulassung von Frauen zu allen sakramentalen Ämtern eine schnelle Lösung gebe. Diese Fragen seien allerdings in der Weltkirche präsent. "Niemand kann sagen, diese Fragen seien einfach geschlossen." Auch die Sexualmoral der Kirche kann nach Ansicht von Bätzing nicht einfach weitergeführt werden, weil sie "viel zu viele Menschen gedemütigt, verletzt und ausgeschlossen hat".

Beim dreitätigen Treffen der rund 215 Synodalen in Frankfurt am Main wurde unter anderem über eine veränderte, moderne Sexualmoral einschließlich einer Neubewertung der Homosexualität, die Öffnung der sakramentalen Ämter für Frauen, eine Lockerung des priesterlichen Pflichtzölibats und einen anderen Umgang mit dem Thema Macht diskutiert. 11 Handlungstexte wurden dabei von den Synodalen in erster Lesung verabschiedet und zur Weiterarbeit an die Foren gegeben. Der Orientierungstext des Präsidiums, der Grundtext des Machtforums und ein Handlungstext zur Beteiligung der Gläubigen bei der Bischofswahl wurden in zweiter Lesung von der Synodalversammlung beschlossen. Alle drei Texte erhielten auch die erforderliche Zweidrittelmehrheit der bischöflichen Vertreter. (cbr)