Ängste und Zurückhaltung unter Gläubigen und Klerus

Weltsynode räumt ein: Laien zweifeln, dass Beitrag berücksichtigt wird

Aktualisiert am 08.02.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Der Vatikan hat eine positive Zwischenbilanz zum weltweiten synodalen Prozess gezogen. Doch der Beteiligungsprozess stehe auch vor einigen Herausforderungen. Unter anderem gibt es Ängste unter Gläubigen und Klerus sowie Misstrauen unter den Laien.

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Laut Vatikan steht der weltweite Synodale Prozess derzeit vor einigen Herausforderungen. "In der Tat wird von Ängsten und Zurückhaltung unter einigen Gruppen von Gläubigen und unter dem Klerus berichtet", heißt es in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung des Sekretariats der Bischofssynode. "Es gibt auch ein gewisses Misstrauen unter den Laien, die bezweifeln, dass ihr Beitrag wirklich berücksichtigt wird." Auch die Corona-Pandemie sei ein Hindernis, da es die Möglichkeit persönlicher Treffen begrenze. Weitere Herausforderungen seien beispielsweise, junge Menschen zur Teilnahme zu bewegen, Menschen einzubeziehen, die "am Rande der kirchlichen Institutionen leben" sowie "das Zögern einiger Kleriker".

Gleichzeitig zog das Synodensekretariat aber auch eine positive Zwischenbilanz rund drei Monate nach der Eröffnung des synodalen Prozesses. "Viele Gläubige sehen den synodalen Prozess als einen entscheidenden Moment im Leben der Kirche, als einen Lernprozess sowie als eine Gelegenheit zur Umkehr und Erneuerung des kirchlichen Lebens", heißt es in der Pressemitteilung. Demnach haben fast 98 Prozent der Bischofskonferenzen und Synoden der Ostkirchen weltweit eine Person oder ein ganzes Team mit der Durchführung der Synode beauftragt. Zudem sei der weltweite synodale Prozess in mehreren afrikanischen, lateinamerikanischen und asiatischen Ländern "mit Freude und Enthusiasmus" begrüßt worden. Dort, wo bereits ein diözesaner oder nationaler synodaler Prozess im Gange gewesen sei oder kurz vor einem Beginn gestanden habe, seien beide synodalen Dynamiken erfolgreich harmonisiert worden. Auf den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland ging das Sekretariat der Bischofssynode nicht direkt ein.

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Zudem gebe es ein "wachsendes Bewusstsein", dass die synodale Umkehr, zu der alle Getauften aufgerufen seien, einen langwierigen Prozess darstelle, der auch weit über die Weltbischofssynode 2023 hinausgehen werde. "Überall auf der Welt besteht der Wunsch, dass dieser synodale Weg, der auf lokaler Ebene begonnen hat, weit über die Synode 2021-2023 hinaus fortgesetzt wird, damit die konkreten Zeichen der Synodalität zunehmend als konstitutiv für die Kirche sichtbar werden." Darüber hinaus kündigte der Vatikan eine Mitteilung an die Diözesen und Bischofskonferenzen mit weiteren Einzelheiten zur Anfertigung der Berichte über die örtlichen Beratungen für die Synode an. "Die Note schlägt vor, dass die Erstellung des Berichts selbst ein Akt der Unterscheidung ist, d.h. die Frucht eines spirituellen Prozesses und einer Teamarbeit."

In Vorbereitung der Weltbischofssynode 2023 "Für eine synodale Kirche – Gemeinschaft, Teilhabe und Mission" hat Papst Franziskus Anfang Oktober einen zunächst auf zwei Jahre angelegten weltweiten synodalen Prozess gestartet. Zu diesem sollen Prozess sollen nach Wunsch von Papst Franziskus alle Gläubigen und Ortskirchen einen wesentlichen Beitrag leisten und sich daran beteiligen. Die Rückmeldungen aus den Ortskirchen werden nach einer ersten Phase gesammelt und dienen dann Bischöfen auf kontinentaler Ebene als Beratungsgrundlage. Aus diesen Beratungen entsteht ein "Instrumentum laboris" für die Bischofssynode 2023. (cbr)