Austen: Reformprozess weit mehr als ein "Debattierklub"

Nach Brief der Nord-Bischöfe: Bonifatiuswerk verteidigt Synodalen Weg

Aktualisiert am 11.03.2022  –  Lesedauer: 
Nach Brief der Nord-Bischöfe: Bonifatiuswerk verteidigt Synodalen Weg
Bild: © Bonifatiuswerk

Paderborn ‐ In einem Offenen Brief hatten die Bischöfe Nordeuropas ihre Bedenken am Synodalen Weg geäußert und davor gewarnt, "dem Zeitgeist nachzugehen". Der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen, hat den Reformprozess jetzt verteidigt.

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Das Bonifatiuswerk hat nach der Veröffentlichung eines Offenen Briefs der nordischen Bischöfe den Synodalen Weg verteidigt. "Die Themen und Inhalte sowie die notwendigen Reformen, die derzeit diskutiert werden, sollen zu einer Vergewisserung der Glaubensinhalte beitragen, sie bedeuten aber auch eine Herausforderung und können zu einer Zerreißprobe führen", sagt der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Monsignore Georg Austen, in einer Stellungnahme am Freitag. Vor dieser Zerreißprobe solle man jedoch keine Angst haben. In der Kirchengeschichte habe es immer wieder ein Ringen darum gegeben, wie das Evangelium Jesu Christ gelebt und verkündet werden könne. "Dabei geht es nicht darum, einem Zeitgeist nachzugehen, sondern um die Frage, wie das Evangelium zeitgerecht in die Welt von heute übersetzt werden kann", so Austen.

Die Vertreter der Nordischen Bischofskonferenz hätten als Beobachter "selbstverständlich das Recht, ihre Meinung und ihre Bedenken zum Synodalen Weg in Deutschland" zu äußern. "Wir als Bonifatiuswerk nehmen wahr, dass die Vertreterinnen und Vertreter beim Synodalen Weg bisher weit mehr als einen Debattierklub bilden", so Austen weiter. Die Anliegen und Themen, die beim Synodalen Weg zur Sprache kämen, machten aber nicht an der deutschen Grenze halt. Der Synodale Weg sei nicht zuletzt auch als geistlicher Erneuerungsprozess der Kirche zu verstehen, es gelte dabei selbstverständlich, die Einheit in der Vielfalt in Deutschland und darüber hinaus im Blick zu behalten. "Mein Wunsch wäre, dass dieses Ringen für notwendige Schritte wie etwa die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche und die weiteren erforderlichen Reformen durch gegenseitigen Respekt, Mut und Zuversicht getragen werden", so der Geistliche.

Bätzing will nordischen Bischöfen antworten

Sich gegenseitig mit allen Sorgen und Fragen wahrzunehmen, erlebe man im Bonifatiuswerk gerade mit Blick auf die Beziehungen mit der Kirche im Norden Europas als große Bereicherung. "Dies ist allerdings keine Einbahnstraße, sondern ein gegenseitiger Dialog- und Lernprozess", sagte Austen.

Am Mittwochabend hatten die Bischöfe Nordeuropas in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, Bedenken am Synodalen Weg geäußert. Sie seien besorgt über "die Richtung, die Methodik und den Inhalt". Es müsse vor jenen Themen Halt gemacht werden, "die unveränderliche Teile der Lehre der Kirche beinhalten". Wahre kirchliche Reformen hätten seit jeher darin bestanden, "die auf göttliche Offenbarung und authentische Tradition fundierte katholische Lehre zu verteidigen, zu erklären und in glaubwürdige Praxis umzusetzen". Es gehe eben nicht darum, "dem Zeitgeist nachzugehen", so die Bischöfe Nordeuropas. Wie flüchtig dieser sei, könne man täglich beobachten. Die Nordische Bischofskonferenz umfasst die Bischöfe der Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Bätzing kündigte am Ende der DBK-Vollversammlung am Donnerstag an, auf das Schreiben zu antworten. (cbr)