Voraussetzungen und Ausbildungsweg

Motivation aus christlichem Glauben

Aktualisiert am 06.01.2015  –  Lesedauer: 
Ein Pfarrer spricht im Gottesdienst mit seiner Gemeinde.
Bild: © KNA
Priesterausbildung

Bonn ‐ Die wichtigste Voraussetzung für den Beruf des Priesters ist die religiöse und menschliche Eignung. Das Amt steht aber auch "Spätberufenen" offen.

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Eignung & Voraussetzungen

Folgende Eigenschaften sind wichtig:

- Die geistliche, kirchliche und menschliche Grundeinstellung zum geistlichen Amt als Dienst am Heiligen und an den Menschen ist unerlässlich.

- Motivation aus dem christlichen Glauben

- menschliche Reife und Beziehungsfähigkeitkörperliche und psychische Belastbarkeit

- Offenheit für andere Länder, Kulturen und Lebensweisen

- Bereitschaft, neue Fremdsprachen zu erlernen

- Bereitschaft, im Team zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen

- Kontakt- und KommunikationsfähigkeitIdeenreichtum und Flexibilität

- Organisationstalent  

Um sich als Priesteramtskandidaten zu bewerben, sollten folgende formale Voraussetzungen erfüllen werden:

- Empfang der Firmung

- die Allgemeine Hochschulreife (Erwachsene können diese auch in kirchlichen Häusern erwerben)

- Zweiter Bildungsweg für Spätberufene: Interessierte, die keine Allgemeine Hochschulreife aber eine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen und mindestens 25 Jahre alt sind, können in abgewandelter Form studieren

- Bereitschaft für ein zölibatäres Leben und die Freiheit, sich ein Leben lang durch die Weihe für den priesterlichen Dienst zu entscheiden.

Die Bewerber richten ihre vollständige Bewerbung mit der Bitte unter die Priesteramtskandidaten des Bistums aufgenommen zu werden, entweder an die Diözesanstelle oder an das Generalvikariat ihres Bistums. Der Bischof entscheidet auf Empfehlung des Regens über die Aufnahme der Priesteramtskandidaten.

Ausbildung

In der gut siebenjährigen Ausbildung (fünf Jahre Studium, zwei Jahre Pastoralkurs) durchlaufen die Priesteramtskandidaten verschiedene Stationen:

- Propädeutikum (sechsmonatiger Vorkurs), darin enthalten ist unter anderem ein Sozialpraktikum, ein vierwöchiges Gemeindepraktikum und eine rund fünfwöchige Bibelschule in Israel

- Studium der katholischen Theologie (rund zehn Semester) inkl. Praktika, geistlicher Begleitung und Studienortwechsel für zwei Semesterwährenddessen leben die Kandidaten im Theologenkonvikt

- Pastoralkurse (Seminare und Fortbildungen)

- Diakonweihe14-monatiges Praktikum in einer Gemeinde, Einsatz als Diakon

- Pastoralkurse

- Gewisse Formalien für die Zulassung zur Weihe müssen erfüllt werden; es werden Dokumente verlangt (u.a. Schulzeugnisse, Diplomzeugnis Theologie, Gesundheitszeugnis, Taufschein, Stellungnahmen des Heimatpfarrers)

- Priesterweihe

- Einführung in den priesterlichen Dienst durch Tätigkeit als Kaplan sowie Teilnahme an Kurswochen und Arbeitsgemeinschaften

- Pfarramtsexamen nach etwa drei Dienstjahren

In der Regel erhält der Priester nach seinem Pfarrexamen eine weitere Anstellung als Kaplan in einer anderen Gemeinde. Erst danach wird den Priestern heutzutage die Gemeindeleitung als Pfarrer übertragen.