Kritik an Aktion "Deutschland betet gemeinsam" – Hartl wehrt sich
Newsticker: Corona und die Kirche, 8. April

Kritik an Aktion "Deutschland betet gemeinsam" – Hartl wehrt sich

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 08.04.2020

17:45 Uhr: 500.000 Euro für Corona-Projekte von Caritas international

Das Erzbistum Freiburg unterstützt den Corona-Nothilfefonds von Caritas international mit einer halben Million Euro. "Das Corona-Virus trifft uns alle. Aber wer in Ländern ohne funktionierendes Gesundheits- und Sozialsystem leben muss, der spürt die Folgen deutlich härter", sagte Erzbischof Stephan Burger am Mittwoch in Freiburg. Christen seien zu Solidarität nicht nur vor Ort, sondern weltweit aufgerufen.

Die Mittel stammen aus verschiedenen Einzelhaushalten der Diözese, konkret der Hauptabteilung Weltkirche für "vergessene Katastrophen", die also nicht im Blick der Medien sind, einem Soforthilfe-Fonds für Katastrophen sowie einem Etat für "Fluchtvermeidungsstrategien".

Gleichzeitig stellte die Diözese für Corona-Hilfen in Baden-Württemberg weitere 140.000 Euro bereit. Diese Gelder aus der Stiftung des Erzbischöflichen Stuhls fließen in die Arbeit von Tafeln, Wohnungslosenhilfe und Sozialstationen der Caritas.

Caritaspräsident Peter Neher beschrieb die Corona-Krise als enorme, globale Herausforderung. "Noch nie mussten wir unter so extremem Zeitdruck gleichzeitig in so vielen Ländern der Welt unter so schwierigen Rahmenbedingungen Hilfsprojekte starten."

Die Gelder würden verwandt, um die medizinische Grundversorgung aufrecht zu erhalten, Hygiene-Artikel und Atemschutzmasken zu verteilen und um Aufklärungskampagnen zu organisieren. Unter anderem würden Projekte der Caritas Indien finanziert. So gehe es um einen Ausbau von Virus-Testkapazitäten in fünf Kliniken, um die Verteilung von Lebensmitteln an Müllsammler und Tagelöhner sowie um die lokale Herstellung von Atemschutzmasken. Nach eigenen Angaben hat Caritas international in den vergangenen Wochen weltweit 22 Corona-Hilfsprojekte begonnen. (KNA)

17:15 Uhr: Papst verzichtet wegen Corona auf Fußwaschungs-Ritual

Papst Franziskus verzichtet angesichts der Corona-Pandemie auf die traditionelle Fußwaschung am Gründonnerstag. Das geht aus Informationen des vatikanischen Presseamts am Mittwoch hervor. Bereits vor zwei Wochen hatte der Vatikan entsprechende Richtlinien für Bischöfe weltweit erlassen, um eine Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Auch der Kreuzweg des Papstes am Karfreitagabend findet nicht wie sonst am Kolosseum statt, sondern in abgeänderter Form vor dem Petersdom.

Die Fußwaschung erinnert an eine Geste, die Jesus als Zeichen der Liebe gegenüber seinen Jünger beim letzten Abendmahl vollzog. Sie hat in der katholischen Liturgie ihren Platz im Gottesdienst am Gründonnerstagabend, ist aber nicht vorgeschrieben. Papst Franziskus feierte seine Gründonnerstagsmessen meist mit Häftlingen in römischen Gefängnissen, aber auch in einer Behinderteneinrichtung und einem Flüchtlingsheim.

In diesem Jahr erfolgen die päpstlichen Zeremonien der Kar- und Ostertage hauptsächlich im Petersdom und ohne Teilnahme von Gläubigen. Der Kreuzweg am Karfreitag, eine Meditation über die 14 Stationen des Leidensweges Jesu, wird vom antiken Amphitheater Kolosseum in der römischen Innenstadt auf den Petersplatz verlegt. Die Prozession halten nach Vatikanangaben zwei Gruppen von jeweils fünf Personen aus der Haftanstalt "Due Palazzi" in Padua und vom vatikanischen Gesundheitsamt.

Reduziert wird auch das Programm der Osternacht. Die Segnung des Feuers, an dem die Osterkerze entzündet wird, erfolgt beim Vierungsaltar in der Mitte des Petersdoms. Daran schließt sich eine Prozession in den westlichen Kreuzarm der Basilika an. Das Weiterreichen des Osterlichts an Gläubige entfällt. Auch Erwachsenentaufen finden anders als in früheren Jahren nicht statt.

Am Ostersonntag feiert der Papst die Messe wiederum im Westarm des Petersdoms statt wie sonst auf dem Petersplatz. Seine Osterbotschaft verkündet Franziskus vor der sogenannten Confessio, dem Petrusgrab. Anschließend erteilt er den Segen "Urbi et orbi", "der Stadt und dem Erdkreis". (KNA)

16:40 Uhr: Erzbischof: Auch verfolgte Christen müssen Ostern allein feiern

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sieht in der diesjährigen Feier von Ostern eine Verbindung zu bedrohten Christen in der ganzen Welt. Dass in Deutschland das Fest nur in den eigenen vier Wänden begangen werde, verbinde mit den verfolgten Schwestern und Brüdern, sagte Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Mittwoch in Bamberg. Er verwies etwa auf Nordkorea, China und islamistisch beherrschte Regionen. "Vielleicht können wir in diesem Jahr die Situation der verfolgten und bedrängten Christen besser verstehen."

Der Erzbischof verwies auch auf die Geschichte, etwa die Christenverfolgung im Römischen Reich, später dann in Japan oder Korea und zuletzt in vielen kommunistischen Staaten des Ostblocks. Dort seien bis zur Wende keine öffentlichen Osterfeiern möglich gewesen. "Dennoch haben die Christen auch in diesen Situationen die Auferstehung Christi gefeiert, wie es möglich war, oft unter großer Gefahr für Leib und Leben und mit der Sehnsucht, dieses höchste Fest der Christenheit wieder öffentlich und in Freiheit begehen zu können", so Schick. (KNA)

16:20 Uhr: Jüdische Vertreter ziehen Unterstützung für Gebetsaktion zurück

Zwei jüdische Religionsvertreter haben sich von der Aktion "Deutschland betet gemeinsam" distanziert. Der sächsische Landesrabbiner Zsolt Balla und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle an der Saale, Max Privorozki, ließen ihre Namen von der Unterstützerliste nehmen. Das bestätigte das verantwortliche Augsburger Gebetshaus der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Gründe für diese Bitte wurden uns nicht genannt. Wir bedauern dies sehr, die Gebetsaktion hat schließlich ein Signal gegen den Antisemitismus als wichtiges inhaltliches Anliegen." Balla wollte sich auf Anfrage nicht äußern, Privorozki war nicht erreichbar.

Kritik an dem Gebet formulierte derweil das Online-Magazin "Die Eule": Wenn Politiker und Gemeindeleiter "in schwarz-rot-goldener Ästhetik die ganze Nation zum Gebet aufrufen, wird man fragen müssen, wer eigentlich einlädt und welcher Ideologie sich das Ansinnen verdankt". Und weiter: "Warum soll mitten in der globalen Corona-Krise für ein einzelnes Land gebetet werden? Widerspricht dies nicht dem christlichen Denken, nach dem Gott der Schöpfer aller Menschen und der ganzen Welt ist? Feiert hier ein nationales Christentum im Schatten der Krise ein Comeback?" Zudem glichen Teile des Gebets einem Schuldbekenntnis, als sei Corona Folge von Sünde. Der Gebetshaus-Leiter und katholische Theologe Johannes Hartl erwiderte bei Twitter, der Artikel "stellt Anliegen der Aktion und Vielfalt der Initiatoren und Unterstützer stark verzerrt dar. Wir weisen diese Darstellung als unzutreffend zurück."

Christen diverser Konfessionen wollen an diesem Mittwoch in der Corona-Krise bundesweit Gott anrufen. Geplant ist laut Gebetshaus von 17 bis 18.30 Uhr ein Gebet "für Kranke und Gesunde, für alle, die jetzt wichtige Dienste leisten". Verbinden könnten sich die Gläubigen online. Der Termin zum Beginn des jüdischen Pessachfestes solle "auch ein deutliches Signal gegen Antisemitismus in unserem Land" sein. Schirmherr der Aktion ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Weitere Unterstützer sind etwa Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), Musiker Peter Maffay, Fußballtrainer Heiko Herrlich sowie die katholischen Bischöfe Michael Gerber (Fulda), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Stefan Oster (Passau) und ihr ernannter Augsburger Amtsbruder Bertram Meier. (KNA)

16:05 Uhr: Theologe: Pfarrer ähnlich wichtig wie systemrelevante Berufe

Der Freiburger Theologe Stephan Wahle hat seine Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass Kirchenleute in der Corona-Krise nicht stärker wahrgenommen werden. "Es ist richtig, dass sich Politiker bei den Beschäftigten in der Medizin, der Pflege und dem Lebensmittelhandel bedanken. Gleichzeitig fällt auf, dass die Kirche dabei selten bis gar nicht erwähnt wird", teilte der katholische Theologieprofessor am Mittwoch mit. Schließlich habe gerade in Krisenzeiten das kirchliche Angebot in Form religiöser Zeremonien und Riten etwa Tröstendes. "Deshalb sind Pfarrer ähnlich wichtig wie systemrelevante Berufe", so Wahle.

Die neuen digitalen Formate, die die Kirchen seit Beginn der Corona-Krise verstärkt einsetzen, sieht Wahle zunächst einmal positiv. "Das kommt vielen Bürgern, die ihre spirituellen Bedürfnisse ohnehin schon so leben, entgegen", erläuterte der Professor, der an der Uni Freiburg die Arbeitsstelle Liturgie, Musik und Kultur am Arbeitsbereich Dogmatik und Liturgiewissenschaft leitet. Der digitale Weg könne jedoch nur ein zusätzlicher sein. "Es gibt zwei Arten von Gottesdiensten", erläutert Wahle. Zum einen die, die individuellen Zuspruch durch Gebet oder Segen geben. Sie könnten digital längerfristig möglich sein. Bei den Gottesdiensten hingegen, die einen Auftrag erfüllen, indem etwa Eucharistie gefeiert wird, sei die körperliche und gemeinschaftliche Anwesenheit wichtig. (epd)

16 Uhr: Bischof Fürst sieht österliche Hoffnungszeichen

Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst sieht aktuell im Bistum viele "österliche Hoffnungszeichen". Mit "großer Kreativität" hätten die Kirchengemeinden, Dekanate, Verbände, Orden und Organisationen in Württemberg Wege gefunden, damit die Katholiken trotz der Pandemie die Kar- und Ostertage miteinander begehen könnten.

Fürst betonte am Mittwoch, während der Kar- und Ostertage würden mehr als 200 Gottesdienste übertragen. Fürst selbst feiert Gottesdienste im Rottenburger Dom Sankt Martin, die live gestreamt werden. Weitere Angebote und Informationen bietet die Homepage der Diözese. "Das ist unser aller Zeichen, dass niemand alleine ist und dass wir gemeinsam und im Gebet diese schweren Zeiten überbrücken können, bis das Leben - auch in der Kirche - wieder auf neue Weise Fahrt aufnimmt."

Der Bischof betonte, Gott sei "bei jedem und jeder Kranken und durchleidet mit ihnen jedes Schicksal, jedes einzelne Leiden". Gott entziehe sich nicht dem Leiden und Tod, sondern trage beides mit. Auch das Virus und die Pandemie hätten nicht das letzte Wort, sondern würden überwunden. (KNA)

15:45 Uhr: Bistum Osnabrück überträgt neunstündiges Gebet live auf Instagram

Eine insgesamt neunstündige Gebetswache überträgt das Bistum Osnabrück in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag live auf seinem Instagram-Kanal. Zwischen 22.00 und 7.00 Uhr wird aus verschiedenen Kirchengemeinden gesendet, darunter Norderney, Bremen, Lingen und Osnabrück. Vertreten sind alle diözesanweit zehn Dekanate, wie das Bistum am Mittwoch ankündigte. Mit den Gebetswachen am Gründonnerstag erinnern Christen an das Leiden und die Todesangst Jesu vor seiner Kreuzigung.

Zuvor beginnt laut Angaben am Gründonnerstag um 19.00 Uhr auf der Internetseite des Bistums die Übertragung eines nichtöffentlichen Gottesdienstes aus dem Osnabrücker Dom mit Bischof Franz-Josef Bode. Ebenfalls auf Youtube übertragen würden der Karfreitagsgottesdienst um 15.00 Uhr mit Weihbischof Johannes Wübbe und die Osternachtfeier am Karsamstag um 20.30 Uhr mit Bischof Bode. (KNA)

15:40 Uhr: Jesuit und Publizist Madelin an Corona gestorben

Der französische Jesuit und Publizist Henri Madelin ist am Mittwoch mit 84 Jahren durch das Coronavirus gestorben. Wie die Zeitung "La Croix" weiter berichtet, wurde er bereits zwei Wochen in einem Krankenhaus in Lille behandelt.

Madelin war von 1979 bis 1985 Provinzialoberer der Jesuiten in Frankreich. Zudem lehrte er am Institut für Politische Studien (IEP) und dem Institut für Sozialstudien (IES) des Katholischen Instituts in Paris.

Von 1995 bis 2002 war Madelin Chefredakteur des französischen Jesuiten-Magazins "Etudes". Zwischen 2005 und 2019 beobachtete er die Entwicklungen in Europa für das Europäische Büro der Jesuiten (OCIPE). Zusammen mit der Journalistin Caroline Pigozzi publizierte er 2014 ein Porträt von Papst Franziskus. (KNA)

15:20 Uhr: Junge Katholikinnen sehen Frauen in Corona-Krise mehr gefährdet

Junge Katholikinnen beklagen eine Vergrößerung der Ungleichheit zwischen Frauen und Männern infolge der weltweiten Corona-Pandemie. Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, seien mehrheitlich weiblich. Von häuslicher Gewalt während der Kontaktsperre seien besonders Frauen betroffen, teilte das Präsidium der Bundesfrauenkonferenz im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Mittwoch in Düsseldorf mit. "Lasst Frauen in dieser Ausnahmesituation nicht allein!", so der Appell.

Deswegen fordern die Initiative, dass die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften, Krankenschwestern, Sozialarbeiterinnen sowie Kassiererinnen deutlich verbessert werden müssten. "Vor allem müssen diese Berufsgruppen endlich besser entlohnt werden." Zudem müssten Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen niedrigschwellig erreicht werden können. Es müssten neue Kapazitäten geschaffen werden, und auch geflüchteten Frauen müsste der Zugang offenstehen.

Unterstützung benötigten zudem wohnungslose Frauen und Prostituierte. Der BDKJ lenkte den Blick auch auf die Situation von Hebammen in Deutschland. Sie seien essenziell für eine angemessene Versorgung rund um die Geburt. Hebammen müssten in der Gesundheitsversorgung mitberücksichtigt und ausreichend mit Schutzausrüstung ausgestattet werden. (KNA)

15:10 Uhr: Erster an Covid-19 erkrankter Kardinal auf dem Weg der Besserung

Angelo De Donatis (66), der erste positiv auf das Coronavirus getestete Kardinal, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Dies teilte das Bistum Rom am Mittwoch mit. De Donatis, Kardinalvikar des Papstes für das Bistum Rom, war am 30. März getestet worden und wird seither in der römischen Gemelli-Klinik behandelt. "Gott sei Dank bessert sich mein Zustand und bald dürfte ich entlassen werden können", heißt es in einem veröffentlichten Schreiben des Kardinals an Gläubige und Mitarbeiter der Diözese. Er danke dem Klinikpersonal für ihre Arbeit und Sorge sowie vielen anderen für ihre Gebete. (KNA)

15:05 Uhr: New Yorker Kathedrale wird durch Corona zum Feldlazarett

Vor der New Yorker anglikanischen Kathedrale in Manhattan entsteht bis Ende der Woche ein Feldlazarett für mindestens 200 Patienten. Wie der Dekan der Episkopalkirche St. John the Divine, Clifton Daniel, am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, soll das improvisierte Krankenhaus aus mehreren Zelten bestehen. Die Krypta der Kathedrale solle als Aufenthaltsort für medizinisches Personal genutzt werden. In der Krise werde die Kirche der Gemeinschaft helfen und als Ort der Zuflucht und Heilung zur Verfügung stehen, sagte der Dekan.

Das Projekt wird von der Hilfsorganisation "Samaritan's Purse" des evangelikalen Predigers Franklin Graham unterstützt. Die Kooperation zwischen der liberalen Episkopalkirche und Graham ist ungewöhnlich, da sich der evangelikale Pfarrer in der Vergangenheit regelmäßig kritisch über Schwule und Lesben äußerte. Graham erklärte dazu, seine Organisation sei nicht dazu da, "um über die Homo-Ehe zu sprechen. Wir sind da, Leben zu retten."

Bürgermeister Bill de Blasio kündigte vor Reportern an, die Arbeit des Feldlazaretts "überwachen" zu wollen; er wolle sicherzustellen, dass dort niemand diskriminiert werde. New York ist das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. Bislang haben sich nachweislich rund 140.000 Menschen infiziert; rund 5.500 sind an den Folgen der Infektion gestorben. (KNA)

14:55 Uhr: Dresdner Bischof: Einschränkungen wegen Corona streng beachten

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers hat eindringlich zur Einhaltung der Beschränkungen infolge der Corona-Krise gemahnt. Die staatlichen und kirchlichen Regelungen wie das Verbot öffentlicher Gottesdienstfeiern seien "streng zu beachten", erklärte Timmerevers am Mittwoch in Dresden.

"Sie sind keine Gängelungen oder übertriebene Vorsicht, sondern unausweichliche Notwendigkeiten", betonte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen. Zugleich äußerte er sich überzeugt, dass die christliche Osterbotschaft von Tod und Auferstehung trotz vieler schmerzlicher Einschränkungen "als Botschaft unseres Glaubens trägt".

Nach Angaben des Bistums feiern die Priester in dessen sächsischen und ostthüringer Pfarreien die Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostern "soweit möglich in den geschlossenen Pfarrkirchen stellvertretend für ihre Gemeinden". Mehrere Pfarreien übertragen sie live per Internet, um den Gläubigen auf diese Weise eine Teilnahme zu ermöglichen. Timmerevers feiert die Gottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag und in der Osternacht in der Leipziger Propsteikirche. Am Ostersonntag leitet der Bischof den Gottesdienst in der Basilika Wechselburg, am Ostermontag zelebriert er in der Pfarrkirche Heilige Familie in Dresden-Zschachwitz. (KNA)

14:40 Uhr: Kirche in Italien stellt 200 Millionen Euro für Krise bereit

Italiens Bischofskonferenz stellt 200 Millionen Euro für die Folgen der Corona-Krise bereit. Davon werden 156 Millionen für direkte Nothilfe oder in Schwierigkeiten geratene Einrichtungen unter den Diözesen verteilt, wie die Bischofskonferenz (Mittwoch) in Rom mitteilte.

Das Geld stammt demnach aus der staatlich erhobenen Religions- und Kultursteuer, der Hauptfinanzierungsquelle der katholischen Kirche in Italien; sie war im Haushalt für den Unterhalt von Kirchengebäuden vorgesehen. Die Gesamtsumme der Steuerzuwendung betrug 2019 rund 1,07 Milliarden Euro.

Weiter hieß es, die Sondermittel würden Ende April ausgezahlt und müssten bis Jahresende aufgebraucht werden. Über die Verwendung sei genau Rechenschaft abzulegen. (KNA)

14:30 Uhr: Hilfswerk startet zu Ostern Solidaritätsaktion per Video

Das katholische Hilfswerk missio veranstaltet an Ostern unter dem Motto "Bibelteilen gegen Corona" eine weltkirchliche Video-Solidaritätsaktion. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sowie missio-Partner aus sechs Ländern veröffentlichen deswegen am Ostersonntag kurze Videobotschaften, wie das Hilfswerk am Mittwoch in Aachen mitteilte. In diesen Videos schildern sie ihre aktuellen Herausforderungen aufgrund der Corona-Pandemie, aber auch, woraus sie Kraft schöpfen oder welches Bibelwort sie an Ostern besonders anspricht.

Neben dem Vorsitzenden der Kommission Weltkirche bei der Deutschen Bischofskonferenz, Schick, beteilige sich auch missio-Präsident Dirk Bingener an der Aktion, hieß es weiter. Die Partner des Hilfswerks berichteten aus Tansania, den Philippinen, Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo, Kenia und Burkina Faso. Man wolle mit der Aktion "ein Band der Solidarität zwischen den Menschen in Deutschland, Afrika und Asien knüpfen", so die Hilfsorganisation.

Alle Videobotschaften werden laut missio am Ostersonntag um 6.00 Uhr morgens auf www.missio-hilft.de/ostern veröffentlicht. (KNA)

14:15 Uhr: "Lichterando" – Ministranten starten Lieferdienst für Osterlicht

"Lichterando" heißt der neue Lieferdienst der Würzburger Ministranten für das Osterlicht. In den teilnehmenden Pfarrgemeinden können sich Interessierte bei einer Anlaufstelle melden und erhalten das Licht dann am Ostersonntag oder den Folgetagen gebracht. Damit die Übergabe kontaktlos erfolgt, müssen die Empfänger ein Windlicht, eine Laterne oder Ähnliches vor die Tür stellen. Dieses wird dann von den Ministranten bei einem Spaziergang entzündet. Mit der Aktion reagiert die Fachstelle Ministrantenarbeit in der Diözese Würzburg auf den Corona-bedingten diesjährigen Ausfall der Ostergottesdienste. (KNA)

14 Uhr: Erzbischof Heße mit besonderen Gottesdiensten im Live-Stream

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße verändert vor Ostern seine täglichen Gottesdienst-Übertragungen im Internet um 11.00 Uhr. Von Gründonnerstag bis Karsamstag werde er aufgrund des Charakters dieser Tage andere Gottesdienstformen wählen, teilte das Erzbistum am Mittwoch mit. So plane er für Gründonnerstag ein Eucharistisches Gebet. An Karfreitag werde der Erzbischof den Kreuzweg beten in Erinnerung an den Leidensweg Jesu Christi in Jerusalem. Für Karsamstag sei eine Trauermette geplant.

Seit Mitte März feiert Erzbischof Heße wegen der Corona-Krise täglich um 11.00 Uhr einen Gottesdienst in seiner Hauskapelle und überträgt diesen bei Facebook. Die Feiern können auf der Homepage des Erzbistums (www.erzbistum-hamburg.de) mitverfolgt werden. Öffentliche Gottesdienste sind aufgrund der Pandemie verboten.

In der Woche vor Ostern können darüber hinaus Impulse und Gebete von ihm per Telefon angehört werden. Die Wortbeiträge sind unter (0 40) 1 81 28 50 abrufbar. Gedacht ist dies laut Erzbistum als Service in der Corona-Krise vor allem für Ältere und Gläubige, die nicht online sind. (KNA)

13 Uhr: In Belgien läuten zu Ostern alle Glocken

Am Ostersonntag um zwölf Uhr sollen in Belgien die Glocken aller katholischen Kirchen läuten. Das teilte die Belgische Bischofskonferenz am Mittwoch in Brüssel mit. "Wie die Karwoche wird auch Ostern still sein", so die Bischöfe. Die Corona-Pandemie werde die Menschen in vielen Teilen der Welt daran hindern, sich in den Kirchen zu versammeln, um diesen wichtigen Feiertag gemeinsam zu begehen. Gläubige könnten aber die liturgischen Feiern über Radio, TV oder Livestreams verfolgen. In Belgien gilt seit 18. März eine Ausgangssperre. (KNA)

12:55 Uhr: Experte beobachtet rasantes Wachstum bei Online-Gottesdiensten

Ein rasantes Wachstum von kirchlichen Online-Angeboten beobachtet der Mainzer Medienpädagoge Andreas Büsch. "Wir erleben Live-Übertragungen der Gottesdienste, Pfarrer und Gemeinden probieren sich in den Sozialen Netzwerken aus, Online-Chats zwischen Pfarrer und Gemeindemitgliedern finden statt", sagte Büsch der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" (Mittwoch). "Bis vor einiger Zeit galten ein elektronischer Terminkalender des Pfarrers und eine E-Mail-Adresse schon als Teil einer Digitalstrategie." Das habe sich in Zeiten der Corona-Krise grundlegend geändert, sagte Büsch, der die katholische Deutsche Bischofskonferenz in Digitalfragen berät.

Zugleich räumte der 56 Jahre alte Experte ein, dass sich speziell Katholiken mitunter schwer tun in der virtuellen Welt, weil die körperliche Präsenz in der katholischen Kirche eine besondere Bedeutung spiele. "Mithilfe von digitalen Techniken tritt man anders miteinander in Kontakt, nonphysisch", erläuterte Büsch. "Das ist eine Abkehr des bisherigen territorialen Organisationsprinzips der Kirche: Wo ich lebe, gehöre ich einer Gemeinde an. Im Netz ist die Kommunikation potenziell vollkommen entgrenzt."

Auch nach der Corona-Krise sollte Kirche nach Ansicht des Erziehungswissenschaftlers und Theologen offensiv mit den Möglichkeiten des Internet umgehen. "Wenn die Kirche eine relevante gesellschaftliche Größe bleiben will, muss sie sich dazu verhalten. Nicht mitzusprechen heißt, nicht relevant zu sein", betonte Büsch. Er fügte allerdings hinzu, eine Online-Präsenz könne nicht dauerhaft den direkten Kontakt von Menschen etwa im Rahmen eines Gottesdienstes oder zu anderen Gelegenheiten ersetzen. Büsch sagte, es müsse beides geben: "ein attraktives Online-Angebot. Aber auch die Bank unter der Linde auf dem Marktplatz, auf der man sich trifft". (KNA)

12:45 Uhr: Mitteldeutsche Bischöfe: Keine Kontaktsperre für Osterbotschaft

In einem gemeinsamen Osterwort haben die leitenden Geistlichen der Kirchen in Thüringen und Sachsen-Anhalt zu Zuversicht in der Corona-Krise aufgerufen. "Die Osterbotschaft unterliegt keiner Kontaktsperre", schreiben sie in ihrem am Mittwoch veröffentlichen Appell. "Ostern stärkt die Gewissheit: Wir werden diese Krise überstehen. Es gibt ein Danach. Das Leben ist stärker als der Tod." Unterzeichnet ist das Osterwort von Landesbischof Friedrich Kramer (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland), den Bischöfen Gerhard Feige (Bistum Magdeburg) und Ulrich Neymeyr (Bistum Erfurt) sowie Kirchenpräsident Joachim Liebig (Evangelische Landeskirche Anhalts).

Sie räumen tiefgreifende Einschränkungen infolge der Eindämmungsmaßnahmen auch für Christen ein: "Die Gemeinschaft von Angesicht zu Angesicht fehlt, die Leerstelle einer vom Gebet und Gesang, von Posaunen und Chören erfüllten Kirche kann kein Online-Ostern füllen. Brot und Wein lassen sich nicht virtuell schmecken, das Trinken aus einem Kelch lässt sich nicht simulieren."

Zugleich begrüßen die leitenden Geistlichen, dass Not und Kreativität Neues hervorbrächten. Die Christen lernten, zuhause zu beten, Kar- und Ostertage in Hausandachten zu gestalten und sich über das Glockengeläut zu freuen und sich davon trösten zu lassen. "Dass wir Ostern feiern - in der ein oder anderen Form - war lange nicht so nötig wie in dieser von gegensätzlichen Erfahrungen geprägten Krisenzeit." (KNA)

12:40 Uhr: Wegen Corona: Schick denkt über seine Berufung nach

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die Corona-Krise zum Anlass genommen, über die Situation an sich und seine Berufung nachzudenken. Priester und nicht Arzt sei er geworden, weil er schon früh erfahren habe, wie wichtig das Evangelium und der christliche Glaube für ein gutes Leben seien, schreibt Schick auf der Internetseite seines Erzbistums. Besonders von den Bäuerinnen und Bauern, den Handwerkern und Hausfrauen zuhause habe er viel Theologie und Pastoral gelernt: "Vielleicht mehr als in meinen vielen Studien, die mir aber sehr wichtig und wertvoll sind."

Diese einfachen Leute seien in ihrem Glauben nüchtern und nachdenklich sowie vernünftig und weise auf das Leben ausgerichtet gewesen, notiert der Erzbischof. Bei Katastrophen, Unglücken und Schwierigkeiten litten sie mit und packten zugleich an. Dabei habe er oft die rhetorische Frage gehört: "Wer weiß, wofür es gut ist?" Diese gehe auch ihm derzeit durch den Kopf. Vielleicht, so Schick, um die Achtsamkeit füreinander zu stärken, um die Gleichgültigkeit zu überwinden, die Hilfsbereitschaft zu mehren, mehr Nachdenklichkeit zu pflegen?

Der christliche Glaube biete keine schnellen Antworten und auch oft gar keine, so der Erzbischof, aber er könne zu tieferen Einsichten führen. Vielleicht sei auch die darunter, dass der Mensch nicht alles könne und dürfe, was ihm möglich sei. Es könne auch eine Zeit sein, Geduld zu üben, den Glauben zu vertiefen, die Hoffnung zu verstärken, das Familienleben zu pflegen, mehr zu beten - miteinander und füreinander. (KNA)

12:35 Uhr: Erzbistum Freiburg finanziert Corona-Hilfen mit 140.000 Euro

Das Erzbistum Freiburg stellt für Corona-Hilfen im Südwesten 140.000 Euro bereit. Die Gelder aus der Stiftung des Erzbischöflichen Stuhls fließen in die Arbeit von Tafeln, Wohnungslosenhilfe und der Caritas. "Das Geld werden wir genau dort einsetzen, wo Menschen besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind", sagte der Leiter des diözesanen Caritasverbands Thomas Herkert, am Mittwoch. Er verwies auf Hartz IV-Empfänger oder Obdachlose.

Nach Caritas-Angaben werden 40.000 Euro für Geld- und Sachleistungen für Wohnungslose verwandt. 30.000 Euro stehen für Einkaufsgutscheine für Tafelkunden bereit. An rund 100 Sozialstationen im Erzbistum gehen 70.000 Euro. Diese Mittel sollen etwa für den Kauf von Gesichtsmasken und Schutzkleidung verwandt werden, um bei der ambulanten Pflege Mitarbeiter sowie Pflegebedürftige zu schützen. (KNA)

11:55 Uhr: EU-Bischöfe rufen in ihrer Osterbotschaft zu Hoffnung auf

Die EU-Bischofskommission COMECE und die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) haben in ihrer gemeinsamen Osterbotschaft zu Hoffnung aufgerufen. "Mehr denn je erinnern uns die aktuellen Ereignisse daran, wie sehr Hoffnung eine Dimension des Glaubens ist", heißt es in der am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Mitteilung. "Möge das Osterevangelium diesen Hauch von Hoffnung in den Herzen und Gedanken der Christen wecken", schreiben die Unterzeichner COMECE-Präsident Kardinal Jean-Claude Hollerich und KEK-Präsident Christian Krieger.

"In diesem Jahr feiern wir Christi Sieg über den Tod zu einer Zeit, in der die Welt mit der Pandemie Covid-19 kämpft", so die Kirchenvertreter. Die Corona-Krise habe die Welt in "verheerendem Maße" verändert und Trauer und Leid unter allen Völkern verursacht. "Eingesperrt in unseren Häusern oder in freiwilliger Selbstisolierung werden die Gläubigen in diesem Jahr den Sieg des Lebens in der Hoffnung feiern, den Tod zu bekämpfen", so COMECE und KEK. (KNA)

11:45 Uhr: Franziskus: Pandemie ist Chance zur Umkehr – Nutzen wir sie!

Die weltweite Corona-Pandemie birgt nach Aussage von Papst Franziskus die Chance, sich stärker um Menschen und Umwelt zu kümmern und sich so für die Zukunft zu rüsten. "Wir haben jetzt die Gelegenheit, Produktion und Konsum zu verlangsamen" und die natürliche Welt besser zu verstehen und zu bedenken, sagte er den Zeitschriften "The Tablet" und "Commonweal" (Mittwoch). Gleichzeitig bestehe die große Gefahr, die Opfer dieser Krise schnell zu vergessen und in altes Denken und Handeln zurück zu verfallen. Die aktuelle Pandemie sei "nicht die erste Seuche der Menschheit", so das Kirchenoberhaupt; "aber die früheren sind zu bloßen Anekdoten geworden". Sie sei die "Zeit, entscheidende Schritte zu unternehmen fort von einem bloßen Gebrauch und Missbrauch der Umwelt" und diese wieder stärker zu bedenken und zu würdigen. Die Menschheit habe ihre "kontemplative Dimension verloren".

Dazu gehöre auch eine unmittelbare Zuwendung zu anderen Menschen. Es gelte, sich aus der "hypervirtuellen, körperlosen Welt dem leidenden Fleisch der Armen" zuzuwenden. "Wenn wir nicht damit beginnen, wird es keine Bekehrung geben", warnte der Papst. In dem Zusammenhang erinnerte er an die vielen Ärzte, Pflegerinnen und Ordensfrauen, die im Einsatz für die Opfer der Pandemie gestorben sind. Auf die Frage, wie er selbst diese Wochen der Krise erlebt, antwortete Franziskus, er bete sehr viel. Und er versuche, an andere Menschen zu denken. "Das beruhigt mich, tut mir gut und befreit mich von der Sorge um mich selbst", so der Papst. Darüber hinaus bewege ihn die Frage: "Was wird mein Dienst als Bischof von Rom, als Oberhaupt der Kirche, in Zeit danach sein?" Seine größte Sorge sei es, den Menschen irgendwie nahe zu sein.

Insgesamt erlebe er "eine Zeit großer Unsicherheit. Es ist eine Zeit des Erfindens, der Kreativität", so Franziskus. Erfindungsreichtum und Kreativität seien jetzt aber von der ganzen Kirche gefragt; ob in den Kirchengemeinden oder in der häuslichen Isolation. Dabei dürfe die Kirche sich weder als Institution aufgeben noch darin starr ihr Heil suchen. Es sei Gottes Geist, der die Kirche als Institution forme. Das schriftlich geführte Interview mit der englischen katholischen Zeitschrift "The Tablet" und dem US-Magazin "Commonweal" ist Franziskus' erstes Interview mit einer englischsprachigen Publikation. Bisher hatte er dies nur einmal mit der Nachrichtenagentur Reuters getan. (KNA)

11:35 Uhr: Kopten-Bischof Damian: Corona hat die Welt in Hoffnung vereint

Die Corona-Krise hat dem koptisch-orthodoxen Bischof Anba Damian zufolge Menschen zusammengeführt. "Die Welt wurde auf einmal im Leiden, in der Zusammenarbeit und in der Hoffnung vereint", schreibt der Sprecher der rund 12.000 koptisch-orthodoxen Christen in Deutschland in einem Ostergruß von Mittwoch.

Damian verwies auch darauf, dass die Pandemie viele Menschen das Leben gekostet und die Wirtschaft zu großen Opfern gezwungen habe. Christen seien jedoch überzeugt, dass aus Leid und Tod Hoffnung und neues Leben entstehe. Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. In Deutschland gibt es rund ein Dutzend koptische Gemeinden, zwei Bistümer und zwei Klöster. (KNA)

11:25 Uhr: Bedford-Strohm: Gott ist den Menschen im Leiden nahe

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat zum bevorstehenden Karfreitag daran erinnert, dass Gott Tod und Schmerzen selbst erfahren hat und den Menschen daher in Zeiten der Corona-Pandemie in ihrem Leid besonders nahe ist. Wenn Menschen heute nachts vor Sorge, ob sie das Coronavirus schon in sich haben und was dann werden soll, nicht schlafen könnten, dann könnten sie all das in Gottes Hand legen, weil er mit ihnen fühle und mit ihnen leide, erklärte Bedford-Strohm in seiner am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Botschaft zum Karfreitag. An diesem Tag erinnern sich Christen überall auf der Welt an die Folter und Hinrichtung Jesu am Kreuz.

Die Kirche sei berufen, den Weg in die Tiefe zu gehen, "in die Not, in die Obdachlosigkeit". Auch "in leeren Kirchenräumen" sei ein Ort für den leidenden und mitleidenden Gott, heißt es in der Botschaft des bayerischen Landesbischofs. Christen könnten darauf vertrauen, "dass Gott uns in dieser Notlage so viel Widerstandskraft geben wird, wie wir brauchen", sagte Bedford-Strohm und erinnerte damit auch an ein Wort des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nationalsozialisten ermordet wurde. (epd)

11:15 Uhr: Papst: Der Blick aufs Kreuz befreit von Vorurteilen über Gott

Papst Franziskus hat die Christen aufgerufen, in den Tagen vor Ostern besonders das Kreuz Jesu zu betrachten und dazu in den Evangelien zu lesen. "Es ist gut, schweigend den gekreuzigten Jesus anzuschauen, um zu erkennen, wer unser Herr ist", sagte der Papst am Mittwoch in seiner wöchentlichen Generalaudienz. Der Blick aufs Kreuz befreie von Vorurteilen über einen nach menschlichen Maßstäben starken Gott. Das zeige sich auch in der Leidensgeschichte Jesu in den Evangelien.

"Es ist der, der nicht mit dem Finger auf andere zeigt, sondern für alle die Arme ausbreitet; der uns nicht mit Worten liebt, sondern für uns schweigend sein Leben gibt", sagte Franziskus. Zwar könne man einwenden: "'Was will ich mit einem so schwachen Gott? Ich hätte lieber einen starken, mächtigen Gott!' Aber die Macht dieser Welt vergeht, während die Liebe bleibt", so der Papst. Nur Liebe beschütze das Leben der Menschen, weil sie Schwächen aufnehme und sie verwandele.

Der Papst lud für die Karwoche und zu Ostern besonders zum Gebet ein: "Öffnen wir unsere Herzen im Gebet für ihn. Wir werden verstehen, dass wir nicht allein sind, sondern geliebt werden." Auch in der Zeit häuslicher Isolation lasse Gott nie im Stich. - Wegen der Ausgangssperren in Italien wurde die Generalaudienz erneut live aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes übertragen. (KNA)

11:05 Uhr: Stadtdekan: Leere Bankreihen sind trauriger Anblick

Wiesbadens katholischer Stadtdekan Klaus Nebel (45) vermisst die wegen der Corona-Krise untersagten öffentlichen Gottesdienste. "Dass wir nicht zusammenkommen können zur Feier des Gottesdienstes, das ist für mich sehr schmerzlich und wird von vielen aus allen Altersschichten so empfunden", sagte Nebel laut einer Mitteilung des Bistums Limburg vom Dienstagabend. "Die Messe in der Kirche alleine zu feiern, ist ungewohnt. Ich habe ja sonst immer eine Gemeinde, und die leeren Bankreihen sind ein trauriger Anblick."

Es entspreche auch nicht dem, was "Liturgie" bedeute, also öffentlicher Gottesdienst, bei dem die Menschen als reale Gemeinschaft zusammenkämen, sagte Nebel, der auch Pfarrer von Sankt Bonifatius in Wiesbaden ist. Dort würden nun die Gottesdienste gestreamt. Für Kinder gebe es einen Kalender mit täglichen Videos zur Osterzeit auf dem Youtube-Kanal der Pfarrei, wo auch Impulse für Erwachsene zu finden seien. Auch Vorlagen für Hausgottesdienste würden angeboten.

"Wir wollen damit deutlich machen: Die Kirche bleibt lebendig! Das Herzstück unsers Glaubens ist nicht tot: es wird gebetet, es wird die heilige Messe gefeiert", so Nebel. Das Virus verhindere zwar, dass die Menschen zusammenkämen, "aber es kann unsere Gemeinschaft nicht zerstören". (KNA)

11 Uhr: Verwaltungsgerichtshof bestätigt Gottesdienstverbot im Südwesten

Nach Gerichtsentscheidungen in Berlin und Hessen hat jetzt auch der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof das Gottesdienstverbot an Ostern bestätigt. Die Richter verwarfen den Eilantrag eines Klägers als unzulässig, wie das Gericht am Mittwoch in Mannheim mitteilte. Der Beschluss sei unanfechtbar (Az. 1 S 871/20). Wegen der Corona-Pandemie sind bundesweit Gottesdienste untersagt.

Der Kläger, der Mitglied der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ist, sah sich in seiner grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit verletzt. Sein Eilantrag scheiterte aus formalen Gründen. Weil vor dem Verwaltungsgerichtshof Anwaltszwang besteht und der Kläger nicht von einem Anwalt vertreten wurde, nahm das Gericht nach eigenen Angaben keine inhaltliche Prüfung der Corona-Verordnung des Landes vor.

Gegen die Gottesdienstverbote sind in mehreren Bundesländern Klagen anhängig. In Leipzig entschied das Verwaltungsgericht am Montag, dass die entsprechende Allgemeinverfügung des sächsischen Gesundheitsministeriums rechtens ist. Nach Auffassung des Gerichts ist die Regelung "notwendig, angemessen und verhältnismäßig". (VG 14 L32/20) Auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte am Dienstag die vorübergehende Untersagung von Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen und anderen Gotteshäusern während der Corona-Pandemie für rechtmäßig erklärt. (AZ: 8 B 892/20). (0922/08.04.2020) (epd)

10:30 Uhr: Minister Müller ruft zu Oster-Spenden auf – Rückgang seit Januar

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ruft angesichts der Corona-Pandemie zu Spenden an deutsche Hilfsorganisationen auf. "Die deutschen Hilfsorganisationen leisten einen unverzichtbaren Beitrag, den Corona-Ausbruch in den Flüchtlingsregionen einzudämmen; sie sind häufig die einzige Zufluchtsstätte", sagte Müller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). In der Krise solle man Solidarität mit den Ärmsten zeigen. "Die österliche Spendenaktion der kirchlichen Hilfswerke hilft, das Überleben von Millionen Flüchtlingen, besonders von Kindern, im Krisenbogen um Syrien zu sichern", so der Minister. Er danke den vielen Deutschen, die sich "trotz der schwierigen Situation bei uns zuhause dafür engagieren". Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, lobte die "Kreativität und Fantasie" der Menschen. "Ob über Fernsehgottesdienste, Livestreams oder Telefonandachten, die Osterbotschaft lässt sich nicht aufhalten", sagte er den Zeitungen. Dass man nicht gemeinsam Gottesdienst feiern könne, sei "schmerzlich", aber: "Leben zu retten, geht auch für die Kirchen vor!"

Die kirchlichen Hilfswerke sorgen sich aufgrund der ausfallenden Osterkollekte. Kollekten und Spenden seien die Basis der Arbeit von Brot für die Welt, sagte die Präsidentin der Organisation, Cornelia Füllkrug-Weitzel, den Funke-Zeitungen. "Ohne sie könnten wir armen und schutzlosen Menschen weltweit nicht helfen." 300 Millionen Kinder weltweit bekämen kein Schulessen mehr, oft ihre einzige Mahlzeit am Tag. Erste Erfahrungen mit der ausbleibenden Kollekte hat auch das katholische Hilfswerk Misereor gemacht, für das traditionell in der Fastenzeit gesammelt wird, in diesem Jahr am 29. März. "Die Kollekte macht jährlich rund zehn Millionen Euro aus und ist ein wichtiges Standbein", sagte der Misereor-Vorstandsvorsitzende Pirmin Spiegel den Funke-Zeitungen. Noch könne man nicht sagen, wie hoch die Differenz zu den Vorjahren ausfalle. Die Lage in vielen Ländern sei dramatisch, sagte Spiegel. Aus Syrien meldeten Partnerorganisationen, dass sich Binnenvertriebene mit möglichen Corona-Symptomen nicht meldeten, weil sie Angst vor zusätzlicher Ausgrenzung hätten.

Erste Zahlen zum Spendenverhalten der Deutschen in diesem Jahr seien stark rückläufig, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf den Deutschen Spendenrat. Demnach wurden im Januar 361 Millionen Euro gespendet, 17 Prozent weniger als im Januar 2019, als 435 Millionen Euro gespendet wurden. Auch 2018 habe das Aufkommen mit 398 Millionen Euro deutlich höher gelegen. Der Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates, Max Mälzer, wird mit den Worten zitiert: "Wir können jetzt schon sagen: Es wird heftig. In der Krise halten die Menschen ihr Geld zusammen." (KNA)

10 Uhr: Papst kritisiert Geschäftemacherei mit der Pandemie

In seiner Frühmesse am Mittwoch im Vatikan hat Papst Franziskus noch einmal Geschäftemacher durch die Corona-Pandemie kritisiert. Er bitte um das Gebet für jene Menschen, die "die Bedürfnisse anderer ausnutzen", diese regelrecht verkauften: "Mafiosi, Wucherer und viele andere". Gott möge "ihre Herzen berühren und sie bekehren", sagte das Kirchenoberhaupt zu Beginn des Gottesdienstes in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta.

Italienische Medien berichteten in den vergangenen Tagen darüber, wie die Mafia die Corona-Krise für eigene Geschäfte ausnutzt. So biete sie Menschen in finanziellen Schwierigkeiten Kredite an, verkaufe medizinische Ausrüstung zu Wucherpreisen oder handele mit gefälschter Ware.

In seiner Predigt sprach der Papst über den Verrat des Judas an Jesus. Auch heute gebe es Menschen, "die ihre Lieben verraten, sie für ihre eigenen Interessen verkaufen". Nach außen hin erschienen sie anständig und ehrlich, doch es gehe ihnen nur ums Geschäft. Dieses Verhalten finde sich sowohl bei Institutionen und Unternehmen wie bei Einzelpersonen. "Jeder von uns trägt in sich die Möglichkeit zum Verrat - aus Liebe zu Geld oder Gütern", warnte Franziskus. (KNA)

9:30 Uhr: Theologe kritisiert Umgang des Papstes mit der Corona-Krise

Der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet sieht den Umgang des Papstes mit dem Coronavirus kritisch. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte er: "Eine solche Epidemie wird durch die Medizin, durch medizinischen Fortschritt bekämpft, aber nicht durch ein Bittgebet."

Traditionen, die jetzt reaktiviert würden, etwa ein angeblich wundertätiges Pestkreuz in den Vatikan zu holen, seien "Teil eines vormodernen Weltbildes". Die Bilder, die Franziskus beim Segen "Urbi et orbi" produziert habe, seien zwar beeindruckend, so Striet weiter, "aber die Theologie, die er dort aufgerufen hat, lässt sich vor dem Hintergrund eines naturwissenschaftlich-aufgeklärten Weltbildes kaum noch vermitteln". (KNA)

9 Uhr: Kardinal Woelki warnt vor Verstößen gegen das Gottesdienstverbot

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki warnt Kirchengemeinden davor, trotz der staatlich verordneten Corona-Restriktionen zu öffentlichen Gottesdiensten mit Austeilung der Kommunion einzuladen. Der "Bild"- Zeitung (Mittwoch) sagte er wörtlich zu den Klagen einzelner Gemeinden gegen das Verbot: "Wir haben das von einem Staatskirchenrechtler prüfen lassen und haben das juristische Ergebnis bekommen, dass die kommunalpolitisch Verantwortlichen solche Entscheidungen treffen können, dass das rechtsstaatlich ist und dass wir uns als Kirche dagegen nicht wehren können." Woelki äußerte die Sorge, dass bei Verstößen gegen die Auflagen "die kommunalen Verantwortlichen die jetzt noch offenen Kirchen schließen". Außerdem betonte er, wie sehr es ihn persönlich schmerze, dass es erstmals in der christlichen Geschichte Deutschlands keine öffentlichen Gottesdienste zu Ostern gebe: "Das ist etwas, dass wir uns nie haben vorstellen können." Zugleich fügte der Erzbischof hinzu: "Wir haben eine hohe Verantwortung für das Leben der Menschen und eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen nicht erkranken." Taufen und kirchliche Trauungen sind im Erzbistum Köln ebenso ausgesetzt wie Firmungen. Beerdigungen finden statt, aber nur im Kreis ganz weniger Angehöriger. Die entsprechenden Gottesdienste sollen nach Überwindung der Corona-Epidemie nachgeholt werden. Beichten können unter Wahrung der Abstandsregeln abgenommen werden, so Woelki weiter. Im Einzelfall könne dabei auch die Kommunion gereicht werden.

Woelki hält es zudem für gerechtfertigt, wenn Ärzte in einer Krisensituation wie der Corona-Pandemie entscheiden, welche Patienten sie retten und welche nicht. "Man muss im letzten eine Güterabwägung treffen", sagte er. Wer die größte Überlebensmöglichkeit habe, dem müsse an erster Stelle geholfen werden, betonte Woelki: "Und dort, wo nach menschlichem Ermessen davon ausgegangen werden muss, dass die Krankheit schon so weit fortgeschritten ist, dass die Gefahr des Todes besteht, da ist sicherlich in einer solchen Güterabwägung demjenigen, dem Gesundheit und Leben wahrscheinlich erhalten werden können, der Vortritt zu geben."

Besorgt zeigte sich Woelki über die Isolierung und Vereinsamung älterer Menschen in Pflege- und Altenheimen. "Das ist eine ungeheure Herausforderung", sagte er: "Deshalb ist es notwendig, dass wir als Kinder und als Enkel die alten Leute nicht vergessen, dass wir versuchen, über Skype und Telefon den Kontakt zu halten." Er selbst tue sich mit dem Thema schwer, ergänzte Woelki: "Meine Mutter ist auch in einer solchen Einrichtung. Es tut mir für sie sehr weh, dass sie quasi in einer Quarantäne, in einer Isolation ist." Dort sei auch die Kapelle geschlossen worden. Die Menschen müssten sich auf ihre Zimmer zurückziehen." Er versuche, "jeden Tag mit ihr zu telefonieren". Wenn es irgendwie möglich sei, rufe er seine Mutter abends immer noch einmal an. Woelki befürchtet insgesamt einen Anstieg der sozialen Not in Deutschland als Folge der Corona-Krise: "Ich befürchte ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Es ist damit zu rechnen, dass wir über 2,3 Millionen Arbeitslose haben werden, Kurzarbeit kommt dazu." Wirklich hart treffe die Corona-Krise auch die Obdachlosen. Deshalb habe er das Priesterseminar für sie geöffnet, wo sie eine warme Mahlzeit bekämen und duschen könnten. (tmg/KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.