Bischöfe mahnen zu mehr Mitmenschlichkeit angesichts von Corona
Newsticker: Corona und die Kirche, 9. April

Bischöfe mahnen zu mehr Mitmenschlichkeit angesichts von Corona

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 09.04.2020

19:15 Uhr: Bischöfe mahnen an Gründonnerstag zu mehr Mitmenschlichkeit

Mehrere Bischöfe haben an Gründonnerstag zu größerer Menschlichkeit gemahnt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zeigte sich dankbar über das "Ausmaß an gelebter Solidarität" in der Corona-Krise. "Wir verzichten auf einen Großteil unserer Freiheitsrechte, nicht zuletzt auf das Grundrecht einer freien Religionsausübung", sagte er in der nicht-öffentlichen Eucharistiefeier zum Gründonnerstag im Limburger Dom laut Predigtmanuskript.

Zugleich übernehme die Gesellschaft solidarisch die Folgen der sozialen Abschottung. "Wir tun das, um Leben zu retten und vor allem die Schwachen und Verwundbaren zu schützen", so Bätzing. "Ehrlich gesagt hätte ich mir noch vor wenigen Wochen nicht träumen lassen, dass so etwas möglich ist; und dass die übergroße Mehrzahl der Bevölkerung dem innerlich zustimmt."

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki rief die Gläubigen dazu auf, selbst zum Brot für andere zu werden, indem sie Hass, Ungerechtigkeit, Leid, Einsamkeit und Not die Liebe entgegensetzen. Außerdem sei die Eucharistie grundlegend für den Glauben, weil sich Jesus den Menschen leibhaft zur Speise reiche und damit an seiner Liebe teilhaben lasse.

Der derzeitige Verzicht auf öffentliche Gottesdienste und den Kommunionsempfang kann ihm zufolge die Sehnsucht danach wachsen lassen. Das sei ähnlich wie bei der Liebe zu einem Menschen, die besonders dann von Neuem zu spüren sei, wenn man diesen plötzlich vermisse, sagte der Erzbischof beim online übertragenen Gründonnerstag-Gottesdienst aus dem Kölner Dom.

Am Gründonnerstag, dem Donnerstag vor Ostern, erinnert die Kirche an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und damit an die Einsetzung der Eucharistie. Nach katholischem Verständnis wird durch eine Wandlung Jesus selbst in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig.

Magdeburgs Bischof Gerhard Feige rief mit Blick auf die Corona-Krise zu verstärkter Solidarität auf. "Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Dienstbereitschaft gehören genauso zu uns Christen wie der Gottesdienst, und wenn eine Gemeinde dies vergäße, wäre sie eine Karikatur", sagte Feige. "Wieviel Zeit, Kraft und Fantasie investieren wir doch immer wieder in die Gestaltung unserer Gottesdienste, damit sie festlich und ansprechend sind. Könnte der abrupte Ausfall der öffentlichen Liturgien in diesen Tagen uns nicht vielleicht auch dazu anregen, uns noch mehr denen zuzuwenden, die in den unterschiedlichsten Nöten sind?"

Nach Einschätzung des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf kann die Corona-Krise zu einer "geistlichen Erneuerung" der Gesellschaft führen. Verändern könnte sich "die Aufmerksamkeit füreinander, vielleicht das Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit der Welt und dafür, dass Glück nicht zu machen und nicht zu kaufen ist", sagte Kohlgraf. Vielleicht erwache eine "neue Kultur der Sehnsucht" auch in der Kirche, und das Bewusstsein dafür, "dass Glaube nicht allein in Routinen besteht". (KNA)

18 Uhr: Kardinal Woelki schreibt Dankesbriefe an medizinisches Personal

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat den Mitarbeitern in den katholischen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für ihre Arbeit in der Corona-Krise gedankt. In der Spannung zwischen ihrem Dasein für Kranke, Verletzte und Sterbende und dem Schutz der eigenen Person leisteten Sie in dieser Zeit "Herausragendes", heißt es in den am Donnerstag in Köln auszugsweise veröffentlichten Schreiben. Insbesondere würdigt Woelki die Maßnahmen für mehr intensivmedizinische Behandlungen in den Einrichtungen.

Anerkennung zollt der Kardinal insbesondere den Mitarbeitenden in der Altenpflege für die "Güte und Kompetenz" an den Ihnen anvertrauten Menschen. Es bestehe die Gefahr, dass das Virus viele Menschenleben auf einmal in den Heimen fordere. Den Mangel an Schutzkleidung nannte Woelki "aktuell eine der erschreckenden Realitäten".

Gott selbst blicke "mit liebevollen Augen auf Ihren täglichen Einsatz", macht Woelki dem Ärzte- und Pflegepersonal Mut. Er fordere nichts, sondern wolle nur, "dass keine und keiner von Ihnen unter der Last der täglichen Erfordernisse verzweifelt". Gottes liebevoller Blick sehe, was sie leisteten. (KNA)

17:45 Uhr: Bischof Overbeck fordert zu Ostern besondere Solidarität

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat zu besonderer Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. Gott zeige mit der Auferstehung Jesu Christi, "dass er an seinem 'Ja' zum Leben bedingungslos festhält", heißt es in seiner am Donnerstag veröffentlichten Osterbotschaft. "Wir Menschen müssen aber das Unsere hinzutun, zum Beispiel in der Solidarität mit anderen." Besonders verwies der Bischof auf die Unterstützung für Arbeitslose und notleidende Unternehmen.

Overbeck rief auch zur Stärkung einer Politik auf, "die sich solide und mit Sachverstand der großen Probleme annimmt und nicht verführbar ist durch platte Parolen und durch Angstszenarien, die Menschen ausgrenzen". Die Gesellschaft bleibe "nahe bei der Botschaft Jesu", wenn die Kosten der Krise nicht allein bei den Armen, Schwachen, Arbeitslosen und prekär Beschäftigten abgeladen werden - und erst recht nicht bei den Beschäftigten, die derzeit die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft sicherstellten. Notwendig sei auch "ein waches Auge auf die Generationengerechtigkeit"; die Kosten der Krise dürften auch nicht allein auf die jüngere Generationen abgewälzt werden.

Zudem besuchte Overbeck das von der Corona-Pandemie besonders betroffene Caritas-Stift Lambertus in Essen. Vor dem Tor der Einrichtung betete er für die in den vergangenen Tagen verstorbenen Bewohner des Pflegeheims, wie das Bistum Essen mitteilte. Der Bischof habe den Mitarbeitern für ihren aufopferungsvollen Dienst gedankt und den Bewohnern angesichts des Besuchsverbots Mut zugesprochen.

Das Lambertusstift ist seit Ende März weitestgehend von der Außenwelt isoliert, nachdem rund ein Drittel der Bewohner und sechs der 58 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Sieben infizierte Bewohner sind in den vergangenen zehn Tagen gestorben.

"In diesen Tagen wird oft davon gesprochen, dass Leben zu retten, bedeutet, Solidarität in Distanz zu üben. Das erleben Sie", sagte Overbeck während der Feier, die die Bewohner teils auf dem Vorplatz und teils über Lautsprecher im Haus verfolgten. Gegenüber den Mitarbeitern betonte er: "Sie tun einen ganz wichtigen Dienst und stehen besonderen Herausforderungen gegenüber."

In einer kleinen Zeremonie habe der Bischof Palmzweige als Zeichen des Lebens gesegnet, ein katholischer Brauch an Palmsonntag. Zum Abschluss seines Besuchs habe er das Gebäude des Pflegeheims einmal umrundet und Bewohnern und Mitarbeitern gewunken. (rom/KNA)

16:45 Uhr: Jesuitenpater nach Corona-Infektion in Unterhaching gestorben

Pater Andreas Falkner (86), österreichischer Jesuit, ist am Mittwoch in einem Altenheim in Unterhaching südlich von München gestorben. Wie sein Orden am Donnerstag in München mitteilte, war der Tiroler zuvor positiv auf Corona getestet worden, hatte aber nur leichte Symptome. Die Todesursache sei aber wohl ein nächtlicher Sturz in seinem Zimmer gewesen, hieß es.

Falkner stammte aus dem Ötztal und gehörte der Gesellschaft Jesu seit 1953 an. Nach einer theologischen Doktorarbeit in Kirchengeschichte übernahm er verschiedene ordensinterne Aufgaben. Zeitlebens engagierte er sich in der Exerzitienbegleitung, auch im Bereich der evangelischen Kirche. Nach Auskunft seines Ordens war der Verstorbene ein ausgewiesener Kenner der Schriften des französischen Jesuiten Michel de Certeau (1925-1986), den auch Papst Franziskus sehr schätze. (KNA)

15:45 Uhr: Medienbischof spricht über seinen veränderten Alltag

Auch der Alltag von Medienbischof Gebhard Fürst hat sich in der Corona-Krise komplett verändert: "Ich bin sonst jeden Tag unter Menschen, das ist alles nicht mehr möglich", so Fürst in der Podcast-Reihe "Himmelklar - Fürchtet euch nicht!". Die Folge mit Fürst wird am Karfreitag veröffentlicht.

Zugleich äußerte der Bischof Zuversicht: "Mir macht Hoffnung, dass die Menschen jetzt nicht erstarrt sind, sondern wirklich vom Heiligen Geist getrieben sind, Hand anzulegen, an die Menschen zu denken, und miteinander das beste aus der Situation zu machen."

Der Podcast will alltagstaugliche und persönliche Impulse für den Umgang mit der Krise vermitteln. Täglich ab 18 Uhr ist eine neue Folge abrufbar, in der Menschen aus der katholischen Welt über ihren Umgang mit den aktuellen Herausforderungen berichten. Dazu gehören beispielsweise Bischöfe oder Politiker.

Der neue Podcast ist eine Gemeinschaftsproduktion der Portale domradio.de und katholisch.de mit der MDG Medien-Dienstleistungs GmbH, die kirchliche Medien berät, und dem Katholischen Medienhaus in Bonn, zu dem neben katholisch.de unter anderem auch die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) gehört. Außerdem können alle 27 katholischen Bistümer das Projekt für ihre eigenen Angebote nutzen. Der Podcast, der zunächst bis 30. April täglich laufen soll, ist auf den jeweiligen Internetseiten abrufbar sowie über Spotify und iTunes. (KNA)

15:30 Uhr: Bistum Münster richtet Beratergruppe für ethische Fragen ein

Experten aus dem Bistum Münster sollen das Krankenhauspersonal bei ethischen Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie unterstützen. Dazu hat die Diözese eine neue Beratergruppe eingerichtet, wie sie am Donnerstag in Münster mitteilte. Sie sei Ansprechpartner für Einrichtungsleitungen, Ärzte, Pfleger und Seelsorger.

Der von Generalvikar Klaus Winterkamp initiierten Gruppe gehören den Angaben zufolge die Diakone Bernhard Rathmer und Hermann Opgen-Rhein, die Pastoralreferentin Brunhilde Oestermann-Giersch, der Theologe Boris Krause sowie der Referent für den Bereich der Krankenhausseelsorge, Leo Wittenbecher, an. Erreichbar ist das Gremium telefonisch unter (02 51) 4 95 13 27.

Das deutsche Gesundheitssystem bereitet wegen der Ausbreitung der Pandemie derzeit auf eine Verknappung notfall- und intensivmedizinischer Ressourcen vor. Ärzte müssten dann auswählen, wer vorrangig behandelt wird und Entscheidungen über Leben und Tod treffen. Die katholischen Bischöfe hatten in einem Schreiben von Mittwoch betont, dass eine solche Triage nur als letztes Mittel und unter "strengen Rahmensetzungen" erlaubt sei. (KNA)

14:45 Uhr: Kritiker von Berliner Kathedralumbau schalten Anzeigen wegen Corona

Die Corona-Pandemie hat auch Folgen für Kritiker des Umbaus der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale. Der Verein "Freunde der Hedwigskathedrale" machte am Donnerstag mit zweispaltigen Anzeigen in zwei Berliner Tageszeitungen auf seine Ablehnung des Projekts aufmerksam. Wegen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen seien öffentliche Protestwachen vor der Kathedrale derzeit nicht möglich, begründete der Verein seine Initiative.

Das Erzbistum Berlin hat eine Sanierung mit einem tiefgreifenden Innenumbau seiner Bischofskirche eingeleitet. Das Erzbistum führt für die Umgestaltung gottesdienstliche Erfordernisse an, Kritiker halten dies für unbegründet. Vor dem Landgericht Berlin ist eine Verhandlung über Urheberrechtsklagen von Künstlern, die um 1960 an der künstlerischen Ausgestaltung der wiederaufgebauten Kathedrale beteiligt waren, oder von deren Rechtsnachfolgern anhängig. Infolge der pandemiebegründeten Beschränkungen auch in den Gerichten wurde die Verhandlung im März auf unbestimmte Zeit verschoben. (KNA)

14:15 Uhr: China leistet Corona-Nothilfe für den Vatikan

Der Vatikan bekommt Unterstützung aus China im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In den vergangenen Tagen habe die vatikanische Apotheke medizinische Ausrüstung als Spende erhalten, teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Donnerstag mit. Es handle sich um einen "Ausdruck der Solidarität des chinesischen Volkes und der katholischen Gemeinschaft".

Der Heilige Stuhl schätze diese "großzügige Geste"; Papst Franziskus bete für die Katholiken in China sowie für die chinesischen Institutionen und alle Bürger des Landes, so der Sprecher. Nach seinen Worten handelt es sich um ein Geschenk Chinas, vermittelt durch das Chinesische Rote Kreuz und die staatlich anerkannte katholische Jinde-Stiftung in der Provinz Hebei. Bereits Anfang April hatte der italienische bischöfliche Pressedienst SIR über eine Spende von 100.000 Schutzmasken aus China berichtet.

Umgekehrt hatte der Vatikan ab Ende Januar insgesamt mehr als 600.000 Schutzmasken nach China geschickt, um die dortigen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Ein Pressefoto zeigte FFP2-Feinstaubmasken eines italienischen Herstellers bei Mailand mit dem päpstlichen Wappen auf der Verpackung. Laut Medienberichten wurden die Lieferungen finanziert durch den Heiligen Stuhl und chinesische Christen in Italien. (KNA)

13:55 Uhr: Comeback für Mutter-Teresa-Schwestern in Indien – durch Corona

Für die Mutter-Teresa-Schwestern im indischen Bundesstaat Jharkhand bedeutet Covid-19 nach zwei Jahren der Stigmatisierung wegen des Verkaufs von Babys ein karitatives Comeback. Die Ordensfrauen der von der heiligen Mutter Teresa gegründeten Missionarinnen der Nächstenliebe unterstützen die Behörden bei der Versorgung von Armen, Migrantenarbeitern und Leprakranken mit Lebensmitteln und beim Betrieb einer Suppenküche, wie der asiatische Pressedienst Ucanews (Donnerstag) berichtet.

"Die Nonnen haben das übernommen, nachdem sich die Regierung an sie gewandt hatte", so Ranchis Weihbischof Theodore Mascarenhas. Auch die Erzdiözese unterstütze die Arbeit des Ordens für arme und gestrandete Wanderarbeiter. Jharkhand wird von der hindunationalistischen Indischen Volkspartei (BJP) regiert. Nach dem Vorwurf von Babyhandel wurde vor zwei Jahren das Pflegeheim des Ordens Nirmal Hriday (Zartes Herz) für unverheiratete Mütter in Ranchi geschlossen und die Leiterin Schwester Concelia Baxla im Juli 2018 verhaftet. Inzwischen leitete die Polizei drei Verfahren gegen den Orden ein.

Im Bundesstaat Madhya Pradesh mit seiner Hauptstadt Bhopal mussten hingegen christliche Wohlfahrtsorganisationen die Verteilung von Lebensmitteln an Arme und finanzielle Hilfen für Tagelöhner einstellen, nachdem die Behörden die Kontaktsperren verschärften, berichtete Ucanews. Die Erzdiözese habe die Regionalregierung gebeten, die Verteilung von Lebensmitteln wieder zu erlauben. Man hoffe auf eine positive Antwort. (KNA)

13:45 Uhr: Live-Streams zu europäischen Wallfahrtsorten sind online

In der Corona-Krise hat die EU-Bischofskommission COMECE am Donnerstag eine Plattform mit Live-Streams zu 28 Wallfahrtsorten in Europa online gestellt. Aus Deutschland sind Live-Streams zum Marienwallfahrtsort Kevelaer und Altötting dabei. Auch gibt es Live-Streams und Informationen aus dem Vatikan und über die Wallfahrtsorte Fatima in Portugal und Lourdes in Frankreich.

"Die Mission von SanctuaryStreaming.eu soll allerdings nicht enden, wenn die Covid-19-Epidemie vorbei sein wird", heißt es. Die COMECE bleibe offen für eine weitere Kooperation und Verbesserung der Plattform. Neue Live-Streamings und Sprachen könnten hinzugefügt werden.

Die Idee entstand laut COMECE-Angaben Anfang März bei einem Gespräch ihres Vorsitzenden Kardinal Jean-Claude Hollerich und dem päpstlichen Nuntius bei der EU, Erzbischof Alain Paul Lebeaupin. (KNA)

13:40 Uhr: Vollversammlung der US-Bischöfe fällt erstmals aus

Die für Mitte Juni in Detroit angesetzte Frühjahrsvollversammlung der US-Bischöfe fällt aus. Das Verwaltungskomitee der Bischofskonferenz habe die Entscheidung angesichts der Corona-Krise getroffen, erklärte der Vorsitzende, Erzbischof Jose Gomez, am Mittwoch (Ortszeit).

Die Absage der Vollversammlung ist demnach die erste in der Geschichte der US-Bischofskonferenz. Laut Statut ist mindestens eine solche Zusammenkunft pro Jahr vorgeschrieben. Mit der geplanten Herbsttagung im November wäre diese Anforderung erfüllt.

Die USA sind aktuell das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land weltweit. Am zweiten Tag in Folge starben fast 2.000 Infizierte. Insgesamt erlagen der Lungenkrankheit nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 14.760 Menschen; nachweislich angesteckt haben sich fast 432.000 Personen. (KNA)

13:35 Uhr: Deutsche Bischöfe zeigen Verbundenheit mit europäischen Christen

Die Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Solidarität mit den Menschen in von der Corona-Pandemie besonders betroffenen europäischen Ländern bekundet. Als "Zeichen kirchlicher Verbundenheit in Europa in der schlimmen Krise, die wir erleben", bezeichnete der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, Telefongespräche mit Amtskollegen, wie am Donnerstag in Bonn mitgeteilt wurde. Gerade Italien, Spanien und Frankreich seien besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. "Als Christen und Europäer stehen wir in diesen dunklen Stunden Seite an Seite", sagte der Limburger Bischof. Er habe von den anderen Vorsitzenden bewegende Schilderungen über die Lage in den Corona-Gebieten erhalten. "Das sind Situationen, die zu Herzen gehen, die aber auch zeigen, dass die Kirche mit ihren vielfältigen Diensten in der Pastoral und der Krankenpflege und der Caritas niemanden alleine lässt", so Bätzing.

Der Wert der EU sei der Zusammenhalt zwischen den Staaten. Dazu müsse auch die Kirche beitragen. "Wir brauchen, das war übereinstimmende Meinung aller, die politische Solidarität in Europa, um die langfristigen Folgen einer solchen Krise im Sinne des europäischen Gedankens solidarisch zu bewältigen", betonte Bischof Bätzing. Für die Menschen gebe es in allen Ländern einschneidende Behinderungen im Alltag. Als schmerzlich werde das Verbot von Gottesdiensten gesehen. "Ich habe von unseren Erfahrungen aus Deutschland berichtet und erläutert, dass wir zu diesem Verbot stehen, weil wir als Kirche so - in dieser Situation - vernünftig und verantwortungsvoll handeln", sagte der Bischof.

Bei allen Gesprächspartnern habe er eine tiefe Bewunderung für das Gebet von Papst Franziskus auf dem leeren Petersplatz vor zwei Wochen erfahren: "Wo im Sterben der Pandemie oft die letzte Hoffnung geraubt wird, gelingt es dem Papst, Zuversicht, zumindest aber Trost zu vermitteln. Das eint uns. Deshalb feiern wir Ostern", so Bätzing. Bischof Bätzing führte demnach Gespräch mit dem Vorsitzenden Bischof Eric de Moulins-Beaufort aus Frankreich, Kardinal Juan Jose Omella aus Spanien, Kardinal Gualtiero Bassetti aus Italien, sowie dem Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE), Luxemburgs Kardinal Jean-Claude Hollerich. (KNA)

13:30 Uhr: Eilantrag gegen Gottesdienstverbot in Bayern abgelehnt

Das staatliche Verbot für religiöse Zusammenkünfte in Bayern bleibt in Kraft. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte am Donnerstag in München einen dagegen gerichteten Eilantrag ab und ließ keine weiteren Rechtsmittel zu.

Der Antragsteller hatte laut Mitteilung des Gerichts beantragt, das vom bayerischen Gesundheitsministerium am 27. März verordnete Verbot außer Vollzug zu setzen. Der Katholik sah sich demnach in seinem Grundrecht auf freie Religionsausübung verletzt, weil es ihm unmöglich geworden sei, bis 19. April einen Gottesdienst zu besuchen. Die Verordnung untersagt bis zu diesem Termin landesweit Veranstaltungen und Versammlungen jeglicher Art. Die Vorschrift schließt Religionsgemeinschaften ein.

Das Gericht begründete seine Ablehnung damit, dass der Antragsteller schon jetzt keine Möglichkeit zur Gottesdienstteilnahme habe. Das Erzbistum München und Freising, in dem er wohne, habe nämlich "aufgrund einer eigenen, autonomen Entscheidung und damit unabhängig von der angegriffenen Bestimmung" der Staatsregierung die Durchführung öffentlicher Gottesdienste bis 19. April abgesagt. Die Gläubigen und damit auch der Antragsteller seien von der Pflicht zur Teilnahme an der Messfeier befreit worden, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankungen zu verhindern und besonders gefährdete Personengruppen zu schützen. (KNA)

13:10 Uhr: "Institut" will wegen Gottesdienstverbot Karlsruhe anrufen

Wegen des staatlichen Gottesdienstverbotes infolge der Corona-Pandemie will sich die Berliner katholische Priestergemeinschaft "Institut St. Philipp Neri" mit einem Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht wenden. Das kündigte der Leiter des Instituts, Propst Gerald Goesche, am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) an. In den vergangenen Tagen blieben entsprechende Eilanträge, Gottesdienste trotz der Versammlungsverbote des Landes Berlin feiern zu dürfen, vor dem Verwaltungsgericht und dem Oberverwaltungsgericht erfolglos. Die katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen hatten bundesweit dazu aufgerufen, das Versammlungsverbot zu achten und öffentliche Gottesdienste vorerst abgesagt.

Goesche bekräftigte, die Religionsfreiheit werde durch das Verbot "im unverhältnismäßigen Maß beschnitten". Er äußerte die Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe feststelle, dass Gottesdienste mit maximal 50 Teilnehmern, die im Abstand von 1,5 Metern in der Kirche des Instituts platziert würden. Alternativ sei das Institut mit den Berliner Behörden im Gespräch und bemühe sich um die Genehmigung einer Open-Air-Messfeier mit maximal 20 Teilnehmern, erklärte Goesche. Falls es keine staatliche Genehmigung gebe, werde das Institut an Ostern nur Privatmessen feiern, kündigte der Propst an. Ziviler Ungehorsam würde zwar der Sachlage entsprechen, betonte er, aber er müsse auf seine Gemeinde und seine Gemeinschaft Rücksicht nehmen.

Das Institut päpstlichen Rechts ist seit 2003 in Berlin ansässig und untersteht nicht dem Erzbistum Berlin. Es hat sein Zentrum im Sankt-Afra-Stift im Wedding. Dort werden Gottesdienste in traditioneller lateinischer Liturgie gefeiert, wie sie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) üblich war. Das Neri-Institut wird nach dessen Angaben von bis zu 300 Gläubigen unterstützt. (KNA)

13 Uhr: Bistum Augsburg gibt 500.000 Euro Corona-Hilfe für Weltkirche

Das Bistum Augsburg stellt aus dem jüngst aufgelegten Corona-Hilfsfonds "Stephana" 500.000 Euro für Soforthilfe in weltkirchlichen Projekten zur Verfügung. In zwei Phasen sollen in der der aktuellen Krise Projektpartner unterstützt werden, die den Ärmsten in ihrem Land das Lebensnotwendigste zur Verfügung stellen, wie die Diözese am Donnerstag mitteilte. Zu den ersten unterstützten Ländern zählen demnach Albanien, Venezuela und Indien. "Sobald es die äußeren Umstände erlauben, sollen die begünstigten Menschen wieder in die Lage versetzt werden, sich selbst eine Lebensgrundlage zu schaffen", hieß es weiter.

Anton Stegmair, Leiter der zuständigen Bistumsabteilung Weltkirche, sagte: "Leibsorge ist für uns Christen auch Seelsorge, christliche Nächstenliebe muss sich auch in der Fernstenliebe bewähren." Schon über viele Jahre habe sich die Arbeit mit Projektgruppen, missionarischen Ordensgemeinschaften aus der Diözese und kirchlichen Hilfswerken sehr bewährt. Diese seien auch die Pfeiler für die Weiterleitung der Projektgelder.

Das Bistum rief die Gläubigen zudem zu Spenden für die weltkirchlichen Projekte auf. Entsprechende Kontaktdaten sind auf der Internetseite www.bistum-augsburg.de/weltkirche zusammengestellt. (KNA)

12:50 Uhr: Früherer Osnabrücker Domkapitular an Corona gestorben

Der frühere Osnabrücker Domkapitular Herbert Brockschmidt ist tot. Er starb am Mittwochabend im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion in Osnabrück, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Brockschmidt gehörte von 2005 bis 2008 dem Domkapitel an, das den Bischof in der Leitung der Diözese berät und unterstützt.

Der in Hagen am Teutoburger Wald geborene Brockschmidt wurde 1958 in Osnabrück zum Priester geweiht. Er wirkte als Seelsorger unter anderem in Wellingholzhausen und Osnabrück und übernahm 1976 die Pfarrstelle auf der Insel Borkum. Dort war er insgesamt 28 Jahre tätig, von 1983 bis 2002 bekleidete er zugleich auch das Amt des Dechants im Dekanat Ostfriesland. Bischof Franz-Josef Bode berief ihn 2005 zum residierenden Domkapitular. (KNA)

12:40 Uhr: Umfrage: Papst inspiriert in Corona-Krise nur wenige Deutsche

Papst Franziskus ist laut einer Umfrage nur für wenige Deutsche eine Inspiration in der Corona-Krise. Nach einer Erhebung des Erfurter Meinungsforschungsinstituts "INSA Consulere" bejahten dies nur elf Prozent der Befragten. 68 Prozent hätten das Gegenteil geäußert, berichtete die katholische Wochenzeitung "Die Tagespost" am Donnerstag. Das Blatt hatte die Umfrage in Auftrag gegeben.

Auch die Katholiken hierzulande scheint das Kirchenoberhaupt in der Krise mehrheitlich nicht zu inspirieren. Dies gilt den Angaben zufolge für 54 Prozent. Positiv hätten sich dagegen 23 Prozent über Franziskus geäußert, von den Protestanten 7 und von Freikirchen-Anhängern 14 Prozent.

Für die Erhebung wurden laut "Tagespost" 2.062 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 3. und 6. April befragt. (KNA)

12:35 Uhr: Bischof Feige mahnt zu mehr Mitmenschlichkeit in Corona-Zeiten

Magdeburgs Bischof Gerhard Feige hat mit Blick auf die Corona-Einschränkungen zu verstärkter Solidarität aufgerufen. "Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Dienstbereitschaft gehören genauso zu uns Christen wie der Gottesdienst, und wenn eine Gemeinde dies vergäße, wäre sie eine Karikatur", sagte Feige laut Redemanuskript in seiner Predigt zum Gründonnerstag. "Wieviel Zeit, Kraft und Fantasie investieren wir doch immer wieder in die Gestaltung unserer Gottesdienste, damit sie festlich und ansprechend sind. Könnte der abrupte Ausfall der öffentlichen Liturgien in diesen Tagen uns nicht vielleicht auch dazu anregen, uns noch mehr denen zuzuwenden, die in den unterschiedlichsten Nöten sind?"

Der Bischof appellierte an die Gläubigen, sie sollten "angesichts der fast apokalyptisch anmutenden Corona-Pandemie" nicht in Resignation verfallen und sich lähmen lassen". Vielmehr gelte es, wachsam und hilfsbereit zu bleiben und im Wissen um Ostern Hoffnung und Zuversicht zu bewahren. "Wenn wir auch heute nicht gemeinsam in traditioneller Weise die Eucharistie feiern können, so kann doch das, was sich mit dem Gründonnerstag verbindet, uns zutiefst anrühren und sich in unserem Leben segensreich auswirken: das gläubige Teilen des Brotes - vielleicht bei einer häuslichen Agape-Feier, der selbstlose Dienst aneinander in vielfältiger Form und das vertrauensvolle Gebet in den Beschränkungen und Ungewissheiten dieser Tage", so Feige.

Am Gründonnerstag, dem Donnerstag vor Ostern, erinnert die Kirche an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Nach einem alten Brauch sollen "grüne Speisen" wie Spinat oder Brunnenkresse auf dem Tisch stehen. Allerdings verdankt der Tag seinen Namen offenbar nicht der Farbe, sondern dem althochdeutschen Wort "grunen" oder "greinen" für "weinen": Gründonnerstag ist somit ein Tag der Büßer. (KNA)

12:25 Uhr: Papst: Priester sollen bereit sein, ihr "Leben hinzugeben"

Papst Franziskus hat sich an Gründonnerstag an die katholischen Priester gewandt und sie zu Opferbereitschaft aufgerufen. Als Priester seien sie gesalbt, "um zu salben und unser Leben hinzugeben", schreibt das Kirchenoberhaupt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie via Twitter.

Anlass war die üblicherweise am Gründonnerstagmorgen stattfindende Chrisam-Messe, in der Priester und Diakone gemeinsam mit ihrem Bischof an ihre Weihe erinnern. Die gemeinsamen Gottesdienste wurden in den von Corona betroffenen Diözesen abgesagt. (KNA)

12:20 Uhr: Bischof Oster: Lockerungen müssen auch für Kirchen gelten

Der Passauer Bischof Stefan Oster sieht in der Corona-Krise Diskussionsbedarf zum Verhältnis von Religionsfreiheit und staatlicher Verfügungsgewalt. "Man darf in den Supermarkt gehen, aber in einer großen Kirche keinen Gottesdienst feiern - auch nicht mit wenigen Menschen", sagte der Bischof der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). "Ich möchte anfragen, ob das nicht möglich wäre. So wichtig es ist, dass wir alle bei den Beschränkungen mittun, so wichtig ist es auch, dass beginnende Lockerungen auch die Kirchen betreffen - und dann zum Beispiel halt Mundschutzpflicht für Gläubige gilt." (KNA)

12:10 Uhr: Bayerischer Pfarrer segnet Osterkörbe im Drive-through

Vom Entfall der Ostergottesdienste ist auch der traditionelle Brauch der Speisenweihe berührt. Der bayerische Pfarrer Stephan Rauscher hat eine Alternative ersonnen. In seinem Pfarrverband Holledau wird es am Ostersonntag an vier Standorten Drive-through-Stationen geben. Dort können Gläubige ihre Körbe mit Eiern, Brot und anderen Lebensmitteln im Vorbeifahren segnen lassen. Interessenten werden gebeten, keine Fahrgemeinschaften zu bilden und ihre Fahrzeuge nicht zu verlassen.

Das Angebot solle keinen Event-Charakter haben und sei nur für Einheimische gedacht, sagte der Pfarrer dem Bayerischen Rundfunk. Der Segen funktioniere zwar auch bei gestreamten Gottesdiensten, aber "ein gläubiger Mensch freut sich dann doch, wenn er den Pfarrer nicht nur am Bildschirm sieht".

Wenn jemand beim Drive-through das Autofenster lieber geschlossen halten wolle, sei das kein Problem. "Der Segen geht durch", versicherte der Pfarrer. Zudem habe ihn der Herrgott mit einer lauten Stimme gesegnet. Von Fußgängern mitgebrachte Körbe würden jedoch nicht geweiht. (KNA)

12 Uhr: Veranstalter: Halbe Million Teilnehmer bei bundesweitem Gebet

An der ökumenischen Aktion "Deutschland betet gemeinsam" haben sich laut Organisatoren mehr als 500.000 Menschen beteiligt. "Ich staune und bin extrem dankbar", teilte der katholische Theologe Johannes Hartl am Donnerstag in Augsburg mit. Der Chef des Augsburger Gebetshauses leitete am Mittwochabend das Gebet in der Corona-Krise. Tenor sei gewesen, "Licht ins Dunkel zu bringen, Verbundenheit statt Isolation, Hoffnung statt Angst", hieß es vom Gebetshaus weiter. "Auch die Einheit der Christen, die aus unterschiedlichsten Konfessionen zusammenkamen, wurde immer wieder betont." Ob die Aktion wiederholt werde, sei offen, aber denkbar.

Als Schirmherr der Aktion sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) laut Mitteilung in einer Grußbotschaft: "Der Glaube erfüllt das Herz mit Optimismus und zeigt, dass es mehr gibt als die jetzige Situation." Der Passauer Bischof Stefan Oster wurde als Unterstützer der Initiative so zitiert: Er bete, dass die Krise bewirke, "dass wir tiefer werden, vom Heiligen Geist berührt werden und dann neu in Gemeinschaft unseren Glauben feiern und Zeugnis von Jesus geben können".

Im Vorfeld hatte es im Netz viel Zustimmung, aber auch Kritik an der Aktion gegeben. Das Online-Magazin "Die Eule" schrieb: Wenn Politiker und Gemeindeleiter "in schwarz-rot-goldener Ästhetik die ganze Nation zum Gebet aufrufen, wird man fragen müssen, wer eigentlich einlädt und welcher Ideologie sich das Ansinnen verdankt". Zudem glichen Teile des Gebets einem Schuldbekenntnis, als sei Corona Folge von Sünde. Johannes Hartl wies den Artikel als "unzutreffend" zurück. Ferner distanzierten sich kurzfristig jüdische Religionsvertreter von der Aktion. Der sächsische Landesrabbiner Zsolt Balla und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle an der Saale, Max Privorozki, ließen ohne Begründung ihre Namen von der Unterstützerliste nehmen. Das Gebet sollte den Veranstaltern zufolge eine Hilfe sein "für Kranke und Gesunde, für alle, die jetzt wichtige Dienste leisten". Der Termin zum jüdischen Pessachfest sei "auch ein deutliches Signal gegen Antisemitismus in unserem Land". Unterstützt wurde die Aktion unter anderen von den katholischen Bischöfen Michael Gerber (Fulda), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Stefan Oster (Passau) und ihrem ernannten Augsburger Amtsbruder Bertram Meier. (KNA)

11:50 Uhr: Papst begeht Gründonnerstag im leeren Petersdom

In Rom beginnt Papst Franziskus am Abend die Feiern der Kar- und Ostertage mit der Gründonnerstagsmesse. Das Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu findet im leeren Petersdom statt und wird im Internet und von TV-Sendern übertragen. Für alle katholischen Gottesdienste weltweit in Gebieten, die von der Corona-Pandemie betroffen sind, hat der Vatikan zum Schutz vor Ansteckung die Anwesenheit von Gläubigen untersagt.

Auch die traditionelle Fußwaschung entfällt in der Papstmesse. Der Ritus, bei dem der Papst zwölf Personen die Füße wäscht und küsst, erinnert an eine Geste Jesu beim Letzten Abendmahl und soll ein Zeichen der Liebe und Verbundenheit sein. In den vergangenen Jahren feierte Franziskus die Gründonnerstagsmesse in Haftanstalten oder Sozialeinrichtungen. Dabei wusch er Straftätern, muslimischen Migranten oder Behinderten die Füße. In diesem Jahr wird die Feier in den Westarm des Petersdoms verlegt. Laut den vorab veröffentlichten Texten des Gottesdienstes betet Franziskus besonders um die Heilung der Kranken, um gemeinwohlorientierte Entscheidungen der Regierenden und um die Befreiung aller von Epidemien, Gewalt und Egoismus.

Auf einen sonst üblichen eigenen Gottesdienst zur Weihe heiliger Öle am Gründonnerstagmorgen verzichtete der Papst. Zu dieser sogenannten Chrisam-Messe sind normalerweise alle Geistlichen des Bistums Rom in den Petersdom eingeladen. Die Weihe der Öle, die bei verschiedenen Sakramenten und Weihehandlungen verwendet werden, wird nach Bistumsangaben zu einem späteren Zeitpunkt und ohne den Papst nachgeholt. (KNA)

11:40 Uhr: Bischof Genn: Meine Osterfreude ist sehr getrübt

Wegen des Ausfalls der öffentlichen Ostermessen ist auch die Osterfreude des Münsteraner Bischofs Felix Genn "sehr getrübt". Die aktuelle Stimmung in der Corona-Krise spiegle "eher den Karfreitag als das Halleluja der Osternacht wieder", sagte er am Donnerstag den "Ruhr Nachrichten" in Dortmund.

Lobende Worte fand der Bischof für die neuen Medien. So oft es auch Kritik an ihnen gebe, so seien sie doch jetzt ein Segen, sagte Genn und verwies auf die Internet-Übertragungen der Gottesdienste aus dem Dom in Münster. Dies habe sogar auch Vorteile mit sich gebracht. So könne er online mehr Menschen ansprechen, als vor Ort Platz hätten.

Positiv überrascht habe ihn auch, wie kreativ manche Gemeinden bei Internet-Gottesdiensten vorgegangen seien, so der Bischof. Weiter wies er darauf hin, dass die Seelsorger in der Corona-Krise über Telefon und per Mail für die Gläubigen erreichbar seien. (KNA)

11:35 Uhr: Heße: Humanitäre Krise an EU-Grenzen gemeinsam abwenden

Der Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stefan Heße, fordert von EU-Staaten ein gemeinsames Vorgehen, um eine humanitäre Krise an den Außengrenzen zu verhindern. Angesichts der Corona-Pandemie brauche es "Wege zu einer gerechten Verantwortungsteilung zwischen den Staaten Europas", erklärte Hamburgs Erzbischof am Donnerstag in einer Mitteilung der Bischofskonferenz in Bonn. "Deutschland und Europa sind in der Pflicht, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die desaströsen Verhältnisse auf Lesbos zu beenden."

"Vielen Menschen in unserem Land ist es ein Anliegen, dass Kinder, Familien und besonders vulnerable Flüchtlinge möglichst rasch die überfüllten griechischen Aufnahmelager verlassen können", so Heße weiter. Dies sei ein "starkes Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen". Vor einem Monat hatten mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, vereinbart, insgesamt 1.600 unbegleitete oder kranke Kinder und Jugendliche von den griechischen Inseln aufzunehmen. Heße betonte: "Es ist an der Zeit, dass den Worten endlich auch Taten folgen." Deutschland solle sich nicht scheuen, bei der Verwirklichung dieses bereits verabredeten Projekts voranzugehen, statt darauf zu warten, bis andere Staaten sich bewegen. Dass das Bundesinnenministerium kommende Woche 50 Kinder und Jugendliche einreisen lassen will, nannte Heße einen wichtigen ersten Schritt.

Die Kirchlichen Institutionen seien bereit, ihren Beitrag "zur Überwindung der humanitären Not an den EU-Außengrenzen zu leisten". Heße rief dazu auf, "politische Blockaden zu überwinden und - trotz Corona-bedingter Einschränkungen - zu einer schnellen Lösung zu gelangen". (KNA)

11:25 Uhr: Patriarchatsleiter: Von den ungewöhnlichen Feiern lernen

Die Feier der drei Österlichen Tage am Originalschauplatz in Jerusalem geschieht in diesem Jahr nach Worten von Erzbischof Pierbattista Pizzaballa unter sehr schwierigen Umständen. "Doch vielleicht gibt es etwas, das wir in den halb heimlichen Feiern dieser Tage neu lernen können, gerade weil sie ohne triumphalem Einzug sowie feierliche und überfüllte Feiern stattfinden", sagte der Leiter des Patriarchats in Jerusalem laut Predigtmanuskript am Gründonnerstag.

Von den bestehenden Traditionen abzuweichen, könne es erlauben, "ein Wort, eine Reflexion, eine Lehre zu begreifen, denen wir in normalen Momenten vielleicht keine Aufmerksamkeit geschenkt hätten", so der Italiener zu den ungewöhnlichen Umständen der Feier. In diesen Tagen seien wir in dem getroffen und verwundet, was uns am liebsten sei: unseren menschlichen Beziehungen. "Es scheint, dass der Herr sie uns weggenommen hat und sie später gereinigt zu uns zurückbringt", sagte Pizzaballa. Möglicherweise wolle Gott uns damit sagen, dass "wir uns entweder gegenseitig unterstützen oder egoistisch sein können und dann nur an uns selbst denken". Die "seltsame und schmerzhafte" Einsamkeit dieser Tage könne uns eine Reinigung und eine Rückkehr zum Hören auf das Wort Gottes lehren.

Der Patriarchatsleiter war am Donnerstagmorgen in Begleitung von franziskanischen Ordensmännern und zwei weiteren Geistlichen in die Grabeskirche eingezogen. In einer wegen der Corona-Schutzmaßnahmen stark eingeschränkten Feier erinnerte er an die Fußwaschung und das Letzte Abendmahl Jesu und an die Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums. Wie auch Papst Franziskus in Rom verzichtete Pizzaballa darauf, wie sonst üblich im Gedenken an die dienende Geste Jesu zwölf Personen die Füße zu waschen. Die üblicherweise am Gründonnerstag gefeierte Weihe der Heiligen Öle wurde auf einen späteren Zeitpunkt verlegt, möglicherweise vor Pfingsten. (KNA)

11:15 Uhr: Oberammergauer spielen Passionsmusik vom Kirchturm ab

Die Oberammergauer feiern die Kar- und Ostertage traditionell mit historischer Musik aus dem Passionsspiel. Wegen des Verbots öffentlicher Gottesdienste wird diese nun wenigstens in Ausschnitten vom Kirchturm aus erklingen, und zwar mit Hilfe eines professionellen Tontechnikers, wie das Portal des Sankt Michaelsbundes mk-online.de am Donnerstag berichtete. Mehrere Zentner Ausrüstung seien von Helfern in fünf Stunden in die Glockenstube geschleppt worden. Die Kompositionen würden von einem Notebook aus abgespielt und verstärkt, so dass sie im ganzen Dorf zu hören seien.

Die Freiwillige Feuerwehr fährt demnach durch die Straßen und kündigt die Musik jeweils per Lautsprecher an, verbunden mit dem Hinweis, sich trotzdem nicht zu versammeln. In einem digitalen Flugblatt heißt es: "Singt's alle mit, aber bleibt's dahoam." Zum Auftakt am Palmsonntag wurde dem Bericht zufolge das Lied "Heil Dir" abgespielt, das die Mädchen und Buben in Oberammergau schon im Kindergarten lernen. Am Karfreitag um 17 Uhr erklingt die Grabmusik, am Ostersonntag um 9.45 Uhr das Hallelujah.

Die Idee zu der Aktion hatte laut mk-online.de Pastoralreferentin Angelika Winterer, die als Beauftragte die auf 2021 verschobenen Passionsspiele als Seelsorgerin begleitet. Politische Gemeinde, Passionsspielverantwortliche und Polizei hätten keine Einwände gehabt, alle Absprachen seien telefonisch erfolgt. Bei der Premiere am vergangenen Sonntag soll auch Spielleiter Christian Stückl kräftig mitgesungen haben. (KNA)

11:05 Uhr: Katholische Rehaklinik wird in Corona-Krise zur Hilfsklinik

Die Rehaklinik Santa Maria der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Oberjoch im Allgäu soll im weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie zur Hilfsklinik umfunktioniert werden. Der Reha-Betrieb ist seit Ende März ausgesetzt. Steigen die Infizierungsraten weiter an, sollen dort deshalb Patienten mit anderen Krankheiten oder Corona-Patienten, die kurz vor der Genesung stehen, untergebracht werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik. Das soll die umliegenden Krankenhäuser entlasten, damit man dort weiterhin ausreichende Kapazitäten gewährleisten kann.

In der Klinik sind bisher zwei Stationen für 40 Patienten eingerichtet worden. Ein Ausbau auf sieben Stationen für bis zu 150 Patienten sei möglich, erläutert Thomas Schmoltner, der Leiter der Einrichtung, in der Mitteilung. Die Beschäftigten würden derzeit für die neuen Aufgaben geschult. "Normalerweise betreuen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kinder und Jugendliche als Reha-Patienten. Die Betreuung von Corona-Patienten ist da natürlich eine ganz andere Herausforderung", so Thomas Schmoltner. (cst)

11 Uhr: Italiens Regierung dankt Kirchen für Kooperation

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat der Kirche des Landes für ihre Kooperation in der Corona-Krise gedankt. Der Regierung sei bewusst, welch "großes Opfer" sie den Gläubigen und Seelsorgern abverlange, indem die Gottesdienste der Kar- und Ostertage ohne Gemeinde stattfinden müssten, sagte Conte der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Donnerstag).

Die Regierung sei "dankbar für das Verantwortungsbewusstsein, mit dem die Bischöfe unter Leitung von Kardinal Gualtiero Bassetti die Maßnahmen akzeptiert haben", so Conte. Allen sei bewusst, um was es "in dieser für das Land dramatischen Situation" gehe. Gleichzeitig bedankte er sich für die Worte von Papast Franziskus, der mehrfach um Solidarität und Gebet mit den politisch Verantwortlichen gebeten hatte. "Diese Botschaft hat mir Kraft gegeben", so der Regierungschef. (KNA)

10:50 Uhr: Markusdom in Venedig legt Instandhaltung auf Eis

Der Markusdom in Venedig hat angesichts der Corona-Krise alle Instandhaltungsarbeiten eingestellt. Nur der Wach- und Reinigungsdienst werde aufrecht erhalten, sagte der zuständige erste Prokurator der Basilika, Carlo Alberto Tesserin, der Zeitung "Italia Oggi" (Donnerstag). Sämtliche Restaurierungen würden ausgesetzt; 53 Beschäftigte erhielten Kurzarbeitergeld. Auch nach dem Ende des Notstands werde die Rückkehr zur Normalität "leider ziemlich lang", so Tesserin.

Nach Angaben der Zeitung ist es das erste Mal in der über tausendjährigen Geschichte des Markusdoms, dass das Gotteshaus komplett geschlossen ist. Erst im November hatte die Kathedrale durch ein Hochwasser schwere Schäden am Mauerwerk und der Baudekoration erlitten. Die Ausstattung der Basilika mit seinen Mosaiken zählt zu den bedeutendsten des Abendlandes. Die meisten stammen aus dem 13. Jahrhundert. (KNA)

10:40 Uhr: Eine Rolle Klopapier ab sechs Flaschen Frankenwein

Die Vinothek des Würzburger Juliusspitals hat auf die offensichtliche Klopapier-Leidenschaft der Deutschen reagiert: Wer im "Weineck Julius Echter" sechs Flaschen Frankenwein kauft, bekommt eine Rolle Toilettenpapier geschenkt, wie die kirchliche Stiftung am Donnerstag mitteilte. "Wie waren die Menschen erstaunt, dass in Frankreich und Spanien die Weinregale als erstes leergeräumt waren, in Deutschland hingegen die Regale mit Toilettenpapier."

Auch auf Facebook sorgt sich das Juliusspital um die großen Hygienepapier-Vorräte der Deutschen. In einem Film werden die Menschen dazu aufgerufen, "die schönsten, lustigsten oder ausgefallensten Toilettenpapier-Aufhübscher" zuzusenden. Die besten Ideen werde man im Schaufenster der Vinothek ausstellen, so das Versprechen. Als erste Idee wird unter anderem eine Klopapier-Rolle über dem Flaschenhals eines Juliusspital-Weins in einem Weinkühler präsentiert.

Das Juliusspital wurde 1576 von Fürstbischof Julius Echter gegründet. Zur gemeinnützigen Stiftung gehört unter anderem ein Weingut, Landwirtschaft und ein Forstbetrieb, aber auch ein Krankenhaus, ein Seniorenstift, ein Hospiz sowie eine Berufsfachschule für Pflege. (KNA)

10:30 Uhr: Gericht erlaubt Open-Air-Gottesdienste

Nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern (OVG) sind Gottesdienste unter freiem Himmel auch während der Corona-Krise im Prinzip erlaubt. Notwendig sei allerdings eine Genehmigung, die von der Versammlungsbehörde und der zuständigen Gesundheitsbehörde gemeinsam erteilt werden müsse, teilte das OVG am späten Mittwochabend in Greifswald mit. Das OVG hatte in einem Eilverfahren über mehrere Vorschriften der SARS-CoV-2 Bekämpfungsverordnung der Landesregierung entschieden (Az. 2 KM 236/20 OVG).

Grundsätzlich gelte das von der Landesregierung erlassene Verbot von Gottesdienstfeiern in Kirchen, Moscheen, Synagogen, Kapellen und anderen Orten, erklärte das OVG. Das Grundrecht auf freie Religionsausübung werde durch dieses Verbot angesichts der aktuellen Situation nicht unverhältnismäßig eingeschränkt. Die Ausnahmebestimmung für Veranstaltungen unter freiem Himmel gelte im Übrigen für alle Glaubensgemeinschaften. Das Gericht hatte die evangelische Nordkirche zum Verfahren beigeladen. (epd)

9:40 Uhr: Sternberg: Internet-Übertragungen können Osterfest nicht ersetzen

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, sieht das derzeitige Gottesdienstverbot als notwendig, jedoch "bitter" an. "Es ist schon ein sehr harter Schlag nicht nur für engagierte Christen, das höchste Fest der Christenheit erstmals seit fast 2.000 Jahren in diesem Jahr nicht richtig feiern zu können", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Internet-Übertragungen könnten das Osterfest nicht ersetzen. "Das Miteinander, die Gemeinschaft und das Erleben der Gottesdienste fehlen sehr. Liturgie ist eben keine Theaterveranstaltung, in der irgendwelche Kleriker etwas für unbeteiligte Zuschauer aufführen. Sie ist eine Gemeinschaftsfeier, mit der Christgläubige gemeinsam ein großes Fest begehen", so Sternberg. Zum Glück seien die Kirchen geöffnet und müssten weiterhin ein Ort zum Beten, zum Nachdenken oder Kerzen Anzünden bleiben.

Sternberg unterstrich, dass viel in den Gemeinden angeboten werde. Er ergänzte jedoch: "Insgesamt scheint mir das Einklinken in die Notfallpläne aber allzu glatt zu laufen. Das stört nicht nur Traditionalisten. In anderen Ländern erlebt man da mehr Fantasie und öffentliches Engagement." Der ZdK-Präsident sei zudem erstaunt über die Zurückhaltung der christlichen Gemeinschaft in der Corona-Krise: "Wir sind zu wenig vernehmlich. Das erstaunt mich sehr. Wann, wenn nicht jetzt, sind wir gefordert und hätten als Gläubige viel zu sagen", sagte Sternberg. Es sei der Papst, der sich zu Wort melde. "Ansonsten kommen die Kirchen in diesen Tagen bei uns erstaunlich wenig vor, obwohl sie in ähnlichen Krisen immer eine zentrale Rolle spielten", vermisst der ZdK-Chef die deutlich vernehmbare Stimme der Kirche. Sternberg stellte auch die Frage, wie die Kirche am Ende aus dieser Krise wieder herauskomme. "Wir als Kirche müssen mehr sein als eine Behörde, die unsere Gesellschaft funktionieren lässt und unter den vielen Sinnanbietern nur eine weitere Option im Angebot hat", mahnte er.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nannte das Ausfallen öffentlicher Gottesdienste notwendig. Das Gottesdienstverbot unterstütze die evangelische Kirche und biete deswegen digital unterschiedlichste Formate des Mitfeierns an. Ostern falle nicht aus, betonte Sternberg im ZDF-Morgenmagazin (Donnerstag). Das Osterfest an diesem Wochenende werde "kraftvoller" gefeiert als jemals zuvor, denn jeder werde die Zeit mit starken Gefühlen begehen. Der bayerische Landesbischof äußerte die Hoffnung, gestärkt aus der Corona-Krise hervorzugehen. "Der christliche Satz, dass die Liebe Gottes stärker ist als der Tod, ist in vielen konkreten Erfahrungen spürbar geworden. Die Menschen sind achtsamer geworden, sie helfen einander und stehen sich bei." Es sei eine Art "Revolution des Mitgefühls im Alltag", die nur vergleichbar mit dem Jahr 2015 sei, als viele Menschen die schutzsuchenden Flüchtlinge unterstützten. (tmg/KNA)

9:20 Uhr: Oberverwaltungsgericht bestätigt Gottesdienstverbot wegen Corona

An Ostern bleiben wegen der Corona-Pandemie öffentliche Gottesdienste in Berlin verboten. Am Mittwochabend bestätigte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin, das einen Eilantrag des Vereins "Freundeskreis St. Philipp Neri" abgelehnt hatte.

Der Verein wollte im katholischen "Institut Philipp Neri" Gottesdienste mit bis zu 50 Gläubigen feiern dürfen. Die katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen hatten bundesweit dazu aufgerufen, das Versammlungsverbot zu achten und öffentliche Gottesdienste vorerst abgesagt.

Das Institut päpstlichen Rechts ist seit 2003 in Berlin ansässig und untersteht nicht dem Erzbistum Berlin. Es hat sein Zentrum im Sankt-Afra-Stift im Wedding. Dort werden Gottesdienste in traditioneller lateinischer Liturgie gefeiert, wie sie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) üblich war. Das Neri-Institut wird nach dessen Angaben von bis zu 300 Gläubigen unterstützt. (KNA)

9:10 Uhr: Käßmann: Aus Erfahrungen mit Corona-Krise Lehren ziehen

Die Theologin und frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, fordert von Politik und Gesellschaft, Lehren aus den Erfahrungen mit der Corona-Krise zu ziehen. Sie hoffe, dass man neu auf Berufsgruppen schauen werde, die noch vor kurzem nicht die notwendige Wertschätzung erfahren hätten, sagte sie der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Es sind ja vor allem schlecht bezahlte Frauenberufe, die jetzt systemrelevant sind: die Kassiererin im Lebensmittelladen, die Altenpflegerin, aber auch Post- und Paketboten, die Müllabfuhr." Diese Gruppen bräuchten auch auf lange Sicht höhere Wertschätzung und damit auch bessere Bezahlung.

"Eine weitere Hoffnung, die ich habe, ist, dass wir sehen, dass ein Gesundheitssystem nicht alleine unter ökonomischen Gesichtspunkten betrieben werden kann." Krankenhäuser müssten ohne hohen wirtschaftlichen Druck zur Daseinsfürsorge zählen. Käßmann forderte zugleich, dass "Beschränkungen dort gelockert werden, wo das möglich ist". Die Jungen täten sich mit diesem Virus offensichtlich leichter. "Es sollten also Schritt für Schritt die Schulen und Kindertagesstätten wieder geöffnet werden." Dies seien schwierige Entscheidungen, die Politiker verantworten müssten. "Deshalb bin ich froh, in einem Land zu leben, in dem ich der Politik genau das zutraue."

Käßmann forderte die Gesellschaft auf, angesichts der Corona-Krise offener über den Tod zu diskutieren: "Was wir tabuisieren, macht uns viel mehr Angst als das, was wir aussprechen", sagte sie. "Worüber die Gesellschaft diskutieren sollte, ist die Frage: Wie will ich eigentlich sterben? Habe ich eine Patientenverfügung? Ich erlebe immer wieder, dass Menschen das abwiegeln, nicht darüber sprechen möchten. Vielleicht rüttelt diese Krise so manchen auf." Die Theologin zeigte sich glücklich über die im Fernsehen übertragenen Gottesdienste. "Ein Osterfest, ohne dass ich zur Kirche gehe - das hat es für mich noch nie im Leben gegeben." Sie sei deshalb sehr dankbar, dass es Fernsehgottesdienste gebe und werde sich der "Fernsehgottesdienst-Gemeinde" anschließen. Dies sei leider eine andere Erfahrung, als mit anderen Menschen gemeinsam "Christ ist erstanden" zu singen. Sie hoffe, dass das Läuten der Kirchenglocken am Ostersonntag in ganz Deutschland auch jene Menschen erreiche, die gerade verzagt und einsam seien. (KNA)

9 Uhr: Vatikan meldet weiteren Corona-Fall

Der Vatikan hat einen weiteren Corona-Fall unter seinen Beschäftigten bekanntgegeben. Damit seien mittlerweile acht Infektionen bestätigt, teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Mittwoch mit. Von diesen gälten zwei Personen als geheilt, eine andere sei aus dem Krankenhaus entlassen und auf dem Weg der Genesung. Zwei weitere befinden sich nach Angaben des Sprechers in klinischer Behandlung, drei ohne Symptome in häuslicher Quarantäne.

Der jüngste Ansteckungsfall betraf laut Bruni einen Angestellten, der in der ersten Märzhälfte außerhalb Roms seine kranken Eltern betreut hatte. Nach den ersten Symptomen habe er sich in ein lokales Krankenhaus begeben, ohne nach Rom zurückzukehren, und sei jetzt unter strenger Beobachtung.

Bezogen auf die Bevölkerungszahl weist der Vatikanstaat die weltweit höchste Häufigkeit bestätigter Corona-Fälle auf, gefolgt von anderen Kleinstaaten wie San Marino, Andorra und Luxemburg. (KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.