Eine Dorfkirche steht im Novemberregen.
Newsticker: Corona und die Kirche, 15. April

Vatikan richtet Kommission zum Umgang mit Corona-Folgen ein

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 15.04.2020

19.10 Uhr: Vatikan richtet Kommission zum Umgang mit Corona-Folgen ein

Der Vatikan hat eine Kommission ins Leben gerufen, die Leitlinien für den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie erarbeiten soll. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung besteht das Gremium unter Leitung des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen aus fünf Arbeitsgruppen. Aufgabe der Mitglieder sei eine umfassende Analyse über die "sozioökonomischen und kulturellen Herausforderungen der Zukunft".

Die behördenübergreifenden Arbeitskreise sollen zudem Pläne für eine wirksame Unterstützung der Ortskirchen entwerfen, die gemeinsam mit dem weltweiten Hilfsnetzwerk Caritas Internationalis gegen die Krise vorgehen könnten. Ein weiterer Schwerpunkt ist den Angaben zufolge die Erforschung der Pandemie und deren Folgen – insbesondere für Umwelt, Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit, Politik, Kommunikation und Sicherheit. Auch über die Finanzierung von Hilfsprojekten werde in den fünf Gruppen beraten.

Die Ergebnisse würden unter Federführung des vatikanischen Staatssekretariats an andere Staaten und internationale Organisationen weitergegeben, hieß es. "Wir müssen jetzt handeln und schnellstmöglich darüber nachdenken, was als nächstes passiert", sagte Kurienkardinal Peter Turkson dem Portal "Vatican News" am Mittwoch. Es gehe darum, angesichts der Krise "ein rasches und konkretes Zeichen der Unterstützung" durch den Papst und die Kirche zu setzen, so der Leiter der Entwicklungsbehörde. Die neu geschaffene Kommission werde alle Kräfte bündeln, um den Ortskirchen zu helfen und so Leben zu retten.

Darüber hinaus gelte es, Vorkehrungen für die Zeit nach der Pandemie zu treffen, betonte Turkson. Papst Franziskus sei überzeugt, dass die Menschheit vor einem "epochalen Wandel" mit gravierenden sozialen und wirtschaftlichen Einschnitten stehe. Die Kirche benötige ein Konzept darüber, was sie in dieser schwierigen Zeit anbieten könne. "Wenn wir nicht über morgen nachdenken, werden wir am Ende wieder unvorbereitet sein", so der Kardinal. (KNA)

16:20 Uhr: Erzbischof Koch: Bei Corona-Lockerungen Gottesdienste bedenken

Berlins Erzbischof Heiner Koch fordert mit Blick auf mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen, auch die Belange der Kirchen zu berücksichtigen. "In dem Maß, in dem Veranstaltungen ermöglicht werden, erheben wir natürlich auch den Anspruch, Gottesdienste feiern zu können", erklärte Koch am Mittwoch in Berlin. Zugleich betonte er, dass es ihm nicht um einen "Sonderweg für die Kirchen" gehe.

"Wir setzen uns für wirksame Regelungen ein, die dann auch überall gelten", so Koch. Der Abstand, der beispielsweise einzuhalten sei, müsse gleichermaßen in Supermärkten, Museen, Gaststätten und Kirchen gelten. "Die Fachleute müssen sagen, wie groß der Abstand sein soll. Das werden wir dann auch in unseren Gottesdiensten umsetzen. Damit wäre auch geregelt, dass die Zahl der Teilnehmenden von der Größe der Räume abhängt", erläuterte der Erzbischof.

Gleichzeitig unterstrich er: "Wir tragen auch weiterhin die Regelungen mit, die vom Bund und von den Ländern vorgegeben werden. Wir tun dies zum Schutz der Menschen. Wir wissen es nicht besser als die Fachleute." Als Kirche sei man solidarisch. "In dieser Krise geht es nicht darum, Freiheiten - auch nicht die Religionsfreiheit - zu beanspruchen, sondern Menschen zu schützen und auch die nicht zu überfordern, die sich um die Kranken kümmern", so Koch. (KNA)

15:40 Uhr: Benediktiner aus Kloster Scheyern als Intensivpfleger im Einsatz

Der Benediktiner Wolfgang Hubert (55) aus dem oberbayerischen Kloster Scheyern ist derzeit in seinem erlernten Beruf als Intensivpfleger wieder aktiv. Das Krankenhaus in Pfaffenhofen an der Ilm sei aufgrund der Pandemie auf ihn zugekommen, erzählte der Pater der "Münchner Kirchenzeitung". In der Klinik, wo er regelmäßig Gottesdienste feiere, sei bekanntgewesen, dass er eine medizinische Ausbildung habe. Sollte die Krise anhalten, sei der Leitung wichtig gewesen, "dass jemand ein paar medizinische Handgriffe machen und auch mit vielleicht schwierigen psychischen oder seelsorglichen Situationen umgehen kann".

"Natürlich bin ich fachlich nicht mehr auf der Höhe", gibt der Ordensmann zu. Die Kollegen könnten ihm, wenn sie wollten, ständig zeigen, was er alles nicht könne. Schließlich liege seine Abschlussprüfung 32 Jahre zurück. Abgelegt hat er sie noch zu DDR-Zeiten nach einer normalen Ausbildung zum Krankenpfleger in einer katholischen Klinik in Halle an der Saale. Kurz darauf sei der gebürtige Mecklenburger in das Benediktinerkloster Huysberg im Harz eingetreten und später nach Scheyern gekommen. Nun ist der Pater mit Erlaubnis von Abt Markus Eller 20 Stunden in der Woche auf noch unbestimmte Zeit je nach Bedarf in der Früh- oder der Spätschicht der Klinik aktiv, wie es heißt. "Da gehen die Wissensschubladen im Kopf schnell auf", so der Benediktiner, "und das Gelernte kommt zurück." Demnächst werde er wohl wieder Infusionen legen, den Kreislauf von Patienten am Monitor beobachten und mit ihnen Atemtechniken einüben. Aber auch sonst gebe es immer was zu tun: "Betten machen, waschen, Blutdruck und Puls messen."

Dem ersten Covid-19-Erkrankten begegnete der Ordensmann schon in den ersten Tagen: "Die kommen oft noch recht fit zu uns, können aber vom Kreislauf her schnell abgleiten." Ihnen mit einfachen Übungen das Atmen zu erleichtern und sie seelisch zu stützen, sei Teil seiner Arbeit. Letzteres gelte auch für die "normalen" Patienten, die er pflege. Manchmal werde er von ihnen oder Angehörigen um ein Gebet gebeten, wenn sie auf seinem Namensschild gelesen hätten, dass der Krankenpfleger auch ein Pater sei. Zudem habe er ein offenes Ohr für die Pflegekräfte, aber auch für das Putzpersonal, das von dieser ungewöhnliche Situation belastet sei. (KNA)

15:10 Uhr: 500.000 Euro für Corona-Hilfe im Oldenburger Land

Mit insgesamt 500.000 Euro will die katholische Kirche im Oldenburger Land Corona-Hilfsprojekte unterstützten. Weihbischof Wilfried Theising und der Direktor des Landes-Caritasverbands für Oldenburg, Gerhard Tepe, stellten am Mittwoch einen entsprechenden Fonds des Bischöflich Münsterschen Offizialats in Vechta vor.

Gefördert werden können laut Angaben "neue und bereits bestehende Maßnahmen und Projekte aus dem Oldenburger Land, die sich für in Not geratene Menschen durch die Corona-Pandemie einsetzen und Hilfen organisieren", wie beispielsweise Nähprojekte, Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienemaßnahmen oder Maßnahmen der Familienerholung. Das Geld sei jedoch nicht als Schutzschirm für Einrichtungen gedacht. Anträge könnten ab sofort von kirchlichen und ebenso von nicht-kirchlichen Gruppen gestellt werden, hieß es.

Die hohe Summe solle deutlich machen, dass es der Kirche ein großes Anliegen sei zu helfen, sagte Theising. Gleichzeitig solle sie die vielen Engagierten ermutigen. Unabhängig von dem Fonds gelte es in der jetzigen Zeit, zuerst bei den Menschen zu sein, die von Krankheit betroffen sind, betonte der Weihbischof. (KNA)

14:10 Uhr: Kindertageseinrichtungen warnen vor schnellem Exit

Der Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) warnt davor, das Betreuungsangebot in Kindertageseinrichtungen kurzfristig voll aufzunehmen. Die Träger bräuchten klare Aufnahmekriterien, die medizinisch, hygienisch und sozial verantwortbar seien, so der Chef des Verbandes, Clemens Bieber, am Mittwoch in Freiburg. Es gelte, auch die Personalsituation unter den Fachkräften zu berücksichtigen. Fast jeder fünfte Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen sei älter als 55. Im KTK sind rund 8.000 katholische Kindertageseinrichtungen mit mehr als 100.000 Fachkräften organisiert.

Der Verband nannte für eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebes Kriterien: So sollte unter anderem die Notbetreuung auf maximal zehn Kinder pro Gruppe erhöht werden. Weiter müsse ein Platz-Sharing in getrennten Gruppen angestrebt werden. Die Betreuungsteams müssten unverändert bleiben. Im ersten Schritt sollten nur Fünf- bis Sechsjährige aufgenommen werden. (KNA)

14 Uhr: Regierung trifft am Freitag Religionsvertreter zu Corona-Krise

Vertreter des Bundesinnenministeriums treffen sich am Freitag mit Religionsvertretern zum Austausch über die aktuelle Lage in der Corona-Krise. Das teilte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin mit. Demnach hat der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Markus Kerber, unter anderen Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, des Zentralrats der Juden, der orthodoxen Kirche sowie des Koordinierungsrats der Muslime zu einem Gedankenaustausch eingeladen. Thema sei die Erfahrung mit den Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. So sind derzeit etwa keine öffentlichen Gottesdienste möglich. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), online Religionsvertreter zum Gespräch eingeladen. (KNA)

13:30 Uhr: Lateinischer Corona-Song in den Charts

Der auf Latein verfasste Pop-Song "Victoriam", der in der Corona-Krise Hoffnung geben soll, ist am Osterwochenende auf Platz Eins der iTunes-Single-Charts gelandet. Das Lied auf dem gleichnamigen Album der Gruppe Sinfoglesia führt zudem die Amazon-Download-Liste an. Für den Komponisten und Texter Christoph Siemons (51) klingt Latein geheimnisvoll und erhaben, wie er am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Köln sagte. "Für mich ist Latein ein Stilmittel."

Siemons, der unter anderem Musik rund um die RTL-Show "Big Brother" produzierte, rief die Gruppe Sinfoglesia nach einer schweren Herzerkrankung ins Leben. Er stamme aus einem katholischen Elternhaus, erklärte der Komponist. Als er vor rund sieben Jahren am Herzen operiert worden sei, habe er Gott versprochen, eine Messe zu schreiben, sollte er überleben. Sechs Jahre arbeiteten Siemons und Sinfoglesia - eine Gruppe aus rund 100 Musikern - an den Aufnahmen.

Das erste Album will das Medienunternehmen Burda Forward im Herbst veröffentlichen. "Victoriam" ist als Single nun vorab erschienen. Das Lied handelt von der Hoffnung auf einen Sieg (Latein: "victoria") der Fürsorge und des Lebens. Die Download-Einnahmen sollen laut Burda Forward den Tafeln zugute kommen. (KNA)

12:20 Uhr: Badische Bischöfe belobigen Bauern

Die Bischöfe der beiden großen Kirchen in Baden haben den Landwirten für ihre Arbeit gedankt und zugleich Hilfe angeboten. Der evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der katholische Erzbischof Stephan Burger erklärten am Mittwoch mit Blick auf fehlende Saisonarbeiter: "Wir bitten Sie, sagen Sie uns, wie wir Sie ganz praktisch oder durch unsere Kontakte und Einrichtungen unterstützen können - auch bei anderen Fragen und Herausforderungen." Es tue weh, nicht ernten zu können, was man mit viel Mühe gesät und gepflegt habe.

Cornelius-Bundschuh und Burger warben grundsätzlich für Lösungen, die einer umfassenden Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gerecht würden. Dies sei unverzichtbar, weil die Möglichkeiten des Planeten begrenzt seien, so die Kirchenvertreter. (KNA)

12:10 Uhr: Über 42.000 Menschen sehen Osternacht aus Münchner Dom im Stream

Große Nachfrage nach kirchlichen Internet-Angeboten der Erzdiözese München und Freising: Mehr als 150.000 Mal wurden die Live-Streams der Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen im Münchner Liebfrauendom auf den verschiedenen Kanälen aufgerufen, wie die Pressestelle des Erzbistums am Mittwoch mitteilte. Allein die Übertragung der Osternacht mit Kardinal Reinhard Marx über die Homepage sowie über die Facebook- und Youtube-Kanäle habe mindestens 42.200 Menschen erreicht - so viele wie niemals zuvor auf diesem Weg.

Auch die Karfreitagsliturgie mit dem Erzbischof von München und Freising gehörte mit rund 33.300 Zugriffen zu den Spitzenreitern, wie es hieß. Beide Werte lägen um ein Vielfaches über den bisher gestreamten Gottesdiensten aus dem Münchner Dom. Somit hätten in den vergangenen Tagen von der Chrisam-Messe am Mittwoch der Karwoche bis zum Ostermontag besonders viele Gläubige das Angebot der Erzdiözese genutzt, die Liturgie mitzufeiern, auch wenn angesichts der Corona-Pandemie keine öffentlichen Gottesdienste möglich seien.

Über ihre Social-Media-Kanäle hat die Erzdiözese laut Mitteilung auch viele positive Rückmeldungen zu ihren Stream-Angeboten erhalten. Dies habe für die Predigten, die musikalische Gestaltung und die Übersetzung in Gebärdensprache gegolten. Oftmals gedankt worden sei über Facebook, Youtube und Twitter zudem allen Beteiligten vor und hinter den Kameras. Auch viele Pfarreien hätten zudem gestreamte Gottesdienste im Internet angeboten, so dass die Zahl der Gläubigen, die auf diese Weise die Kar- und Ostertage im Erzbistum begangen hätten, insgesamt sehr hoch gewesen sei. (KNA)

12 Uhr: Bistum Eichstätt spendet 10.000 Euro Corona-Hilfe für Burundi

Das Bistum Eichstätt gibt 10.000 Euro aus seinem Katastrophenfonds nach Burundi. Caritas International soll das Geld zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in dem ostafrikanischen Land nutzen, wie die Diözese am Mittwoch mitteilte. Demnach sollen zum Beispiel Handwascheinrichtungen, Schutzmasken, Handschuhe und Schutzkittel sowie Personalkosten für Ärzte und Pflegekräfte mitfinanziert werden. Burundi sei eines der ärmsten Länder weltweit, politisch wie sozioökonomisch in der Krise und immer wieder von Unruhen geprägt. Burundis acht katholische Bistümer pflögen seit den 1970er Jahren eine Partnerschaft mit dem Bistum Eichstätt. (KNA)

11:30 Uhr: Mehr als zehn Millionen sahen kirchliche Programme an Ostern

Mehr als zehn Millionen Menschen haben in der Osterzeit Gottesdienste und andere kirchliche Programme in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern eingeschaltet. "Allein die evangelischen und katholischen Gottesdienste von Karfreitag bis Ostermontag sahen über acht Millionen Zuschauer", erklärte der Medienbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, am Mittwoch in Frankfurt am Main. Das aus Anlass der Corona-Krise erste ökumenische "Wort zum Sonntag" mit dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, dem Limburger Bischof Georg Bätzing, und dem EKD-Ratsvorsitzenden, dem bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, habe in der Osternacht allein 2,23 Millionen Zuschauer erreicht und damit große Zustimmung gefunden, hieß es weiter.

Insgesamt haben ARD, ZDF und die dritten Programme zum höchsten Fest der Christenheit den Angaben zufolge neun katholische und evangelische Gottesdienste ausgestrahlt - darunter auch ein Gottesdienst am Ostersonntag aus der Saalkirche in Ingelheim, die noch bis Mitte Mai fester Drehort der evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste bleiben wird. Die beiden Gottesdienste am 3. Mai mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm und am 17. Mai mit Diakoniepräsident Ulrich Lilie sollen von dort übertragen werden. Bereits am 26. April kommt der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber nach Ingelheim. "Im Moment fahren wir auf Sicht und entscheiden von Fall zu Fall", sagte der evangelische Senderbeauftragte für ZDF-Gottesdienste, Stephan Fritz, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Wegen der Corona-Krise haben seit Ende März alle evangelischen Fernsehgottesdienste vor leeren Besucherbänken in der Ingelheimer Saalkirche stattgefunden. Mit dem Verzicht auf wechselnde Orte wollen die Verantwortlichen Anfahrtwege für die Mitarbeiter des Senders reduzieren und den Aufwand für Auf- und Abbauarbeiten verringern. Dank einer Sondererlaubnis des örtlichen Gesundheitsamtes können neben dem jeweiligen Prediger unter anderem auch noch einige Chorsänger und Organisten an den Gottesdiensten teilnehmen. Grundsätzlich sind in Deutschland seit Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie alle Gottesdienste verboten. Auch die katholische Kirche hatte wegen der Corona-Krise beschlossen, alle ihre Fernsehgottesdienste an einem einzigen Ort in der Nähe zum Mainzer ZDF-Sendezentrum zu konzentrieren. Sie wählte dazu die Hospitalkirche St. Joseph im südhessischen Bensheim aus. (epd)

10:45 Uhr: Caritas-Online-Beratung boomt – Blick auf Verletzliche wichtig

Die Online-Beratung der Caritas in Deutschland erfährt in der Corona-Epidemie einen starken Zustrom. Im April habe sich bislang die Anzahl an täglichen Anfragen im Vergleich zu den Vormonaten mehr als verdoppelt. Im März sei die Zahl der Ratsuchenden im Vorjahresvergleich um 30 Prozent gestiegen, teilte der Deutsche Caritasverband am Mittwoch in Berlin mit. In einigen der 16 Beratungsfelder gebe es sogar Steigerungen um mehr als 300 Prozent im Vorjahresvergleich.

Das Online-Beratungsportal der Caritas befindet sich seit 2019 in einer grundlegenden Neukonzeption. Es umfasst aktuell 16 Beratungsbereiche, darunter zu Suchtfragen, Schulden-, Erziehungs- oder Beziehungsproblemen. "Wir gehen davon aus, dass der Ansturm von Hilfesuchenden in der Online-Beratung in den kommenden Wochen weiter deutlich zunimmt und sich die Online-Beratung als niedrigschwelliger Zugangsweg dauerhaft etabliert", sagte Caritas-Präsident Peter Neher. Um nicht an technische Grenzen zu stoßen, brauche der Verband daher dringend und kurzfristig finanzielle Mittel.

Das Gutachten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise habe noch einmal die Bedeutung der Beratungsangebote betont, etwa beim Umgang mit Ansteckungsgefahren, Angst, Depressionen oder häuslicher Gewalt. Hinsichtlich der geplanten Lockerung der Maßnahmen gegen Corona fügte Neher hinzu, dass die Politik vor allem die verletzlichen Menschen im Blick behalten müsse. Diese bräuchten Orientierung und verständliche Informationen. (KNA)

10:15 Uhr: Weltweite Beteiligung an Dankesvideo der Regensburger Domspatzen

Das Video mit dem Lied "Kommt ein Vogel geflogen" der Mitsing-Aktion "#1000StimmenfürHelfer" der Regensburger Domspatzen ist fertig. Innerhalb von zwei Wochen sind bei dem weltberühmten Knabenchor mehr als 500 Videos eingegangen, in denen Menschen aus aller Welt das Lied als Dank für die Helfer gesungen haben, wie die Domspatzen am Mittwoch mitteilten. Unter den 541 Einsendungen waren demnach auch Filme aus Argentinien und von einer Pflegerin aus Südkorea, die sich dort um Corona-Patienten kümmert. "Wir sind überwältigt, dass sich so viele Menschen an unserer Aktion beteiligt haben", sagte Domkapellmeister Christian Heiß.

Der frühere Domspatz und Filmkomponist Bernhard Blix hat die Videos zu einem Film verarbeitet, den es auf verschiedenen Social-Media-Kanälen der Domspatzen oder auch bei Youtube zu sehen und zu hören gibt. Unter den Mitwirkenden sind laut dem Chor auch prominente Stimmen, etwa die der international gefragten Sänger Thomas E. Bauer und Benjamin Appl, des Kommandanten der aus dem fränkischen Fasching bekannten "Altneihauser Feierwehrkapell'n", Norbert Neugirg, sowie des Regensburger Generalvikars Michael Fuchs. "Menschen aller Generationen, vom Kleinkind bis zur Oma, singen gemeinsam unser Lied für die vielen Helfer da draußen", so Heiß.

Für die Aktion haben die Domspatzen das Volkslied "Kommt ein Vogel geflogen" ausgewählt, da es der Chor immer auf seinen Reisen auf den Lippen hat, wie es in der Mitteilung heißt. Die Noten und der Text waren im Internet abrufbar, ebenso eine Musikdatei mit dem Playback zum Mitsingen. Gedacht sei die Aktion als Dankeschön für die vielen Engagierten in der Corona-Krise, von der Pflegekraft bis zur Verkäuferin an der Supermarktkasse. "Es gibt so viele Menschen, die nicht zuhause bleiben können, sondern für uns alle da sind, damit das Leben einigermaßen weitergehen kann", erklärte der Domkapellmeister. (KNA)

9:45 Uhr: Söder: "Beten gehört für mich zum normalen Tagesablauf"

Markus Söder (53), bayerischer Ministerpräsident und Protestant, ist in der Corona-Krise dankbar dafür, dass er glauben kann. "Beten gehört für mich zum normalen Tagesablauf", sagte der CSU-Politiker der in München erscheinenden Illustrierten "Bunte". Der Glaube gebe Kraft, und ein Gebet helfe immer.

Derzeit ist laut Söder für ihn alles von Corona geprägt. Die meisten Gespräche fänden nur noch digital statt. Auf die Zukunft angesprochen, sagte er: "Im Moment hoffe ich, dass die Welt halbwegs wieder so wird, wie sie war." Zugleich attestierte der Ministerpräsident Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "stahlharte Nerven". Er sei dankbar, sie jetzt als Ansprechpartnerin zu haben. Letztlich aber müsse man die Entscheidungen vor sich selbst vertreten können. "Mir ist bewusst, dass die Menschen uns einen großen Vertrauensvorschuss geben."

Auch Söder fällt es eigenen Worten zufolge schwer, zu anderen Menschen die geforderte Distanz zu halten. So vermisse er es, sich mit Freunden zu treffen oder mal essen zu gehen. "Und ehrlich, ich müsste auch mal wieder zum Friseur." (KNA)

9:30 Uhr: Kanzler Kurz lobt Kirche für Zusammenarbeit in der Corona-Krise

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat die Kirche für ihr Wirken im Zuge der Corona-Pandemie gelobt. Die Zusammenarbeit sei sehr gut gewesen; "dass die einschränkenden Maßnahmen so vorbildlich mitgetragen werden, auch wenn das gerade zu Ostern besonders schwierig war", schrieb er an den Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn. In der Krise biete die Kirche vielen Menschen Halt und leiste einen wichtigen Beitrag durch ihr karitatives Engagement.

In einer am Dienstagabend via Twitter verbreiteten Nachricht dankte Kurz zudem allen, die in der Corona-Krise "zusammenstehen und mithelfen - von der Wirtschaft bis zur Zivilgesellschaft und vor allem den Religionsgemeinschaften".

Nach einem Spitzengespräch Mitte März vereinbarten Regierung, Kirchen und Religionsgemeinschaften Schutzmaßnahmen. Alle öffentlichen Gottesdienste wurden weitestgehend ausgesetzt, alle kirchlichen Veranstaltungen für die kommenden Wochen abgesagt oder verschoben. Schönborn nannte die Einschränkungen des kirchlichen Lebens "ein großes und zugleich sinnvolles Opfer". Weiter kündigte er an, die katholische Kirche sei bereits mit der Regierung in Kontakt über mögliche künftige Schritte zu einer Normalisierung. (KNA)

9:15 Uhr: Papst ruft zu Mitgefühl mit Alten in der Corona-Krise auf

Papst Franziskus hat an einsame alte Menschen in der Corona-Krise erinnert. Viele hätten Angst, in der Isolation oder in Heimen alleingelassen zu sterben, sagte er in seiner Messe am Mittwoch im Vatikan. Sie sollten in dieser Zeit die Nähe Gottes spüren dürfen.

Das Kirchenoberhaupt rief zu Mitgefühl für die Betagten auf, die die Pandemie als Bedrohung empfänden. Senioren repräsentierten die Wurzeln und die Geschichte der Gesellschaft. "Sie haben uns den Glauben, die Tradition, das Heimatgefühl geschenkt", sagte Franziskus.

Der Papst hielt die Messe in der Kapelle seiner Residenz Santa Marta. Der Vatikan übertrug den Gottesdienst als Livestream. (KNA)

9 Uhr: US-Kirchen klagen in Kalifornien wegen Gottesdienstverboten

Mehrere evangelikale Gruppierungen haben den US-Bundesstaat Kalifornien wegen der Gottesdienstverbote während der Corona-Pandemie verklagt. Die Führer der drei Gemeinden in Südkalifornien hielten Gouverneur Gavin Newsom laut Medienberichten vom Dienstag in ihrer Klage unter anderem "grobem Amtsmissbrauch" vor. Newsom hatte zur Eindämmung der Pandemie eine einmonatige Kontaktsperre verhängt. Betroffen davon sind auch Versammlungen zu Gottesdiensten. Die Kläger sehen darin eine Einschränkung ihrer Religionsfreiheit.

Kalifornische Behörden hatten einen Prediger der "Church Unlimited" in Indio zu einer Geldstrafe über 1.000 Dollar verurteilt, nachdem er die Anordnung des Gouverneurs ignoriert und am Palmsonntag einen Gottesdienst mit Besuchern gefeiert hatte.

Die Kläger argumentieren, die staatlichen Anordnungen gingen zu weit. Soziale Distanzierung könne im Gottesdienst ebenso praktizieren werden wie Lebensmittelgeschäften. - In Kalifornien sind bislang rund 24.000 Corona-Fälle bekannt. Mindestens 730 Menschen sind an dem Virus gestorben. (KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.