"Herbe Enttäuschung": Kongress "Freude am Glauben" abgesagt
Newsticker: Corona und die Kirche, 5. Mai

"Herbe Enttäuschung": Kongress "Freude am Glauben" abgesagt

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 05.05.2020

19 Uhr: Katholische Erziehergemeinschaft: Rückkehr in Kitas mit Augenmaß und Schutzkonzept

Die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) Bayern begrüßt, dass bis Pfingsten die Hälfte aller Kinder wieder ihre Kitas besuchen können sollen. Mädchen und Jungen bräuchten für ihre Entwicklung den sozialen Kontakt und die Begegnung. Sie müssten deshalb schnellstmöglich in ihr gewohntes soziales Umfeld zurückkehren, heißt es in einer am Dienstag in München veröffentlichten Erklärung des Verbands. Zudem würden hierdurch die Familien entlastet. Die Betreuung in den bereits eingerichteten Notgruppen müsse aber weiter sichergestellt sein, um Eltern aus systemrelevanten Berufen und Alleinerziehende nicht zu belasten.

Die KEG sprach sich außerdem dafür aus, Kinder aus den Vorschulgruppen bei der Betreuung zu bevorzugen, da diese auf den Übergang in die Schulen vorbereitet werden müssten. Allerdings könne insgesamt betrachtet eine Rückkehr in die Kitas nur unter der Prämisse geschehen, dass entsprechende Schutzkleidung ausreichend vorhanden sei und verbindliche Hygiene-Konzepte eingehalten würden. Nur dann könnten Kinder, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Beschäftigte wirksam vor dem Coronavirus geschützt werden.

Kitas dürften unter keinen Umständen zu Infektionshotspots werden, warnte die KEG. Die Leitungen müssten bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen auf die Unterstützung des Ministeriums und der Träger zählen können. Weiterhin gelte es, die Öffnungszeiten mit der allgemeinen Entwicklung des Infektionsgeschehens abzustimmen. Der Verband unterstützt darüber hinaus das Konzept der Betreuungsgemeinschaften, in denen sich bis zu drei Familien zum Zweck der Kinderbetreuung zusammenschließen können. Hierdurch lasse sich Druck von den Kitas nehmen und den Bedürfnissen von Kindern und Eltern könne trotzdem entsprochen werden, heißt es. (KNA)

18:40 Uhr: Ab Muttertag entfällt NRW-Besuchsverbot in Altenheimen

Pünktlich zum Muttertag am 10. Mai dürfen Senioren in Nordrhein-Westfalens Altenheimen unter Sicherheits- und Hygieneauflagen wieder Besuch empfangen. "Nicht nur das Coronavirus ist für die Betroffenen eine große Gefahr. Auch soziale Isolation kann erhebliches seelisches Leid und körperliche Schäden verursachen", erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Zwischen Infektionsschutz und sozialer Teilhabe müsse die richtige Balance geschaffen werden. Ab 10. Mai entfällt laut Gesundheitsministerium zudem das Besuchsverbot in Einrichtungen für Behinderte. Menschen mit Einschränkungen dürfen dann auch wieder in Werkstätten arbeiten.

Den Angaben zufolge können die Bewohner von Pflegeheimen Besucher zum Beispiel in Außenbereichen treffen. In eine Einrichtung dürfen bis zu zwei Angehörige gehen, wenn sie Schutzkleidung tragen und es abgetrennte Räume gibt. Bettlägerige Menschen dürften eine Person im Zimmer empfangen, wenn Schutzmaßnahmen beachtet würden. Die Besucher können höchstens zwei Stunden pro Tag bleiben. Sie werden registriert und müssen Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. Angesichts der Öffnung von Behindertenwerkstätten verwies das NRW-Gesundheitsministerium auf allgemeine Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des Bundesarbeitsministeriums. Der Gesundheitsschutz für die Beschäftigten stehe an erster Stelle, hieß es. (KNA)

18:20 Uhr: Bremen lockert Gottesdienst-Verbot und weitere Corona-Maßnahmen

Nach anderen Bundesländern erlaubt auch Bremen wieder öffentliche Gottesdienste. Versammlungen in Kirchen, Moscheen und anderen Gotteshäusern sind ab Mittwoch möglich, wie Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Dienstag in der Hansestadt ankündigte. Daneben beschloss der Senat eine Reihe weiterer Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen. So sind laut Bovenschulte Spielplätze ab Mittwoch zugänglich. Weiter dürften Zoos, Museen und Gedenkstätten öffnen. In allen Bereichen seien die geltenden Hygienevorschriften einzuhalten. Bremen halte sich mit den beschlossenen Regelungen an das von Bund und Ländern gemeinsam vereinbarte Vorgehen, betonte der Bürgermeister.

Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) stellte darüber hinaus eine baldige Lockerung des Besuchsverbots in Pflegeheimen und Hospizen in Aussicht. Details eines Öffnungskonzeptes sollten in dieser Woche mit den Trägern der Einrichtungen besprochen werden, damit sie in der kommenden Woche in Kraft treten könnten. (KNA)

18 Uhr: Wirtschaftsethiker des Vatikan: Corona-Krise birgt auch Chancen

Der vatikanische Wirtschaftsethiker und Priester Augusto Zampini (50) sieht in der Corona-Krise auch Chancen für die katholische Kirche. "Dies ist eine Gelegenheit für die Kirche, mehr Präsenz zu zeigen und die Welt durch diese schmerzliche Zeit zu begleiten", sagte er dem spanischen Portal "Religion Digital" (Dienstag). Ein wichtiger Faktor sei, dass man dabei auf Papst Franziskus bauen könne. Der stehe an der Seite all jener, die mithelfen wollten, ein Wirtschaftssystem zu entwerfen, das "den Menschen dient – und nicht tötet".

Der Papst hatte Zampini vor wenigen Wochen zum beigeordneten Sekretär der Vatikanbehörde für Entwicklung und Menschenrechte ernannt. Er ist zugleich Mitglied der jüngst eingerichteten Vatikankommission, die sich mit den weltweiten sozioökonomischen Folgen der Corona-Pandemie befasst. Er wolle "eine Kirche, die sich aufrafft, aufbricht, sich entfaltet, um allen Hoffnung zu spenden", so der Geistliche. Vor allem müsse sie dabei stets die Schwächsten der Gesellschaft im Blick haben. Aufgabe der neuen Kommission sei es nun, bereits jetzt die Phase nach der Pandemie zu analysieren. Es gelte, so schnell wie möglich alle Kräfte zu bündeln, um für eine gerechtere Welt einzutreten, die solidarisch und nachhaltig sei. Dieses Projekt sei, "ein Wettlauf gegen die Zeit", sagte Zampini. (KNA)

17:30 Uhr: Doch mehr Gottesdienst-Besucher in Schleswig-Holstein erlaubt

Die Religionsgemeinschaften in Schleswig-Holstein dürfen nun doch mehr Besucher als bisher erlaubt in ihre Gotteshäuser und Versammlungsräume lassen. Die Landesregierung reagierte auf entsprechende Kritik und änderte die am Montag in Kraft getretene Corona-Verordnung. Demnach ist die Teilnehmerzahl künftig nur noch auf eine Person je 10 Quadratmeter statt bisher 15 zu begrenzen, wie die Staatskanzlei am Dienstag in Kiel mitteilte. Die neue Regelung gelte ab Samstag.

Ebenso wird laut Angaben die Quadratmeter-Regelung bei Besuchen von Museen, Galerien, Gedenkstätten und Ausstellungen von 15 auf 10 Quadratmeter gesenkt. Ab kommenden Samstag gilt auch nicht mehr die Verkaufsflächen-Beschränkung von 800 Quadratmetern im Einzelhandel. In größeren Geschäften müsse nun auch pro eingelassenem Kunden eine Verkaufsfläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung stehen. Voraussetzung für die Lockerungen sei weiterhin die konsequente Einhaltung des Abstandsgebotes in der Regel von 1,50 Metern und die Beachtung der Hygieneempfehlungen wie zum Beispiel Händewaschen, so die Staatskanzlei.

Die evangelische Nordkirche begrüßte die Änderung der vorgeschriebenen Mindestfläche bei Gottesdiensten. "Die neue Vorgabe mit einer Begrenzung auf zehn Quadratmeter pro Person ist ein praktikabler Rahmen", sagte der Schleswiger Bischof Gothart Magaard. Nun werde in den rund 500 Kirchengemeinden der Nordkirche mit ihren großen Gotteshäusern und vielen kleinen Dorfkirchen geklärt, wie die vielfältigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen jeweils umgesetzt werden können. Es sei für alle eine sehr gute Nachricht, dass auch Trauergottesdienste, Trauungen und Taufen wie alle Gottesdienste unter den gleichen begrenzenden Bedingungen wieder möglich sind.

Das katholische Erzbistum Hamburg und die evangelische Nordkirche hatten angekündigt, ab nächsten Sonntag wieder Gottesdienste in ihren Gemeinden zuzulassen. Das Erzbistum will dazu in dieser Woche Handlungsempfehlungen für seine Gemeinden veröffentlichen. Die Nordkirche hatte dies bereits am Freitag getan und darin einen Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Teilnehmern vorgeschrieben. (KNA)

16:45 Uhr: Kongress "Freude am Glauben" abgesagt

Der Kongress "Freude am Glauben" des "Forums Deutscher Katholiken" fällt aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. "Die zu beachtenden Einschränkungen für die Gottesdienste, die Veranstaltung im Stadttheater, bei den Mahlzeiten und der Unterbringung der Teilnehmer zwingen uns zu diesem Schritt", teilten Sprecher Hubert Gindert und Werner Münch, Schirmherr des Kongresses, am Dienstag auf der Website des Forums mit. Das Treffen hätte vom 12. bis zum 14. Juni in Ingolstadt stattfinden sollen.

Nachgeholt werden könne der Kongress in diesem Jahr nicht mehr, "weil keine drei zusammenhängenden Tage im Stadttheater zur Verfügung stehen", heißt es weiter in der Mitteilung. "Die Absage ist für uns nach der Vorbereitungsarbeit und angesichts eines vorzeigbaren Programmes, sowie der bereits angefallenen Kosten für uns eine herbe Enttäuschung."

Der nächste Kongress "Freude am Glauben" findet im Juli 2021 in Regensburg statt. Im Januar war der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer daher in das Kuratorium des Kongresses eingetreten. (cbr)

16:40 Uhr: KDFB begrüßt Erlaubnis des Besuchs in Alten- und Pflegeheimen

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in Bayern hat begrüßt, dass Alten- und Pflegeheime für die Besuche von Angehörigen wieder unter Auflagen geöffnet werden. Heimbewohner und Angehörige bräuchten für ihre psychische Gesundheit endlich wieder persönliche Begegnungen, erklärte die bayerische KDFB-Vorsitzende Emilia Müller am Dienstag in München. Die leichte Lockerung sei gut, denn die Vereinsamung müsse aufhören.

Gerade gemeinnützige Träger könnten sich hier zu Vorreitern entwickeln, sagte Müller. So gebe es an vielen Orten bereits kreative Lösungen, etwa Besuchsfenster, die den Mindestabstand zwischen Personen gewährleisteten, Heimbewohnern und Angehörigen aber wenigstens einen Kontakt erlaubten. Eine wesentliche Voraussetzung für die Öffnung von Pflegeeinrichtungen sei aber die Behebung des eklatanten Mangels an Schutzkleidung. Neben den Pflegekräften seien sonst auch Angehörige und die Besuchsdienste der Frauenbund-Frauen der Gefahr einer Infektion ausgesetzt. Dabei stabilisierten diese Personengruppen das System der Pflege und Betreuung, gäben sei jeher ein Zeichen von Solidarität und entlasteten die professionellen Kräfte.

Auch in der ambulanten Pflege sowie der Tagespflege herrsche häufig Mangel an Schutzkleidung, kritisierte Müller. Es könne nicht sein, dass Besuchstermine von Pflegebedürftigen aus Angst vor Infektionen abgesagt würden. Dies bedeute eine zusätzliche Belastung für Angehörige, die deshalb die Pflege übernehmen müssten. Für die Zukunft müsse aus der jetzigen Mangelsituation gelernt und besser vorgesorgt werden, forderte Müller. (KNA)

16:30 Uhr: Ablehnung von strengen Regelungen nur für Risikogruppen

Mehr Rücksicht auf Behinderte in Zeiten der Corona-Krise fordert der Deutsche Behindertenrat (DBR). Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in allen Altersstufen seien besonders von den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung betroffen, erklärte die DBR-Sprecherratsvorsitzende Verena Bentele am Dienstag in Berlin. Auch Caritas und Arbeiterwohlfahrt sprachen sich anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen aus, diese Gruppe verstärkt in den Blick zu nehmen. Die Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen bedeuteten für viele behinderte Menschen mehr Ausgrenzung denn je, so der DBR. "Sie bleiben zu Hause oder in stationären Wohnformen, können zum Teil nicht zur Arbeit und müssen auf Besuch verzichten, weil sie vor Corona geschützt werden sollen." Viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung fielen weg, Kontakte zu Freunden und Familie würden stark eingeschränkt. Forderungen, dass für Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke oder Ältere zu ihrem eigenen Schutz strenge Regeln beibehalten werden sollten und dafür im Gegenzug für den Rest der Bevölkerung weitreichende Lockerungen gelten könnten, erteilte der DBR eine klare Absage. Angesichts der gegenwärtigen Bedeutung digitaler Technik erneuerte der Behindertenrat seine Forderung nach vollständiger Barrierefreiheit für alle Bereiche, die von Digitalisierung betroffen sind.

Der Deutsche Caritasverband (DCV) und sein Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) machen sich für einen "ausreichenden Gesundheitsschutz" für die Gruppe stark. Dieser lasse sich unter den bestehenden Testkapazitäten gewährleisten. "Zur Verhinderung von Erkrankungen müssen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Personal von Wohnstätten und Diensten der Eingliederungshilfe zielgerichtet und regelmäßig getestet werden", fordert Caritas-Präsident Peter Neher. Die Kosten für diese Reihentestungen müssten von den Krankenkassen übernommen werden.

Auch die Arbeiterwohlfahrt sprach sich für einen besseren Schutz von Menschen mit Behinderung aus. Es sei Solidarität durch finanzielle, technische und personelle Hilfe notwendig, die den Schutz und die Gesundheit besonders vulnerabler Personengruppen gewährleistet. Menschen mit Behinderungen seien durch das neuartige Coronavirus mehrfach bedroht: Zum einen gehörten sie oft zu der Gruppe, deren Leben potenziell durch eine Infektion gefährdet ist. Zum anderen sei der Zugang zu Schutzkleidung für sie, ihre Angehörigen und ihre Unterstützer an vielen Orten noch nicht sicher gestellt. Insbesondere Menschen mit Lernschwierigkeiten und psychischen Erkrankungen seien in dieser Krise ganz besonders von Ausgehverboten und Auflagen betroffen. Werde Assistenz oder Betreuung benötigt, stünden viele Betroffene und ihre Angehörigen vor der Frage, ob sie diese angesichts des Risikos durch weitere Kontakte in Anspruch nehmen sollen oder nicht. Das Recht auf Gesundheit sei jedoch auch in Krisenzeiten ein Menschenrecht. Dafür müssten Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. (KNA)

16:20 Uhr: Bischöfe: Covid-Mortalität von Schwarzen und Latinos untersuchen

Die katholische US-Bischofskonferenz fordert die Regierung auf, die Ursachen für die hohe Infektionszahl unter Schwarzen und Latinos während der Corona-Pandemie zu untersuchen. Afroamerikaner seien unverhältnismäßig häufig mit dem Virus infiziert, heißt es in einer Erklärung von Montag (Ortszeit). Auch sei die Todesrate deutlich höher als der Anteil der Schwarzen und Latinos in der US-Gesamtbevölkerung.

In St. Louis entfallen demnach 64 Prozent der registrierten Corona-Fälle auf Schwarze, bei 45 Prozent Bevölkerungsanteil. In New York starben anteilig 28 Prozent Schwarzafrikaner an dem Virus, die aber nur 22 Prozent der Bürger in der Metropole ausmachen. In der Hauptstadt Washington sei die Infektionsrate unter Hispaniern doppelt so hoch wie ihr Anteil an der Bevölkerung.

Die Bischöfe weisen darauf hin, dass beengte Wohnverhältnisse und mangelnde medizinische Versorgung für den Anstieg der Infektionszahlen unter Schwarzen und Latinos verantwortlich sein könnten. (KNA)

16:10 Uhr: US-Politiker lehnt Mundschutz aus religiösen Gründen ab

Ein republikanischer Abgeordneter aus dem US-Bundesstaat Ohio fordert die Bevölkerung ausdrücklich auf, die behördlichen Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionsgefahr zu ignorieren. Einen Mundschutz zu tragen lehne er ab, weil der das Gesicht als das "Ebenbild Gottes" bedecke, erklärte Nino Vitale in einem Video (Montag Ortszeit).

Es sei ein jüdisch-christliches Prinzip, "dass wir alle nach dem Abbild Gottes geschaffen sind". Dieses Bild werde nicht durch Arme, Brust oder Beine wiedergegeben, sondern durch das Gesicht. Als Sicherheitsvorkehrung einen Mundschutz zu tragen, bezeichnete der Abgeordnete als Angstmache und Propaganda. In Ohio sind derzeit rund 20.000 Infizierte registriert; mehr als 1.000 Menschen sind an dem Virus bislang gestorben. (KNA)

16 Uhr: Öffentliche Gottesdienste im Offizialatsbezirk Oldenburg ab Donnerstag

Im Offizialatsbezirk Oldenburg, dem niedersächsischen Teil des Bistums Münster, sind öffentliche Gottesdienste ab Donnerstag wieder erlaubt. Dabei sei jedoch nach wie vor das Risiko einer Ansteckung des Coronavirus zu beachten, schrieb Offizial Weihbischof Wilfried Theising am Montag in einem Brief an die örtlichen leitenden Pfarrer. Kranke und ältere Menschen mahnte er zur Vorsicht – das betreffe auch kranke und ältere Priester, die gut überlegen sollten, "ob sie sofort wieder in den Dienst gehen".

Stattfinden könnten öffentliche Gottesdienste unter bestimmten Auflagen. Dabei wird unter anderem auf die vom Katholischen Büro Niedersachsen und der Landesregierung vereinbarten vorbeugenden Maßnahmen verwiesen, wie dem Einhalten eines Sicherheitsabstands von mindestens 1,5 Metern. Im nordrhein-westfälischen Teil der Diözese Münster waren öffentliche Gottesdienste bereits seit dem 1. Mai wieder erlaubt. (mpl)

15 Uhr: Jahrestag von Fatima in diesem Jahr ohne Pilger

Wegen der Corona-Pandemie findet der Jahrestag der Marienerscheinungen von Fatima (13. Mai) erstmals seit über 100 Jahren ohne Anwesenheit von Pilgern statt. Erst ab 30. Mai seien in Portugal wieder öffentliche Gottesdienste und damit auch erster Pilgerbetrieb möglich, sagte der Rektor des Marienheiligtums, Pater Carlos Cabecinhas, in einer Videobotschaft. Das riesige Wallfahrtsgelände bleibe abgesperrt.

Gläubige sollten stattdessen eine "virtuelle Pilgerreise" unternehmen und etwa die Website von Fatima besuchen, wo unter anderem auf Portugiesisch, Englisch und Spanisch gebetet wird. Auf der Website des Heiligtums sowie in Sozialen Netzwerken werden auch die Feiern zum Jahrestag übertragen.

Fatima ist der berühmteste Wallfahrtsort Portugals. Nahe der Kleinstadt zwischen Lissabon und Coimbra berichteten 1917 drei Hirtenkinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren, ihnen sei mehrfach die Gottesmutter Maria erschienen. Durch Mundpropaganda wurden die Kinder und der Ort berühmt. Heute pilgern jährlich mehrere Millionen Menschen dorthin. Zum 100. Jahrestag der ersten Erscheinung am 13. Mai 2017 kam auch Papst Franziskus; Benedikt XVI. besuchte den Wallfahrtsort 2010. (KNA)

14:30 Uhr: Gottesdienste in Hamburg mit 1,5-Meter-Abstand wieder erlaubt

In Hamburg dürfen ab Mittwoch wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden. Die Veranstalter müssen sicherstellen, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Besuchern sowie die geltenden Hygieneregeln eingehalten werden, wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag in der Hansestadt sagte. Die neue Regelung sei im Einvernehmen mit den Religionsgemeinschaften getroffen worden, betonte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Eine pauschale Begrenzung der Teilnehmerzahl gebe es nicht, so Prüfer-Storcks. Das Limit müsse von den Gemeinschaften entsprechend der räumlichen Verhältnisse festgelegt werden. Teilnehmer mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung seien von den Feiern ausgeschlossen. Auch Trauerfeiern an privaten und öffentlichen Orten seien wieder im größeren Kreis möglich, solange Abstand eingehalten werde, sagte die Senatorin. Die Regelung gelte zunächst bis zum 31. Mai. Der Senat einigte sich am Dienstag auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Hamburg. So sollen Museen, Gedenkstätten und Zoos ab Mittwoch unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Sport im Freien soll wieder möglich sein.

Prüfer-Storcks kündigte zudem Änderungen im Bereich der Pflegeheime an. Sie wolle in der kommenden Woche mit den Trägern besprechen, wie Besuche in den Einrichtungen wieder ermöglicht werden können. Dabei solle jedoch nicht die erreichte Begrenzung der Infektionen in den Einrichtungen aufs Spiel gesetzt werden, betonte sie. (KNA)

14 Uhr: Klagemauer wieder für Beter geöffnet

Mit der teilweisen Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen in Israel ist die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt wieder für eine größere Zahl Beter zugänglich. Ab sofort dürfen bis zu 300 Personen gleichzeitig die heilige Stätte besuchen, wie die für die Verwaltung der Klagemauer zuständige "Western Wall Heritage Foundation" am Dienstag mitteilte. Es besteht Maskenpflicht.

Der Platz soll demnach in zahlreiche Abschnitte unterteilt werden, um die Vorschriften des israelischen Gesundheitsministeriums einzuhalten, dass ein gemeinsames Gebet im Freien von maximal 19 Personen zulässt. Ebenfalls wieder zugelassen entsprechend den Richtlinien seien Feiern der Religionsmündigkeit (Bar/Bat Mitzwa). Die Tunnel entlang der Klagemauer bleiben bis auf weiteres geschlossen.

Der für die Stätte zuständige Rabbiner Schmuel Rabinowitz erinnerte laut Bericht der Tageszeitung "Jerusalem Post" (Dienstag) daran, dass Juden, die den Tempelberg seit mindestens 30 Tagen nicht gesehen haben, nach jüdischem Religionsrecht ihre Kleider zerreißen und ein besonderes Gebet sprechen müssen. (KNA)

13:30 Uhr: Bayern erlaubt Angehörigen ab Wochenende Besuche in Altenheimen

Besuche in Altenheimen sollen für Angehörige von Bewohnern ab dem kommenden Wochenende in Bayern wieder unter Auflagen möglich sein. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München an. Vorausgesetzt werde jedoch das Tragen von Masken und das Einhalten von Abständen, auch sollten die Treffen im Freien stattfinden. Zugleich gelte es, feste Besuchszeiten mit dem Heim zu vereinbaren. In den nächsten Tagen sollen den Einrichtungen die Möglichkeit gegeben werden, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Für Alten- und Pflegeheime soll es außerdem Reihentests und mehr Schutzmaterial geben. (KNA)

13 Uhr: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ab Pfingsten mit Gemeindefeier

Der prominenteste Kirchenbau im Westen Berlins bleibt vorerst ohne Gottesdienste mit Gemeinde. In der Charlottenburger Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird es eine solche Feier erst am Pfingstsonntag (31. Mai) geben, wie der Gemeindekirchenrat am Dienstag bekannt gab. Andere Kirchengemeinden beginnen bereits am kommenden Wochenende mit solchen Gottesdiensten. Nach einem Beschluss des Berliner Senats sind sie seit Montag mit bis zu 50 Teilnehmenden und unter Einhaltung der behördlichen Abstands- und Hygieneregeln wieder erlaubt, nachdem sie wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März untersagt waren.

Zur Begründung seiner Entscheidung erklärte der Gemeindekirchenrat, die Entwicklung der Pandemie und die weiteren politischen Entscheidungen noch abwarten zu wollen. Dies erfolge auch "aus Solidarität mit jenen Menschen, die - aus welchen individuellen Gründen auch immer - nicht an einem solchen Gottesdienst teilnehmen sollten oder wollen oder auch gar nicht könnten", so der Ratsvorsitzende Lutz-Helmut Schön. Gottesdienste ohne Gemeindebeteiligung finden in der Gedächtniskirche aber weiterhin statt und sind unter www.ekbo.de/livestream zu verfolgen.

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist wegen ihrer Turmruine und ihrem modernen Neubau weit über Deutschland hinaus bekannt. Sie wird jährlich von rund 1,3 Millionen Menschen besucht. (KNA)

12:30 Uhr: Sozialethiker fordert mehr globale Solidarität in Corona-Zeiten

Angesichts der Umbrüche durch die Corona-Krise braucht es nach Worten des Münchner Sozialethikers Markus Vogt mehr weltweite Solidarität. "Wir dürfen keine Verteilungskämpfe um Masken und Schutzkleidung abhalten", sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Insbesondere die Gesundheitssysteme von Ländern des globalen Südens seien oftmals wenig robust, erklärte Vogt. Durch Arbeitslosigkeit drohe dort ein wirtschaftlicher Kollaps. "Indirekt wird es durch die Corona-Krise also vermutlich eine Vielzahl von Toten geben."

Die Krise zeige jedoch zugleich, wie wichtig Solidarität sei - und, "dass eine radikale Transformation erstaunlich breit und gut funktionieren kann". Insofern lasse sich der Umbruch als "Aufbruch in eine resiliente, also krisenrobuste Gesellschaft nutzen", betonte der Wissenschaftler. "Für die Konjunkturprogramme, die momentan geplant werden, braucht es auch ökologisch-soziale Kriterien." Zudem müssten Gremien wie die Vereinten Nationen gestärkt werden, sagte Vogt, der auch Mitglied des Lenkungskreises der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 ist, die die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung begleitet.

Nachhaltigkeit sei "kein Luxus für bessere Zeiten, in denen wir uns auf faire Ziele einigen, die dann in einer Krise aufgeschoben werden. Sie sollte vielmehr die konzeptionelle Antwort auf Krisen sein", betonte Vogt. Er habe den Eindruck, dass derzeit viele Menschen ein Bewusstsein dafür entwickelten, "was wirklich wichtig ist". An diesem Punkt könnten auch die Kirchen ansetzen: "Auf neue Weise Demut, Verzichtbereitschaft und sozialen Zusammenhalt zu lernen, wäre eine tiefgehende kulturelle Aufgabe, zu der die Kirchen viel zu sagen hätten. Wenn der christliche Glaube sich als Kraft der Resilienz in Krisenzeiten einbringt, kann er auf neue Weise lebendig werden." (KNA)

12 Uhr: Angelique Kerber: Glaube ist in schwierigen Zeiten ein Anker

Tennisspielerin Angelique Kerber (32) hilft in Krisenzeiten auch ihre katholische Erziehung. "In schwierigen Momenten ist der Glaube an Gott für mich ein Anker", sagte die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin und ehemalige Weltranglisten-Erste der Zeitschrift "Emotion" (06/2020) in Hamburg. Glaube bedeute für sie auch, an sich selbst und ihren eigenen Weg zu glauben.

Dass sie gerade weder Tennis spielen noch durch die Welt reisen kann, ist für die Kielerin "wie eine Vollbremsung im vollen Lauf". Sie mache auch zu Hause weiter Sport und ermuntere andere, sich trotz voller Corona-Tage Zeit für kleine Sporteinheiten zu nehmen. "Aktivität macht den Kopf frei, man kommt auf andere Gedanken", so die Kielerin. (KNA)

11:30 Uhr: Papst betet für die Toten der Corona-Pandemie

Der Papst hat in seiner Frühmesse am Dienstag für die Toten der Corona-Pandemie gebetet. "Sie starben einsam, ohne eine Umarmung ihrer Lieben, viele von ihnen gar ohne eine Beisetzungsfeier", sagte Franziskus in der Kapelle der päpstlichen Residenz Santa Marta. Die Frühmessen in der Corona-Krise widmet Franziskus meist bestimmten Personengruppen, die sich um die Kranken kümmern oder selbst vom Virus betroffen sind.

In seiner Predigt mahnte der Papst, dem christlichen Glauben fehle es oft an Freiheit. Vieles hindere Gläubige daran, Jesus nachzufolgen. Stattdessen laufe man anderem hinterher: "Reichtümern, Trägheit, Rigidität, Weltlichkeit, Klerikalismus, Ideologien"; diese prägten stattdessen das Leben. Freiheit im Glauben gleite zwar mitunter auf schiefe Bahnen ab. Aber "es ist besser, mal auszurutschen, als sich gar nicht auf den Weg zu machen", so Franziskus. (KNA)

11 Uhr: Kramp-Karrenbauer: Kirchen müssen "Tröstliches" bewahren

Die CDU-Chefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht bei der Bewältigung der Corona-Krise die Kirchen in einer besonderen Verantwortung. Ihres Erachtens sei es "etwas sehr Tröstliches, insbesondere für die Menschen, die glauben - unabhängig an welchen Gott sie glauben, dass es das Bewusstsein gibt: Es gibt etwas Höheres als uns, etwas, das uns in ganz existenziellen Fragen noch einmal auffängt", sagte sie am Dienstag im Podcast "Mit Herz und Haltung" der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

"Dass diese Perspektive gerade auch in Zeiten einer Pandemie nicht verloren geht, das ist aus meiner Sicht eine ganz wichtige Aufgabe der Kirchen", hob Kramp-Karrenbauer hervor. Diese Aufgabe hätten die Kirchen in den vergangenen Wochen "nur unter sehr erschwerten Bedingungen erfüllen" können. Sie hoffe sehr, dass viele Menschen die Wiederzulassung der öffentlichen Gottesdienste "auch als Ermutigung nehmen, die Gotteshäuser in den nächsten Wochen regelmäßig und häufig zu besuchen". (KNA)

10:30 Uhr: Erster öffentlicher Gottesdienst im Berliner Dom am Sonntag

Der evangelische Berliner Dom öffnet seine Tore wieder für Gottesdienste und stille Gebete. Am Sonntag (10. Mai) um 10.00 Uhr findet erstmals seit den Corona-bedingten Schutzvorkehrungen ein Gottesdienst mit maximal 50 Gläubigen statt. Zunächst dürfen jedoch nur Gemeindemitglieder am Gottesdienst teilnehmen, der ohne Abendmahl und Gesang gefeiert wird, so der Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, Stephan Harmening.

Bereits ab Samstag wird es wieder möglich sein, im Dom zu beten. Künftig können jeweils freitags und samstags von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr maximal 20 Personen zum stillen Gebet zeitgleich im Kirchenraum sein. Dieses Angebot gilt für alle Menschen, ein Mundschutz sollte jedoch getragen werden.

Der ökumenische Gottesdienst zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges im Berliner Dom wird am Freitag um 10.00 Uhr live in der ARD übertragen, findet aber ohne Gemeinde statt. (KNA)

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Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.