Klech und Schale stehen auf einem weißen Tuch.
Newsticker: Corona und die Kirche, 4. Mai

Flächenbegrenzung für Gottesdienste sorgt für Ärger im Norden

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 04.05.2020

19 Uhr: FC Köln unterstützt Erzbistum mit Ticketsystem für Gottesdienste

Der Fußballbundesligist 1. FC Köln hilft dem Erzbistum Köln bei der Einführung eines Ticketsystems für Gottesdienste mit beschränkter Teilnehmerzahl. "Wir sind dem 1. FC Köln sehr dankbar für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung in dieser außergewöhnlichen Zeit", erklärte Generalvikar Markus Hofmann am Montag in Köln. "Das ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit."

Seit dem Wochenende sind öffentliche Gottesdienste in Nordrhein-Westfalen wieder zugelassen. Weil die Besucher aber wegen der Corona-Sicherheitsauflagen einen Mindestabstand zueinander einhalten müssen, ist die Teilnehmerzahl pro Messfeier je nach Raumgröße begrenzt.

Um die Auflage erfüllen zu können, nutzt das Erzbistum Köln den Angaben zufolge ein Online-Ticketsystem, das der 1. FC Köln etwa bei der Planung von Autogrammstunden verwendet. Der Verein wolle nun bei der Schulung von Mitarbeitern in den Gemeinden helfen. "Wenn wir etwas dazu beitragen konnten, dass Menschen in unserer Stadt trotz der Einschränkungen der Corona-Krise ihren Glauben leben und ausüben können, freut uns das sehr", erklärte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.

Laut Erzbistum gewährleistet das Ticketsystem, dass sich Gottesdienstbesucher nicht umsonst zu ihrer Kirche aufmachen. Zudem könnten mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden. Die Ticketvergabe funktioniere online oder per Telefon. Allerdings nutzten nicht alle Gemeinden im Erzbistum das System. (KNA)

18 Uhr: Rios Christus-Statue trägt Schutzmaske aus Licht

Die weltberühmte Christusstatue auf Rio de Janeiros Berg Corcovado wird zu einem Symbol für die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Am Wochenende wurde eine Schutzmaske auf die hoch über der Stadt aufragende Figur projiziert. Am Ostersonntag hatte die Statue bereits einen "Arztkittel" getragen. Rio hat laut aktuellen Medienberichten mittlerweile über 1.000 Corona-Opfer sowie über 11.000 Infizierte zu beklagen, weshalb den Krankenhäusern nach Angaben der Behörden in den nächsten Tagen der Kollaps droht.

"Wieder einmal ist die Christusstatue das herausragende Symbol einer Kampagne für das Leben", sagte Padre Omar Raposo, Verwaltungsdirektor der Statue in der Erzdiözese, der Zeitung "O Globo". Während Mund und Nase der Statue per Lichtprojektion mit einer weißen Maske bedeckt waren, war auf der Brust der Slogan "Masken retten" zu lesen. Zu Ostern "trug" sie dank derselben Technik einen Arztkittel; zudem wurden die Gesichter von Ärzten und Krankenpflegern aus Rio auf die Statue projiziert.

In Rio de Janeiro herrscht seit einigen Tagen Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. In Geschäften und öffentlichen Transportmitteln haben nur Personen mit Mund-Nasen-Schut Zutritt. Jedoch sind auf den Straßen viele Menschen ohne Masken zu sehen. Sowohl Rios Bürgermeister Marcelo Crivella wie auch der Gouverneur des Gliedstaates Rio de Janeiro, Wilson Witzel, setzen sich vehement für die Einhaltung der Beschränkungen ein. Allerdings mischt sich Staatspräsident Jair Messias Bolsonaro fast täglich ohne Maske unter seine Anhänger, was die Akzeptanz der Maßnahmen nach Ansicht von Kritikern in ganz Brasilien untergräbt.

Die Christusstatue ist Brasilien berühmtestes Symbol. Sie wurde 1931 auf dem 710 Meter hohen Corcovado-Berg errichtet und zieht jedes Jahr rund zwei Millionen Besucher an. Die Figur, in deren Sockel eine Kapelle eingelassen ist, ist Eigentum der katholischen Kirche und untersteht der Verwaltung der Erzdiözese von Rio. (KNA)

15:40 Uhr: Kardinal Woelki dankt Köln-Ultras für Obdachlosenhilfe

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat Ultra-Fans des Fußballbundesligisten 1. FC Köln bei einem persönlichen Treffen für ihren Einsatz für Obdachlose gedankt. "Im Gespräch mit Euch habe ich gelernt: Wir teilen nicht nur die Liebe zum FC, sondern auch zu denen, die von der Gesellschaft abgehängt werden", schrieb der Erzbischof nach dem Treffen am Montag auf Facebook. Ein Foto zeigt Woelki mit Anhängern der Ultra-Gruppen "Wilde Horde" und "Coloniacs" vor dem Priesterseminar. Die Männer stehen in Abstand zueinander und tragen Mund-Nase-Schutz.

"Als wir unser Priesterseminar Köln für Wohnungslose geöffnet haben, haben die beiden Ultra-Gruppen sofort ihre Hilfe zugesagt", erklärte der Kardinal. Seit Ende März bekommen Obdachlose in dem Gebäude zu bestimmten Zeiten Essen und können dort duschen. So soll ihre schwierige Lage in der Corona-Krise entschärft werden. Die Aktion wird unter anderem von Helfern des jugendpastoralen Zentrums "Crux" in Köln sowie von Theologiestudenten unterstützt. Woelki, der im Kölner Stadtteil Mülheim aufwuchs, ist Fan des 1. FC Köln. (KNA)

15:15 Uhr: Gottesdienste im Mainzer Dom mit maximal 50 Personen ab 10. Mai

Ab dem 10. Mai werden im Mainzer Dom wieder Gottesdienste mit einer "erweiterten Öffentlichkeit" gefeiert. Maximal 50 Teilnehmer seien zugelassen, erklärte Domdekan Heinz Heckwolf am Montag. Der Aufenthalt im Dom sei auf 60 Minuten begrenzt. "Beim Betreten und beim Verlassen des Domes besteht Maskenpflicht", hieß es.

Für die Teilnahme an den Gottesdiensten, die im Westchor des Doms stattfinden, sei ab Mittwoch jeweils eine telefonische Anmeldung und Registrierung bei der Dominformation erforderlich. Dabei müsse jeder Anrufer seinen Namen, Vornamen, die Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und gegebenenfalls den Namen des Partners und der Kinder angeben. "Dies ist für etwaige Rückverfolgungen von Kontakten bei einer Ansteckung wichtig", so das Bistum. Nach 21 Tagen würden die Listen vernichtet.

Die künftigen Messfeiern im Westchor des Domes finden sonntags um 7.00, 8.00, 10.00 und 11.30 Uhr statt, werktags um 7.00 und 8.15 Uhr. (KNA)

15:10 Uhr: Schweizergarde überträgt Kranzniederlegung im Internet

Die diesjährige Kranzniederlegung der päpstlichen Schweizergarde anlässlich des Gedenkens an den "Sacco di Roma" erfolgt in diesem Jahr "im engesten Kreis" und mit Livestream-Übertragung. Das teilte die Garde am Montag mit. Die Zeremonie findet demnach am Mittwoch auf der Piazza dei Protomartiri Romani statt. Zuvor sei eine Messe in der Kirche Santa Maria della Pieta am Campo Santo Teutonico geplant. Der eingeschränkte Rahmen hänge mit den aktuellen Seuchenschutzvorgaben aufgrund der Corona-Krise zusammen, hieß es.

Die ursprunglich ebenfalls für Mittwoch vorgesehene Vereidigung der neuen Rekruten war bereits vor Wochen auf Anfang Oktober verschoben worden. An der Kranzniederlegung zum Gedenken an die am 6. Mai 1527 gefallenen 147 Gardisten wird indes festgehalten. Damals plünderten spanische und deutsche Söldner Rom. Die Vereidigung der Rekruten soll nun am 4. Oktober stattfinden, zum Namenstag des heiligen Franz von Assisi. (KNA)

14:20 Uhr: Kardinal Bassetti mahnt Gläubige in Italien zur Geduld

Mit Blick auf die geplante Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste in Italien hat Kardinal Gualtiero Bassetti seine Landsleute um Geduld gebeten. "Leider sagen uns die Statistiken, dass wir die Corona-Krise noch nicht hinter uns haben", sagte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz dem katholischen Pressedienst SIR (Montag). "Wir müssen noch ein paar Wochen warten, um die Lage richtig einschätzen zu können", so der Kardinal. Er hoffe, rechtzeitig zu Pfingsten wieder die Messe feiern zu können. Überstürzte Schritte halte er für "unangemessen", denn sie könnten die Gesundheit aller gefährden.

Bereits am Wochenende hatte Bassetti über eine grundsätzliche Einigung mit der italienischen Regierung bezüglich des weiteren Vorgehens berichtet. Demnach soll es bald - abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen - Schritt für Schritt zu Lockerungen für das kirchliche Leben kommen. Details wurden nicht genannt. Zuletzt hatte es wiederholt Misstöne in den Gesprächen zwischen Kirche und Regierung gegeben. Etliche Bischöfe warfen Ministerpräsident Giuseppe Conte vor, lediglich den wirtschaftlichen Neustart des Landes zu planen, während die Religionsfreiheit weiter eingeschränkt bleibe. Franziskus warnte hingegen davor, die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus zu verspielen.

Nach der seit Anfang März in Italien eingeführten strikten Ausgangssperre sind seit Montag erste Lockerungen in Kraft. Viele Bürger dürfen wieder zur Arbeit gehen, Besuche bei Partnern und Verwandten sind gestattet. Außerdem sind Beerdigungsfeiern mit bis zu 15 nahen Angehörigen unter strengen Seuchenschutzvorkehrungen erlaubt. Dafür sind - anders als zunächst geplant - nun doch keine Thermoscanner zur Messung der Körpertemperatur aller Teilnehmer vorgeschrieben. (KNA)

13:20 Uhr: Corona: Caritas startet Onlineberatung für gefährdete junge Menschen

Die Caritas hat am Montag die Onlineberatung #gemeinsamstatteinsam gestartet. Junge Menschen bis 26 Jahre können sich hier in Corona-Zeiten vertraulich und kostenlos beraten lassen, wie der katholische Sozialverband in Berlin mitteilte. "Gerade jungen Menschen fordert die aktuelle Situation vieles ab - der Wegfall des gewohnten Alltags, die damit verbundene Einsamkeit, Konflikte im Elternhaus sowie Zukunftsängste angesichts ungewisser Fortführung von Ausbildung oder Schulangebot stellen für sie große Herausforderungen dar", sagte Caritas-Präsident Peter Neher in Berlin.

Offline-Angebote wie die Schulsozialarbeit oder Beratungsstellen stehen laut Neher derzeit nicht oder nur stark eingeschränkt zur Verfügung. Deshalb stelle die Caritas nun jungen Menschen ein leicht zugängliches Hilfsangebot zur Verfügung. Betreiber des Angebots sind "JugendNotmail" und das Online-Suizidpräventionsangebot der Caritas für 20- bis 26-Jährige. (epd)

13:15 Uhr: Flächenbegrenzung für Gottesdienste sorgt für Ärger im Norden

Die Vorschrift einer Mindestfläche von 15 Quadratmetern pro Gottesdienstteilnehmer in Schleswig-Holstein stößt auf Kritik von Kirchen und Politik. "Die Umsetzung dieser Regel ist für unsere kleinen Diaspora-Gemeinden unmöglich", sagte die Leiterin des Katholischen Büros Schleswig-Holstein, Beate Bäumer, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag in Kiel. Manche Kirchen in Nordfriesland kämen damit auf eine maximale Teilnehmerzahl von unter 15 Personen für ihre Gottesdienste, von denen noch die kirchlichen Mitarbeiter wie Priester, Küster und Organist abgezogen werden müssten. Die Regelung komme faktisch einem Verbot gleich. In Schleswig-Holstein sind nach einem mehrwöchigen Verbot ab diesem Montag öffentliche Gottesdienste unter Einhaltung der Flächenbegrenzung sowie der Abstands- und Hygieneregeln wieder erlaubt. Eine derartige Flächenvorgabe sei nicht Thema in den vorangegangen Unterredungen mit der Landesregierung gewesen, so Bäumer weiter. Die Kirche sei von der Regelung überrascht worden und werde nun erneut das Gespräch suchen.

Schleswigs evangelischer Bischof Gothart Magaard hofft auf eine schnelle Klärung. "Selbstverständlich wollen wir für einen Mindestabstand zwischen Gottesdienstbesuchern sorgen", sagte er dem "Flensburger Tageblatt" (Montag). Die 15-Quadratmeter-Regel führe aber dazu, dass "in vielen kleineren Kirchen ein Gottesdienst nur sehr eingeschränkt möglich sein wird - wenn überhaupt." Nachbesserungen forderten auch die Regierungsfraktionen. Der CDU-Kirchenpolitiker Tobias von der Heide schlug vor, die vorgeschriebene Mindestfläche auf zehn Quadratmeter pro Person zu reduzieren oder individuelle Lösungen zu finden. Der religionspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jan Marcus Rossa, plädierte dafür, statt einer Flächenbegrenzung schlicht die allgemeine Abstandsregel von 1,5 Metern anzuwenden. Beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könnten die Abstände möglicherweise sogar verringert werden.

Das katholische Erzbistum Hamburg und die evangelische Nordkirche hatten angekündigt, ab nächsten Sonntag wieder Gottesdienste in ihren Gemeinden zuzulassen. Das Erzbistum will dazu in dieser Woche Handlungsempfehlungen für seine Gemeinden veröffentlichen. Die Nordkirche hatte dies bereits am Freitag getan und darin einen Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Teilnehmern vorgeschrieben. Danach könnten sich auf einer Fläche von 100 Quadratmetern über 20 Teilnehmer versammeln. Bei 15 Quadratmetern pro Teilnehmer wären es 6. Schleswig-Holstein schreibt als einziges Bundesland eine Mindestfläche von 15 Quadratmetern pro Gottesdienstbesucher vor. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind zehn Quadratmeter je Teilnehmer anzusetzen. Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen verordnen einen garantierten Mindestabstand zwischen den Besuchern von 1,5 Metern. (KNA)

13:10 Uhr: Bistum Aachen sammelt Geld für Arbeitslosenhilfe

Das Bistum Aachen sammelt in den Gottesdiensten am Samstag und Sonntag für Projekte zugunsten von Arbeitslosen. Die jährliche Solidaritätskollekte nehme dieses Mal Aktionen in den Blick, die Erwerbslose zusammenbrächten, teilte die Diözese am Montag in Aachen mit. "Es braucht Orte, an denen Menschen aus dieser Situation herauskommen, Solidarität und Gemeinschaft erfahren. Orte, an denen sie unter Menschen kommen, die in der gleichen Situation sind, wo sie sich frei bewegen können, sich und ihre Lebensumstände nicht erklären müssen", erklärte Bischof Helmut Dieser.

Die Corona-Krise und ihre Folgen würden den Arbeitsmarkt hart treffen, hieß es. Gleichzeitig geraten Hilfen für Arbeitslose im Bistum Aachen durch die Einschränkungen unter Druck. Dabei würden Beratung und Begleitung gerade jetzt mehr gebraucht. Da die Gottesdienste im Bistum Aachen erst seit dem Wochenende und unter Auflagen wieder für die Allgemeinheit zugänglich seien, könne auch online gespendet werden.

Das Bistum unterstützt eigenen Angaben zufolge Projekte der Arbeitslosenarbeit jährlich mit 860.000 Euro. Dabei gehe es um Beratung, Bildung, Begegnung und Selbsthilfe. Hinzu kämen Einnahmen aus Spenden und der Kollekte, die sich 2019 insgesamt auf rund 80.000 Euro beliefen. (KNA)

13 Uhr: Kenianischer Bischof stirbt in Italien an Corona

In Italien ist ein weiterer katholischer Bischof nach einer Corona-Infektion gestorben. Nach Angaben der regionalen Bischofskonferenz von Westafrika (CERAO) erlag der 91-jährige Kenianer Silas Silvius Njiru Ende April in einem Krankenhaus in Piemont den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Njiru war von 1976 bis 2004 Bischof von Meru im Osten Kenias. Zuletzt lebte er laut dem Portal cath.ch im nordwestitalienischen Rivoli. (KNA)

12:30 Uhr: Erste Messe in Bayern um fünf Minuten nach Mitternacht

Die mutmaßlich erste Messe nach dem vor sieben Wochen ausgesprochenen Verbot öffentlicher Gottesdienste in Bayern hat Montagnacht im oberpfälzischen Eschenbach stattgefunden. Um 0:05 Uhr versammelten sich rund 40 Gläubige in der Stadtpfarrkirche Sankt Laurentius, wie Dekan Thomas Jeschner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete. Niemand habe weggeschickt werden müssen: "Es hat wunderbar geklappt." Die Zahl der Mitfeiernden entsprach genau den Auflagen, von denen ein Zwei-Meter-Abstand zwischen allen Beteiligten die wichtigste ist.

Jede zweite Bank war mit rotweißem Flatterband gesperrt, hieß es. Im Eingangsbereich war ein Spender mit Desinfektionsmittel aufgestellt. Die Kommunion reichte der Priester mit einer Zange. Jeschner begrüßte seine Gemeinde mit den englischen Worten "welcome back". Eschenbach liegt in unmittelbarer Nähe zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Auch einige US-Soldaten hätten an der Messe teilgenommen, sagte er.

Alle Generationen seien vertreten gewesen, so der Geistliche. Richtig erkennen können habe er die Mitfeiernden wegen der Masken zwar nicht. Doch die Freude, wieder Gemeinschaft im Gottesdienst zu erleben, habe letztlich die "merkwürdigen Begleitumstände" zurücktreten lassen. (KNA)

12 Uhr: Corona: Kiliani-Wallfahrtswoche in Würzburg fällt kleiner aus

Die traditionelle Kiliani-Wallfahrtswoche in Würzburg ist dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie in der gewohnten Form abgesagt worden. So entfielen etwa die meisten großen Messen für besondere Gruppen, etwa auch die der Woche vorangestellten für Ehejubilare, sagte Weihbischof Ulrich Boom am Montag in Würzburg. Er ist als Leiter der Hauptabteilung Seelsorge für die Vorbereitung verantwortlich. "Wenn Kiliani in diesem Jahr nicht wie bisher gefeiert wird: Es kommt nach dem Jahr 2020 ein neues Jahr 2021. Kiliani bleibt ein Hochfest unserer Diözese", so Boom.

Geplant sei aber bisher eine Messe mit Bischof Franz Jung am Kiliani-Sonntag. Während der Woche werde es zum Abend hin Andachten und Tageszeitliturgien im Dom geben. Auch der Kiliansschrein mit den Häuptern der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan werde im Dom aufgestellt. "Vielleicht ist es möglich, dass während der Kilianiwoche in drei bis vier großen Kilianskirchen in den Regionen unseres Bistums die Gläubigen mit den Bischöfen die heilige Messe feiern. Diese Dezentralisierung könnte ja auch ein Impuls sein", erklärte der Weihbischof.

Die Wallfahrtswoche erinnert an die drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan. Die drei irischen Missionare erlitten um 689 in Würzburg den Märtyrertod. Die Gebeine der drei Patrone des Bistums Würzburg befinden sich in einem Schrein in der Neumünsterkirche. (KNA)

11 Uhr: Kunstaktion des Bistums Passau zur Hilfe von Corona-Opfern

Unter dem Motto "Aktion Kunst hilft - un aiuto dall'arte" hat die KünstlerSeelsorge Passau eine Hilfsaktion zugunsten des Sozialfonds der von Corona schwer gebeutelten italienischen Diözese Bergamo gestartet. Dafür haben 25 Künstler, unter ihnen auch einige Lombarden, 34 Kunstwerke gespendet. Sie werden nach und nach auf der Internetseite www.bistum-passau.de vorgestellt und verkauft. Vier Arbeiten sind bereits verkauft worden und erbrachten 1.360 Euro, wie Künstlerseelsorger Bernhard Kirchgessner am Sonntagabend mitteilte. Der Erlös gehe ohne Abzüge an den Sozialfonds des Bergamasker Bischofs Francesco Beschi. (KNA)

10 Uhr: Papst warnt vor häuslicher Gewalt und betet für Familien

Der Papst hat in seiner Frühmesse am Montag für Familien gebetet, die in Zeiten der Corona-Pandemie von häuslicher Gewalt betroffen sind. "Beten wir für die Familien in dieser Zeit der Quarantäne", sagte Franziskus in der Kapelle der päpstlichen Residenz Santa Marta. All jene, die zu Hause eingesperrt seien, stünden vor besonderen Herausforderungen, die viel Kreativität im Umgang mit Kindern erforderten.

"Und dann ist da noch diese andere Sache - dass es manchmal häusliche Gewalt gibt", so das Kirchenoberhaupt. Er bete dafür, dass die Familien die gegenwärtige Notlage in Frieden überstehen könnten. Die Frühmessen in der Corona-Krise widmet Franziskus meist bestimmten Personengruppen, die sich um die Kranken kümmern oder selbst vom Virus betroffen sind. (KNA)

9 Uhr: EKD-Ratsvorsitzender: Zugang zu Altenheimen erleichtern

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich trotz der Corona-Gefahr für einen leichteren Zugang zu Menschen in Pflege- und Altenheimen ausgesprochen. Wo immer es möglich sei, müsse man den Angehörigen mit Schutzkleidung "Zugang zu ihren Lieben verschaffen", sagte der bayerische Landesbischof in einer am Montag auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft. Zudem müsse, wo immer es möglich sei, den Bewohnerinnen und Bewohnern der Heime selbst die Entscheidung gegeben werden, "wie viele Risiken sie eingehen wollen". In Bayern und anderen Bundesländern besteht weiter ein Besuchsverbot für Altenheime und Pflegeeinrichtungen, Erleichterungen werden derzeit geprüft.

"Viele Angehörige werden immer verzweifelter", fügte Bedford-Strohm hinzu: "Weil dies nie nachzuholen sein wird, dass sie ihren Eltern in diesen Tagen Beistand leisten." Den Heimleitungen sei kein Vorwurf zu machen, betonte der Landesbischof. "Sie tun ihr Bestes, um in den schwierigen Abwägungen die richtigen Entscheidungen zu treffen." Die gehäuften Todeszahlen in manchen Heimen hätten gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko real sei. Aber es gehe eben auch nicht, dass Angehörige in den letzten Lebenstagen und Lebenswochen ihre Eltern nicht besuchen können.

Der Satz "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren" aus den zehn Geboten gehöre "wahrscheinlich zu den persönlichsten Sätzen der Bibel", sagte Bedford-Strohm: "Vater und Mutter haben wir alle." Auch wenn das Verhältnis zu den eigenen Eltern sehr unterschiedlich sein könne, "so spüren wir doch alle diese enge Verbindung. Niemand kennen wir so lange wie unsere Eltern." Deswegen sei es jetzt so schlimm, wenn Angehörige in den Pflege- und Altenheimen wegen der Kontaktbeschränkungen ihre Eltern nicht besuchen können. (epd)

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