Papst Franziskus betet an Karfreitag 2020 den Kreuzweg auf dem leeren Petersplatz.
Newsticker: Corona und die Kirche, 28. April

Vatikan meldet zehnten Corona-Fall

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 28.04.2020

18:10 Uhr: Saarland plant Lockerungen ab 4. Mai

Das Saarland plant Lockerungen seiner Corona-Regeln ab 4. Mai. "Dann scheint uns der Zeitpunkt gekommen zu sein, insbesondere Museen, Zoos, Friseure und solche Sportstätten, bei denen ein geringes Infektionsrisiko besteht wieder zu öffnen. Auch Gottesdienste sollen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich sein", erklärte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Dienstag in Saarbrücken. Der Ministerrat des Landes hatte zuvor einen entsprechenden "Fahrplan" beschlossen. Voraussetzung sei, dass sich das Infektionsgeschehen weiterhin positiv entwickele. (KNA)

18 Uhr: Kirchen in China von Corona-Lockerungen ausgenommen

In China bleiben Kirchen ungeachtet sonstiger Lockerungen in der Corona-Pandemie weiter geschlossen. Auf Anordnung des staatsnahen katholischen Bischofsrates und der "Patriotischen Vereinigung" chinesischer Katholiken seien Gottesdienste und Wallfahrten den gesamten Mai über ausgesetzt, meldet der vatikanische Pressedienst Asianews (Dienstag). Auch katholische Schulen und Priesterseminare nähmen den Betrieb noch nicht wieder auf.

Landesweit wurden in China die Beschränkungen wegen Covid-19 seit Ende März zurückgefahren und sogar Anfang April in der Stadt Wuhan, wo die Pandemie ihren Ausgang nahm. Asianews zitiert aus einer Mitteilung der vom Vatikan nicht anerkannten katholischen Organisationen, Versammlungen und Pilgerfahrten hätten zu unterbleiben. Dies geschehe um der "Sicherheit und Gesundheit von Priestern und Gläubigen" willen.

Bereits vor zwei Wochen sagte das Bistum Shanghai laut dem Pressedienst für 24. Mai die jährliche Pilgerfahrt nach Sheshan ab, dem größten Marienwallfahrtsort des Landes. Die katholische Kirche weltweit begeht diesen Tag auf eine Initiative von Papst Benedikt XVI. jeweils als Gebetstag für die Kirche in China. Er wird vielfach für Solidaritätsbekundungen für jene chinesischen Katholiken genutzt, die nicht den staatlich genehmigten Strukturen angehören und damit Benachteiligungen in Kauf nehmen. (KNA)

17:45 Uhr: Vatikan meldet zehnten Corona-Fall

Der Vatikan hat einen weiteren Corona-Fall unter seinen Beschäftigten vermeldet. Die betroffene Person befinde sich in häuslicher Quarantäne, teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Dienstag mit. Bei Kontrollen im Umfeld des Mitarbeiters sei keine weitere Ansteckung festgestellt worden, hieß es.

Mittlerweile hat der Vatikan insgesamt zehn Corona-Infektionen in den eigenen Reihen bestätigt. Zuletzt war vor einer Woche ein entsprechender Fall bekanntgegeben worden.

Bezogen auf die Bevölkerungszahl von rund 800 weist der Vatikanstaat eine der weltweit höchsten Quoten bestätigter Corona-Fälle auf. Zuletzt wurde er allerdings vom Kleinstaat San Marino überholt, der nun an erster Stelle der Statistik rangiert. (KNA)

17:30: Polens Bischöfe fordern Einigung über Präsidentenwahl

Polens Bischöfe fordern von Regierung und Opposition eine Einigung über die in der Corona-Pandemie umstrittene Durchführung der Präsidentenwahl. Der Ständige Rat der Bischofskonferenz appellierte am Dienstag an das Gewissen der Verantwortlichen, "einen gemeinsamen Standpunkt zur Präsidentenwahl auszuarbeiten". Es dürfe nicht der Verdacht aufkommen, dass gegen die Verfassung und die "Grundsätze freier und fairer Wahl" verstoßen werde.

Trotz heftiger Kritik der Opposition will die Regierung die Polen am 10. Mai ihr Staatsoberhaupt wählen lassen - per Briefwahl. Als Favorit gilt der konservative Amtsinhaber Andrzej Duda (47). Die in Umfragen auf Platz zwei liegende liberale Oppositionskandidatin Malgorzata Kidawa-Blonska (62) erklärte am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz, wenn die Wahlen am 10. Mai in der von der Regierungspartei geplanten Form stattfänden, werde sie daran nicht teilnehmen.

Seit vielen Wochen wird in Polen über Form und Termin der Wahl gestritten. Die Bischöfe betonten am Vormittag, die Kirche habe kein Mandat, sich an rein politischen Streitigkeiten über die Durchführung und das Datum der Wahl zu beteiligen oder eine Lösung zu favorisieren. (KNA)

17:20: Schleswig-Holstein will bundesweite Regelung für Gottesdienste

Bei der Feier öffentlicher Gottesdienste in der Corona-Krise will sich Schleswig-Holstein einer bundeseinheitlichen Regelung anschließen. Als Termin für mögliche Lockerungen nannte Kulturministerin Karin Prien (CDU) den 4. Mai. Allerdings sollten die für Donnerstag geplanten Beratungen zwischen Bund Ländern abgewartet werden, teilte sie am Dienstag in Kiel nach einer Telefonkonferenz mit Vertretern der Religionsgemeinschaften des Landes mit.

In dem Gespräch sei es um die Rahmenbedingungen für mögliche Lockerungen gegangen. "Wir waren uns einig, dass die Freiheit der Religionsausübung von besonders großer Bedeutung ist, dass aber derzeit auch immer die aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehens berücksichtigt werden muss", sagte Prien. Beteiligt waren nach offiziellen Angaben Vertreter des Erzbistums Hamburg, der Nordkirche, der Schura, der Jüdischen Gemeinschaft und des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden.

Mehrere Länder hatten in den vergangenen Tagen Versammlungen in Gotteshäusern unter Auflagen wieder erlaubt. Auf Bundesebene hatte am Montag das Corona-Kabinett einen Rahmenplan beraten, der Kriterien für Gottesdienste auflistet. Er ist Grundlage für die Bund-Länder-Konferenz am Donnerstag. Es handelt sich dabei aber nur um Empfehlungen, die Entscheidung liegt bei den Ländern. (KNA)

16:40 Uhr: Öffentliche Gottesdienste in Hessen ab 1. Mai möglich

Öffentliche Gottesdienste werden in Hessen ab dem 1. Mai grundsätzlich wieder möglich sein. Das hat die Landesregierung am Dienstag bekanntgegeben. Ab Freitag dürfen sich Glaubensgemeinschaften in Hessen wieder versammeln, wie es in den aktualisierten Landesregelungen zur Corona-Krise heißt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte in Wiesbaden: "Wir sind froh, dass wir einen praktikablen Konsens mit den Vertretern der Glaubensgemeinschaften gefunden haben und die Gläubigen wieder zusammenkommen können. Gerade in dieser Zeit kann ein starker Glaube Halt geben".

Auch Besuche von nahen Angehörigen in Alten- und Pflegeheimen seien mit Auflagen ab dem 4. Mai wieder erlaubt. "Trost spenden, Orientierung geben und Mut zusprechen - das ist es, was die Menschen in dieser Zeit ganz besonders brauchen", sagte Bouffier. "Diesen Zuspruch finden sie vor allem im Kreis der Familie und in den Kirchen oder Glaubensstätten vor Ort."

Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte seien dann wieder möglich, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten werde. Gegenstände wie der Kollekte-Korb dürften nicht weitergereicht werden. Desinfektionsspender müssten aufgestellt werde. Zudem müssten die Glaubensgemeinschaften Hinweise zu den erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen am Versammlungsort gut sichtbar aushängen. Dies sei zwar nicht "der gewohnte Rahmen", aber so könnten die Menschen "gemeinsam ihren Glauben leben und zu Eucharistie und Abendmahl zusammenkommen", hieß es. Das Landeskabinett entschied zudem, dass auch Zusammenkünfte bei Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen möglich seien - entsprechend der Regelungen für Gottesdienste. "Von einem geliebten Menschen würdig Abschied nehmen zu können, ist vielen ein großes Bedürfnis", sagte Bouffier. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften hatten zuvor bereits eigene Konzepte zur Einhaltung der Abstandsregeln, der Hygiene und der Steuerung des Zutritts erarbeitet und zusammen mit den Ländern und dem Robert-Koch-Institut abgestimmt. (KNA)

16:30 Uhr: Keine einheitlichen Regeln für Gottesdienste in US-Bundesstaaten

In nur 10 der 50 US-Bundesstaaten besteht angesichts der Corona-Pandemie ein ausdrückliches Gottesdienstverbot. Etwa ein Drittel der Bundesstaaten erlauben religiöse Veranstaltungen ohne jede Größenbeschränkung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Pew Research Center.

Obwohl die US-Gesundheitsbehörde CDC von Gottesdiensten mit mehr als zehn Personen abrät, geben einige Bundesstaaten der Religionsausübung als "wesentlich" den Vorrang. Damit werden Gottesdienste genauso eingestuft wie Supermärkte. Zu diesen Staaten zählen Florida, South Carolina und Tennessee. Unklar ist die Regelung in Kentucky, das Massenveranstaltungen zwar verbietet, aber keine ausdrücklichen Vorgaben über die Teilnehmerzahl nennt.

In mehreren Bundesstaaten haben sich in den vergangenen Wochen religiöse Führer über die behördlichen Sicherheitsmaßnahmen hinweggesetzt und Gottesdienste abgehalten. In Kalifornien verklagten mehrere Kirchen Gouverneur Gavin Newsom vor einem Bundesgericht, weil sie in seinen Versammlungsverboten eine Verletzung ihres Rechts auf Religionsfreiheit sehen. Das Gericht lehnte die Klage vergangene Woche ab. (KNA)

16:25 Uhr: Rückkehr zu Gottesdiensten rückt in vielen Bundesländern näher

Immer mehr Bundesländer wollen die Kirchen unter strengen Auflagen bald wieder für Gottesdienste öffnen. Im Saarland sollen religiöse Feiern ab dem 4. Mai wieder möglich sein, wie Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Dienstag in Saarbrücken ankündigte. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen ebenfalls ab 4. Mai wieder Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen stattfinden, wie Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) in Schwerin mitteilte.

Auch Nordrhein-Westfalen, Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg haben beschlossen, ab Mai wieder Gottesdienste unter Auflagen zu erlauben. In Baden-Württemberg sollte die konkrete Ausgestaltung mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften im Laufe des Dienstags besprochen werden. In Sachsen und Thüringen sind religiöse Feiern bereits wieder möglich.

Die Bundesregierung bemüht sich derweil weiter um ein bundesweit einheitliches Vorgehen bei der Zulassung von religiösen Feiern. Auf dem Tisch liegen Konzepte der Glaubensgemeinschaften, die vor allem Abstands- und Hygieneregeln vorsehen. Am Donnerstag kommen die Regierungschefs von Bund und Ländern zu Beratungen zusammen, bei denen auch das Thema Gottesdienste besprochen werden soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in der vergangenen Woche allerdings angedeutet, dass über weitere Lockerungen auch erst am 6. Mai entschieden werden könnte. Was das für religiöse Veranstaltungen bedeutet, blieb offen. (epd)

16:15 Uhr: Caritas und Diakonie: Gemeinnützigen Trägern fehlt Geld für Prämien

Die beiden kirchlichen Sozialverbände Caritas und Diakonie haben mit Unverständnis auf das Vorhaben der Bundesregierung reagiert, dass sie die geplante Corona-Prämie für Pflegekräfte mitfinanzieren sollen. "Die gemeinnützigen Arbeitgeber haben keine Rücklagen für die Bezahlung von Boni", erklärte am Dienstag der Deutsche Caritasverband. Ähnlich äußerte sich die Diakonie: Man habe keine substanziellen Rücklagen, die jetzt zur Finanzierung der Prämie verwendet werden könnten. "Solche Töpfe existieren schlicht nicht." Am Montag hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, eine Lösung im Streit über die Finanzierung der Boni für Pflegekräfte gefunden zu haben. Der Bund übernehme zwei Drittel, das andere Drittel sollten Länder und Arbeitgeber finanzieren. Das Geld ist als Arnekennung der besonderen Leistungen der Pflegekräfte in der Corona-Krise gedacht. Pflegekräfte, so der Plan, sollen bis zu 1.500 Euro, in Teilzeit bis zu 1.000 Euro bekommen. Auszubildende sollen bis zu 900 Euro erhalten und sonstige Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen bis zu 500 Euro. Die Prämie wird steuerfrei gestellt.

Der Vorschlag von Spahn und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) habe "uns als Arbeitgeber Caritas sehr überrascht", sagte Norbert Altmann, Sprecher der Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Man sei nicht in die Beratungen des Finanzkonzeptes einbezogen worden. "Wir sehen diesen Vorschlag deshalb nicht als Lösung, sondern vielmehr als ungedeckten Scheck." Es bleibe vollkommen offen, in welcher Höhe die Zusatzbelastungen der Pflegekassen beziehungsweise Beitragszahler durch Steuermittel finanziert werden.

Die Diakonie begrüßte zwar, dass die Bundesregierung Tempo mache bei der Einmalzahlung für die Beschäftigten in der Altenpflege. "Bei der Umsetzung dürfen sich die Minister aber nicht verhaspeln und die Wirklichkeit gemeinnütziger Träger aus dem Blick verlieren", sagte Vorstand Maria Loheide. Denn wegen ihrer Gemeinnützigkeit dürften die Träger der Diakonie-Einrichtungen keine nennenswerten Rücklagen bilden, die jetzt zur Finanzierung der Prämie dienen könnten. Ingo Dreyer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland, sagte: "Die Prämie sollte über die Pflegekassen und über die Haushalte des Bundes und der Bundesländer finanziert werden." Die Alternative wäre, die Pflegesätze und damit auch die Eigenanteile zu erhöhen und somit die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen zu belasten: "Das würde dem Gedanken der Prämie widersprechen, mit der sich die gesamte Gesellschaft bei den vielen Beschäftigten in der Pflege auch in barer Münze bedankt." (epd)

15:45 Uhr: Geistlicher: Wallfahrten wegen Corona eher unwahrscheinlich

Die traditionellen großen Wallfahrten im Bistum Würzburg sind nach Einschätzungen des Wallfahrtsseelsorgers Josef Treutlein angesichts der Corona-Pandemie eher unwahrscheinlich. So seien etwa die Männerwallfahrt von Bad Königshofen nach Vierzehnheiligen mit etwa 400 Mann Ende Mai sowie Kiliani bereits abgesagt, sagte der Priester am Dienstag im Gespräch mit der Bischöflichen Pressestelle. Auch die Würzburger Kreuzbergwallfahrt im August mit etwa 500 Teilnehmenden sei nicht gesichert. "Es könnte sein, dass besonders im Herbst die Marienwallfahrtsorte gut besucht werden, zum Beispiel Retzbach und Dettelbach", so Treutlein.

Vorstellen könne er sich zudem, dass sich die Diözese entschließt, einen dezentralen "Tag der Wallfahrtsorte" zu begehen. Diesen habe es jahrelang im Oktober gegeben, er sei aber zuletzt eingeschlafen, so der Geistliche. Außerdem rechnet er mit mehr Outdoor-Gottesdiensten, bei denen Hygienevorgaben leichter eingehalten werden könnten. "Aber Pilgern und Wallen geht nur ambulant, nicht stationär, auch nicht medial vermittelt", betonte Treutlein.

Sollten Wallfahrten wieder stattfinden, werde eine "freudige, dankbare Stimmung" herrschen. Die Teilnehmenden würden die Gemeinschaft genießen. "In den Gebeten und Liedern wird zum Ausdruck kommen, dass der Mensch nicht Herr der Schöpfung, sondern vielfach abhängig, ja ohnmächtig ist. Dass die einfachsten Dinge nicht selbstverständlich, sondern ein Geschenk sind." Schon jetzt sei auch ein Hunger nach authentisch erfahrener Gemeinschaft zu spüren. Dies sowie ein neues Gespür für Solidarität und Hilfsbereitschaft werde sich auf die Gestaltung der Wallfahrten auswirken, erklärte Treutlein. Dazu würden sich verstärkt Einzelpilger und kleine Gruppen auf den Weg machen. (KNA)

15:30 Uhr: Italien revidiert Gottesdienstverbot

Nach Protesten von Kirchen und Religionsgemeinschaften stellt Italiens Regierung eine Änderung des derzeitigen Gottesdienstverbots in Aussicht. "Wir haben den zuständigen Ausschuss gebeten, neue Regeln für religiöse Zeremonien auszuarbeiten", sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte im Interview der Zeitungen "Welt" und "La Repubblica" (Dienstag). Italiens Bischofskonferenz kündigte rasche Gespräche über die Eckpunkte an. Unterdessen warnte Papst Franziskus davor, die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus zu verspielen.

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Kardinal Gualtiero Bassetti sagte der Zeitung "La Nazione" (Dienstag), man werde mit der Regierung umgehend über eine "deutliche Öffnung" sprechen. Es gehe um individuelle und kollektive Freiheiten. Wenn Bürger wieder in den Parks joggen dürften, wäre es auch "richtig und legitim, dass sie die Möglichkeit haben, sich an den entsprechenden Orten mit den Werten des Heiligen Geistes auseinanderzusetzen", so der Erzbischof von Perugia. In einer so schwierigen Zeit sollten Gläubige sich "an ihren Quellen nähren" können.

Ministerpräsident Conte sagte in dem Interview, er hoffe, mit den neuen Regeln "den Bedürfnissen der Gläubigen entsprechen zu können". Besonders schmerzlich habe er den Verzicht auf Beerdigungen empfunden. Sie seien "eine letzte Geste der Erinnerung und der Zuneigung gegenüber geliebten Menschen, die uns verlassen". Laut Conte soll es ab 4. Mai erste Lockerungen nach dem fast achtwöchigen Corona-Lockdown geben. Sein am Sonntag vorgestellter Zeitplan sah eine schrittweise Wiederaufnahme von gewerblichen, kulturellen und sozialen Aktivitäten vor, jedoch bis auf weiteres keine öffentlichen Gottesdienste. Die Ankündigung hatte teils herbe Kritik von Religionsvertretern ausgelöst. Die katholische Bischofskonferenz sprach von einer nicht hinnehmbaren Einschränkung der Kultfreiheit und einer "willkürlichen" Maßnahme. Die evangelische Kirche in Italien wandte ein, Seelsorgern und Gläubigen einer stark verstreuten Minderheit müsse erlaubt sein, zu Gottesdiensten zu reisen. (tmg/KNA)

12:30 Uhr: Renovabis-Eröffnung wegen Corona in kleinem Rahmen in Berlin

Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis eröffnet seine diesjährige Spendenaktion zu Pfingsten nicht wie geplant in Heidelberg, sondern in kleinerem Rahmen in Berlin. Der Festgottesdienst am 17. Mai in der Hauptstadt soll im Internet übertragen werden, eventuell werde er auch in der ARD gezeigt, sagte ein Renovabis-Sprecher am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Am Pfingstsonntag (31. Mai) macht ein Gottesdienst im Freiburger Münster auf die Arbeit des Hilfswerks aufmerksam.

Beispielland für die Spendenaktion 2020 unter dem Leitwort "Selig, die Frieden stiften" ist die Ukraine. Zuletzt habe Renovabis die dortigen Projektpartner in der Corona-Krise mit Soforthilfen unterstützt. Seit dem Ausbruch der Pandemie verzeichnet Renovabis eigenen Angaben zufolge aus den verschiedenen osteuropäischen Partnerländern eine wachsende Nachfrage nach Unterstützung. Bis zum 22. April seien bereits insgesamt 300.000 Euro an Nothilfe zur Verfügung gestellt worden.

Da die katholischen Pfingstgottesdienste mit den traditionellen Renovabis-Spendenkollekten in diesem Jahr vermutlich nur im kleinen Rahmen gefeiert werden können, bittet das Hilfswerk um Online-Spenden. (KNA)

15:10 Uhr: Seligsprechung von Polens Ex-Primas wegen Corona verschoben

Wegen der Corona-Pandemie verschiebt die katholische Kirche die für 7. Juni geplante Seligsprechung des früheren polnischen Primas Kardinal Stefan Wyszynski (1901-1981) auf unbestimmte Zeit. Der Vatikan habe dem zugestimmt, sagte der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz (Dienstag). Ein neuer Termin sei offen. Die Sicherheit der Menschen müsse Vorrang haben. Wyszynski wird in Polen als "Primas des Jahrtausends" verehrt. Polens Bischöfe hatten die Katholiken seit Monaten landesweit mit Gebeten und Erinnerungen auf dessen Seligsprechung in Warschau vorbereitet.

Zur Eindämmung der Pandemie sind in Polen seit März Massenveranstaltungen verboten. Religiöse Feiern sind nur unter massiven Auflagen erlaubt. In Polen haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Dienstagmittag) bislang knapp 13.000 Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 570 Corona-Patienten seien gestorben. Von 1948 bis 1981 leitete Wyszynski die Polnische Bischofskonferenz und genoss auch als Gegenspieler des kommunistischen Regimes in Warschau hohes Ansehen. Zudem war er ein Förderer des jungen Krakauer Kardinals Karol Wojtyla (1920-2005), der 1978 zum Papst gewählt wurde und als Johannes Paul II. entscheidend zum Sturz des Kommunismus beitrug. Auch Wyszynski wird von seinen Landsleuten hoch angerechnet, dass er die geistige Freiheit gegen die politischen Machthaber in Polen verteidigte. Die Kommunisten steckten ihn von 1953 bis 1956 ohne Prozess ins Gefängnis.

Mit einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass ein gestorbener Mensch vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen. Selige werden anders als Heilige nur regional verehrt. Papst Franziskus billigte im Oktober ein Dekret der Heiligsprechungskongregation, das die Heilung einer damals 19-jährigen Polin von Schilddrüsenkrebs im Jahr 1989 auf Anrufung Wyszynskis als Wunder einstuft. Damit waren alle formalen Voraussetzungen für die Seligsprechung erfüllt. (KNA)

14:50 Uhr: Bistum Augsburg hat schon mehr als 300.000 Euro Corona-Soforthilfe gezahlt

Das Bistum Augsburg hat bisher in der Corona-Krise mehr als 300.000 Euro von insgesamt 500.000 Euro vorgesehener Soforthilfe für Projektpartner in aller Welt zur Verfügung gestellt. Die Ärmsten sollten so mit dem Lebensnotwendigsten wie Lebensmittel, Medikamente und Schutzausrüstung versorgt werden, teilte die Pressestelle der Diözese am Dienstag in Augsburg mit. In einer zweiten Phase sei nun geplant, weitere Mittel fließen zu lassen, um zu einer "möglichst weitgehenden Stabilität" zu kommen.

"Wir sehen, wie gut unser Phasenmodell in der Hilfe für die Partner und ihre Projekte greift", sagte der ernannte Bischof Bertram Meier. Ohne große Bürokratie sei es gelungen, die Notleidenden unmittelbar zu erreichen. Wie aus den ersten Dankesbriefen und Berichten aus der Ukraine, aus Albanien, Jordanien, Venezuela, Peru, Äthiopien, Indien und Mosambik zu erfahren sei, legten die Projektpartner die Mittel breit an. Information und Sensibilisierung sei gerade in den vielen geografisch abgelegten Gebieten sehr notwendig.

"Je nach Verlauf der Pandemie in den Ländern des Südens werden daraus auch längerfristige Projekte", betonte der Leiter der Abteilung Weltkirche, Anton Stegmair. Wenn in Europa und in den reichen Staaten jetzt Billionen Euro und Dollar lockergemacht würden, dann dürften die Menschen "am Rand" nicht vergessen werden. Mit der Abteilung Weltkirche ist das Bistum Augsburg laut Mitteilung in der Welt vernetzt. Über die bischöfliche Missionskommission, den Bischöflichen Hilfsfonds Eine Welt und die "aktion hoffnung" unterstützt die Diözese jährlich Projekte von meist schon langjährigen Partnern in Asien, Lateinamerika, Afrika und dem Mittleren und Nahen Osten. (KNA)

14:40 Uhr: Bistum Münster: Private Wallfahrten unter Auflagen möglich

Zum traditionellen Start der Wallfahrtsaison am 1. Mai weist das Bistum Münster auf den Ausfall von Prozessionen und Gruppenwallfahrten wegen der Corona-Krise hin. Es sei jedoch zulässig, allein oder mit Haushaltsangehörigen unter Einhaltung aller Vorschriften eine eigene Wallfahrt zu nahe gelegenen Orten zu machen, erklärte die Diözese am Dienstag in Münster. Zudem könnten sich Pilger die Gottesdienste aus einigen Pilgerzentren, etwa aus Kevelaer, im Internet ansehen.

Am 1. Mai eröffnet der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, die Wallfahrtssaison in Kevelaer. Unter Auflagen kann eine begrenzte Zahl an Gläubigen an dem Gottesdienst teilnehmen.

Den Angaben zufolge besuchen normalerweise von Anfang Mai bis Ende Oktober rund 1,5 Millionen Pilger die 28 Wallfahrtsorte im Bistum Münster. Allein in das niederrheinische Kevelaer - nach dem bayerischen Altötting der bedeutendste Wallfahrtsort Deutschlands - kommen etwa 800.000 Menschen pro Saison. An Marienwallfahrtsorten bitten Pilger die Gottesmutter um ihren Zuspruch. (KNA)

14:25 Uhr: Bayerisches Kabinett: Gottesdienste ab 4. Mai wieder möglich

Das bayerische Kabinett hat am Dienstag beschlossen, dass Gottesdienste im Freistaat unter bestimmten Voraussetzungen ab 4. Mai wieder zulässig sind. Das gab Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bekannt. Als maximale Teilnehmerzahl seien im Freien 50 Personen erlaubt, hieß es zugleich in der Mitteilung der Staatskanzlei. Für Gebäude gelte, dass es nur so viele Personen sein dürften, wie Plätze vorhanden seien, die einen Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Plätzen aufwiesen. Außerdem dürften die Gottesdienste höchstens 60 Minuten dauern.

Weiter wurde vereinbart, dass der grundsätzliche Mindestabstand im Freien 1,5 Meter zu betragen habe, in Gebäuden jedoch 2 Meter. Jeder Teilnehmer habe die Pflicht, eine Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Davon ausgenommen sei, wer liturgische Texte spreche oder predige. Kirchen und Glaubensgemeinschaften seien zudem angehalten, Infektionsschutzkonzepte zu erstellen.

"Wir begrüßen diese Entscheidung", sagte der Sprecher des Vorsitzenden der Freisinger Bischofskonferenz, Bernhard Kellner, auf Anfrage. Von vielen in den christlichen Kirchen habe es eine Sehnsucht nach Gottesdiensten gegeben, nachdem diese aufgrund der Corona-Pandemie über Wochen nicht hätten öffentlich stattfinden können. Nun sei ein Anfang gemacht. Die gewünschten Infektionsschutzkonzepte lägen bereits vor. Denn das Wichtigste sei, dass die Menschen gesund blieben. Deshalb gelte es zu verhindern, dass sich die Gläubigen in den Kirchen ansteckten. (KNA)

13:45 Uhr: Evangelische Kirche in Mitteldeutschland mit Corona-Konzept

Nach der voraussichtlichen Wiederzulassung von Gottesdiensten auch in Sachsen-Anhalt hat die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) verbindliche Vorgaben an ihre Kirchengemeinden erlassen. Sie entsprechen im wesentlichen den behördlichen Hygiene- und Abstandsauflagen für Kirchenbesucher, die auch andere evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer in ihren Schutzkonzepten zur Verhinderung von Infektionen durch COVID-19 umsetzen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte am Wochenende angekündigt, dass unter Auflagen ab Anfang Mai wieder öffentliche Gottesdienste möglich sein sollen. In Thüringen sind Gottesdienste bereits seit vergangenem Mittwoch unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Das Kirchengebiet der EKM liegt in beiden Bundesländern.

Die EKM empfiehlt, für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen kurze Formate zu nutzen, die nicht länger als 30 Minuten dauern. Den Einlass sollen Ordnerinnen und Ordner regeln. Die Höchstgrenzen für die Teilnehmerzahlen sind je nach Vorgaben der Bundesländer einzuhalten. Zur Nachverfolgung von Kontakten im Fall einer COVID-19-Erkrankung sind Teilnehmerlisten zu führen. Die Sitzplätze in den Kirchengebäuden werden so markiert, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern sichergestellt ist. Familien und Angehörige eines Haushalts können jedoch zusammensitzen. Alle Gottesdienst- und Veranstaltungsteilnehmer sollen eine Mund- und Nasenbedeckung mitbringen und während des Gottesdienstes tragen. Auf gemeinsames Singen, Musik von Blasinstrumenten sowie das Abendmahl ist zu verzichten.

Das EKM-Landeskirchenamt empfiehlt für Frühjahr und Sommer Open-Air-Gottesdienste. Wo möglich, sollten jedoch eine Übertragung und Aufzeichnung von Gottesdiensten beibehalten werden. Auch nach einer Lockerung von Beschränkungen sei damit zu rechnen, dass viele Gemeindeglieder weiterhin aus Sorge zu Hause blieben. Taufen und Trauungen sind im Rahmen der Zulässigkeit von Gottesdiensten möglich, heißt es in den EKM-Richtlinien weiter. Trauerfeiern sollen ebenfalls im kleinen Kreis und wieder in den Kapellen stattfinden können, sofern die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten sind. (KNA)

12:25 Uhr: Deutsche Heilig-Land-Einrichtungen finanziell unter Druck

Deutsche kirchliche Einrichtungen im Heiligen Land beklagen wegen der Corona-Pandemie eine stark angespannte Finanzlage. Mit der ausgefallenen Palmsonntagskollekte, leeren Gästehäusern und abgesagten Reisen seien das "Hauptproblem zurzeit tatsächlich die Finanzen, zumal Überschüsse üblicherweise in die ideelle Arbeit fließen", sagte der Leiter des Jerusalemer Büros des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL), Georg Röwekamp, am Dienstag im Telefoninterview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Mit der Heiligland-Kollekte in der Karwoche sei die wichtigste Einnahmequelle des Vereins weggefallen; es sei derzeit noch unklar, ob es einen Ersatztermin für die Kollekte geben werde. Durch eine Kampagne für Onlinespenden seien zwar mehr Zuwendungen als erwartet erzielt worden, "allerdings nur ein Bruchteil der durchschnittlichen Summe der letzten Jahre", so Röwekamp. Insgesamt bewertete er die alternative Spendenwerbung als positiv und zukunftsträchtig. "Viele Menschen wissen jetzt deutlicher, wer wir sind und für welche Einrichtungen wir stehen." Für eine Bilanz der Corona-Krise sei es ansonsten aber noch zu früh. Röwekamp äußerte die Hoffnung, den Betrieb in den Einrichtungen im September wieder aufnehmen zu können.

Von einer unmittelbaren Gefahr für die christliche Präsenz im Heiligen Land durch die Auswirkungen der Pandemie wollte der deutsche Theologe nicht sprechen. Zwar seien viele im Tourismus beschäftigt und entsprechend stark betroffen. Der Druck zur Abwanderung werde aber nicht erhöht, weil "es nirgendwo auf der Welt besser" aussehe, so Röwekamp. Zudem zeichne sich unabhängig von Corona ein Trend ab, "dass arabische Christen in Israel sich immer stärker integrieren und immer weniger Probleme haben, sich als Israelis zu sehen". (KNA)

11:45 Uhr: Theologe Stuflesser: Öffentliche Gottesdienste bergen Risiko

In der Diskussion um die öffentliche Feier von Gottesdiensten mahnt der Würzburger Theologe Martin Stuflesser zur Zurückhaltung. "Es wäre gut, deutlich zu sagen, dass wir bei Gottesdiensten keine hundertprozentige Sicherheit hinbekommen", sagte er den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse (Sonntag) in Osnabrück. Mit dem Wissen, dass sich gerade die älteren Menschen in den Kirchen anstecken könnten, berge die Feier öffentlicher Gottesdienste ein Risiko. Allerdings sei er überzeugt, dass die Menschen klug abwägen und entscheiden. "Die werden uns nicht die Kirchen einrennen", so Stuflesser.

Wenn schon Gottesdienste gefeiert würden, müsse es nicht sofort die Höchstform der Eucharistiefeier sein. "Wir haben noch mehr Gottesdienstformen als diese", betonte der Liturgiewissenschaftler. Auch aus hygienischen Gründen könne er sich statt einer Messe eine 20-minütige Wortgottesfeier vorstellen. "Die könnte man auch in höherer Frequenz anbieten." Bei schönem Wetter könne man sich draußen treffen, wo die Ansteckungsgefahr geringer sei.

Theologisch könne die momentane Not als "langanhaltender Karfreitag" gedeutet werden, erklärte der Experte. Viele litten darunter, dass sie nicht zur Kirche gehen könnten und vermissten die Gemeinschaft. Aber: "Vielleicht sollte es noch eine Weile so bleiben. Solidarität und Taten der Liebe - das ist unser Gottesdienst", so Stuflesser. (KNA)

11 Uhr: Erzbischof Schick trägt Maske aus Handarbeit

Ludwig Schick (70), Erzbischof von Bamberg, trägt grüne Längsstreifen - als Mund-Nasen-Maske. Die seit Montag in Bayern geltende Maskenpflicht werde auch im Erzbistum Bamberg gewissenhaft umgesetzt, heißt es unter einem am Dienstag veröffentlichten Foto Schicks auf der Facebook-Seite des Erzbistums, das den Oberhirten auf dem Heimweg vom Einkaufen zeige. Die Schutzmaske sei in Handarbeit von Bruder Markus Scholz im mittelfränkischen Kloster Schwarzenberg der Franziskanerminoriten gefertigt worden. Dieses liegt auf dem Gebiet der Erzdiözese.

Der Erzbischof erledigt in Zeiten der Coronapandemie die Einkäufe für sich und die Ordensfrauen im Bischofshaus. "Der Fitteste im Haushalt kauft ein in Corona-Zeiten", erklärte Schick vor zwei Wochen dazu. "Eingekauft wurden natürlich gesunde und regionale Produkte", heißt es vom Erzbistum. Auch das Abstandsgebot halte Schick ein. (KNA)

10:45 Uhr: Seelsorger: Digitale Trauerarbeit funktioniert nur begrenzt

Der Nürnberger Trauerseelsorger Jürgen Kaufmann hält die Möglichkeiten von digitaler und telefonischer Trauerarbeit in Zeiten der Coronapandemie für begrenzt. "Es kann den persönlichen Kontakt nicht wirklich ersetzen", sagte der Pastoralreferent am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Nachdem derzeit seine regelmäßigen Trauerandachten in der Offenen Kirche Sankt Klara entfielen, gebe es zwar auch Kontakte per Telefon. "Das ist aber auch schwierig, weil wenn man Pausen macht, weiß man nicht, ist noch jemand dran. Im direkten Gespräch hält man manchmal auch gemeinsam eine Stille aus." (KNA)

10:30 Uhr: Papst mahnt zu Umsicht und Gehorsam bei Corona-Beschränkungen

Papst Franziskus hat angesichts der Lockerung von Ausgangsverboten zu Umsicht und angesichts geltender Gottesdienstverbote zu Gehorsam aufgerufen. In seiner Messe am Dienstag im Vatikan betete er um "die Gnade der Klugheit und des Gehorsams gegenüber den Vorschriften". Die Pandemie dürfe nicht zurückkehren, wenn es jetzt neue Regeln für das Verlassen der Wohnungen gebe, betonte das Kirchenoberhaupt.

Der Papst betet in seiner täglichen Messe jeweils für unterschiedliche Personengruppen und Anliegen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

In Italien soll nach einer fast achtwöchigen Ausgangssperre das öffentliche Leben vom 4. Mai an langsam wieder beginnen. Der von Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntag vorgestellte Zeitplan sieht eine schrittweise Wiederaufnahme von gewerblichen, kulturellen und sozialen Aktivitäten vor, jedoch noch keine öffentlichen Gottesdienste. Nach harter Kritik der Italienischen Bischofskonferenz und anderer Religionsgemeinschaften kündigte Conte überarbeitete Weisungen für religiöse Zeremonien an. (tmg/KNA)

10:15 Uhr: Italiens Regierung denkt über neue Regeln für Gottesdienste nach

Italiens Premier Giuseppe Conte will im Rahmen der vorsichtigen Lockerung des Corona-Lockdowns in Italien auch über das bestehende Gottesdienst-Verbot nachdenken. "Wir haben den zuständigen Ausschuss gebeten, neue Regeln für religiöse Zeremonien auszuarbeiten", sagte Conte in einem Interview der Zeitungen "Welt" und "La Repubblica" (Dienstag).

"Wir hoffen, damit den Bedürfnissen der Gläubigen entsprechen zu können", so Conte weiter. Was ich persönlich als besonders schmerzlich empfunden habe, ist der Verzicht auf Beerdigungen. Sie sind eine letzte Geste der Erinnerung und der Zuneigung gegenüber geliebten Menschen, die uns verlassen."

Das von der Pandemie besonders betroffene Italien will ab 4. Mai erste Lockerungen der sehr strikten Bestimmungen im Kampf gegen Corona vornehmen. (KNA)

10 Uhr: Bedford-Strohm: Gottesdienste "bald nach dem 30. April" erlaubt

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, geht von einer Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste "bald nach dem 30. April" aus. Viele Gläubige hätten ihre gewohnten Gottesdienste in den Kirchen schmerzlich vermisst, sagte der bayerische Landesbischof der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). Der zwischen Politik und Kirchen gefundene Konsens sei Ausdruck eines besonnenen Umgangs mit dem Grundrecht auf freie Religionsausübung.

Zu den Eckpunkten des vorgelegten Hygienekonzeptes, das inzwischen auch vom Robert-Koch-Institut (RKI) geprüft worden sei, gehörten etwa die Regelung von Mindestabständen, der Umgang mit Gesang und das Vorgehen beim Abendmahl, sagte Bedford-Strohm. Die eigentlichen Regelungen würden dann jeweils auf Länderebene getroffen. Klar sei, dass "der Schutz der Gesundheit und des Lebens" für die Kirchen stets Vorrang habe, betonte er. Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken stehe im Vordergrund bei der Wiederaufnahme der Gottesdienste.

Bedford-Strohm mahnte auch Verbesserungen für die Situation alter Menschen in den mehr oder weniger isolierten Seniorenheimen an. Es sei schlimm, dass diese keinen Besuch empfangen könnten, sagte er. Die Intention, durch die Isolation weitere Infektionen mit dem Coronavirus und gehäufte Todesfälle dadurch zu vermeiden, sei nachvollziehbar. Die Möglichkeit zur Seelsorge und soziale Kontakte gerade auch am Lebensende seien aber unverzichtbar. (epd)

9:45 Uhr: US-Erzbistum Boston schickt Priester zu Corona-Kranken

Das katholische Erzbistum Boston entsendet Priester mit einer besonderen Mission in Krankenhäuser. Sie sollen auf Intensivstationen Corona-Patienten ohne Überlebenschance die Krankensalbung spenden. Dafür stehe ein Team von 30 dafür geschulten Seelsorgern unter 45 Jahren und ohne Vorerkrankungen bereit, hieß es aus dem an der US-Ostküste gelegenen Erzbistum. Die Priester seien in freigeräumten Pfarrheimen in der Nähe von Krankenhäusern untergebracht.

"Wir sind den Priestern, die sich freiwillig zur Verfügung gestellt haben, sehr dankbar", schreibt der Bostoner Kardinal Sean Patrick O'Malley in seinem Blog. 45 Krankenhäuser auf dem Gebiet des Erzbistums erklärten sich bereit, den Seelsorgern den Zugang zu den Todkranken zu ermöglichen. Während die Gebete an der Türschwelle des Patientenzimmers gesprochen werden, verabreichen die Priester die Krankensalbung über Wattestäbchen auf dem Fuß des Patienten anstatt auf der Stirn oder der Handfläche.

Rund 80 Priester des Erzbistums nahmen den Angaben zufolge an einer Schulung teil, in der sie auch auf die Corona-Bestimmungen der Krankenhäuser hingewiesen wurden. (KNA)

9:30 Uhr: Ruppert: Kirche war "ein wenig still" in der Corona-Krise

Die Kirche ist nach Ansicht des scheidenden religionspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion, Stefan Ruppert, in der Corona-Krise "ein wenig still" gewesen. Ruppert sagte am Montagabend in einer von der Friedrich-Naumann-Stiftung organisierten Video-Diskussion, die Kirche müsste sich mehr "auf ihr Kerngeschäft, nämlich die theologische Begründung von Positionen" konzentrieren. Das tue sie zwar vielfach auch. "Aber sie war vielleicht ein wenig still im Moment der Krise der letzten Wochen", sagte Ruppert.

Es sei zwar verständlich, dass die Kirche am Anfang der Corona-Pandemie in der "akuten" Situation relativ schnell bereit gewesen sei, Einschränkungen des Grundrechts der Religionsfreiheit hinzunehmen. Dann aber hätte es noch stärker "ein Nachdenken" geben müssen, "wie man mit so einer Situation umgeht". Das Christentum sei wie alle Religionen auf Gemeinschaftserlebnisse angewiesen und werde deshalb durch die Corona-Krise "besonders empfindlich getroffen". Einige Gemeinden hätten zwar Instrumente gefunden, damit umzugehen, etwa Online-Gottesdienste, mehr Telefonate oder handschriftliche Briefe. "Aber in der öffentlichen Debatte war es etwas still", sagte Ruppert. Er wünsche sich von der Kirche "mehr Mut zur theologischen Botschaft, die nicht zuerst politische Botschaft ist", sagte der scheidende Religionsexperte der FDP. Äußerungen der Kirchen beispielsweise zum Tempolimit seien unter diesem Aspekt eher verzichtbar. Er wolle nicht die Kirchen "anklagen", weil sie insgesamt einen sehr positiven Beitrag für die Gesellschaft leisteten, unterstrich er. Sie hätten sich aber "bisweilen selbst ein bisschen theologisch entkernt und vermehrt auf das politische Feld begeben, teilweise sogar mit einseitiger politischer Schlagseite", kritisierte Ruppert. Das Thema der Diskussionsveranstaltung lautete: "Das Kreuz mit Corona - Die Bedeutung von Religionen in Krisenzeiten."

Ruppert (48), Bundestagsabgeordneter des Hochtaunuskreises, hatte bereits angekündigt, dass er mit Ablauf des 27. April aus dem Bundestag ausscheidet. Die Video-Diskussion absolvierte er damit in den letzten Stunden seines Mandats. Ruppert, der auch Vorsitzender der hessischen FDP ist, hatte zudem angekündigt, dass er auch noch seine Position als Landesvorsitzender niederlegen wird. Er wechselt in die Wirtschaft. (KNA)

9:15 Uhr: Luxemburg plant Gottesdienste erst ab Ende Mai

Anders als die katholische Kirche in Deutschland plant das Erzbistum Luxemburg Gottesdienste erst wieder ab Ende Mai. "Wir arbeiten aktuell an einem Konzept, wie wir Gottesdienste ab der letzten Maiwoche wieder beginnen können", sagte Kardinal Jean-Claude Hollerich (Montag).

Staatliche Einschränkungen für Gottesdienste im Zuge der Corona-Krise gibt es in Luxemburg nicht; das Erzbistum hatte eigenverantwortlich darauf verzichtet. Hollerich nannte es "für das Image der Kirche sehr schlecht", sollten Menschen sich bei kirchlichen Veranstaltungen mit infizieren und zu einer weiteren Verbreitung beitragen. Die Kirche stehe für den Schutz des Lebens. Zuvor hieß es bereits, eine schrittweise Wiederaufnahme von Gottesdiensten könne nur "im Rahmen einer allgemein positiven Entwicklung der Corona-Bekämpfung" und begleitet von klar definierten Schutzmaßnahmen erfolgen. Erstkommunion und Firmungen sollten frühestens Mitte September angesetzt werden. Gleiches gelte für Trauungen und Taufen, für die aber Ausnahmen möglich seien. Die Erstkommunionvorbereitung erfolge bis zu den Sommerferien Mitte Juli ausschließlich online.

Die Wallfahrt zum Gnadenbild der Muttergottes in der Luxemburger Kathedrale (Muttergottes-Oktav) vom 2. bis 17. Mai findet nur per Online-Übertragung statt. Messen und Gebete sollen im Internet vom Erzbistum, RTL Luxemburg und dem "Luxemburger Wort" übertragen werden. (KNA)

9 Uhr: Caritas fordert mehr Tests auf Covid-19 bundesweit

Die Caritas fordert mehr Covid-19-Tests zum Schutz von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung. "In unserer großen Sorge um die Bewohner sowie die Beschäftigten in unseren Einrichtungen warten wir auf eine Intensivierung von flächendeckenden Testungen", sagte der Präsident des Deutschen Caritasverbands, Peter Neher, am Montag in Berlin. Tests seien dabei nicht nur für Personal in stationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung notwendig, sondern auch für ambulante Dienste und Pflegebedürftige.

"Die uns immer wieder genannte Ressourcenfrage von Tests darf hier keine Rolle spielen, zumal zeitgleich eine Debatte um Tausende von Tests für Fußballspieler geführt wird", so Neher. Die jetzt ermöglichten und weiter geplanten Lockerungen und Öffnungen könnten die Infektionszahlen schnell wieder ansteigen lassen. Eine systematischere und zuverlässige Testung sei die Voraussetzung, dass behutsam eine neue Form von Alltagsleben einsetzen könne. "Ein Einfaches zurück in die Vor-Corona-Zeit wird es vermutlich so nicht geben", so Neher. (KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.