Bayern und Brandenburg erlauben öffentliche Gottesdienste ab 4. Mai!
Newsticker: Corona und die Kirche, 24. April

Bayern und Brandenburg erlauben öffentliche Gottesdienste ab 4. Mai!

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 24.04.2020

17:00 Uhr: Schutzkonzepte für Gottesdienste in Berlin und Brandenburg

Nach der Wiederzulassung öffentlicher Gottesdienste ab 4. Mai in Berlin und Brandenburg haben die Kirchen Schutzkonzepte gegen das Covid-19-Virus beschlossen. Nach der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) setzte am Freitag auch das Erzbistum Berlin solche Richtlinien in Kraft.

Die staatliche Erlaubnis von Gottesdiensten ist für die Religionsgemeinschaften mit der Verpflichtung verbunden, dass sie die behördlich vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten sowie persönlichen Angaben der Teilnehmenden dokumentieren. Nach Berlin hat am Freitag auch Brandenburg beschlossen, Gottesdienste mit bis zu 50 Besuchern zu erlauben.

In ihren Schutzkonzepten raten Erzbistum und EKBO Gläubigen mit Erkältungssymptomen nachdrücklich, auf den Gottesdienstbesuch zu verzichten. Wer teilnimmt, muss körperliche Distanz zu anderen Besuchern einhalten. Die Richtlinien des Erzbistums Berlin legen 1,5 Meter nach allen Seiten fest, die EKBO nennt zwei Meter. Auch Berührungen von Gegenständen wie Kollektenkörbchen müssen unterbleiben.

Bei wichtigen gottesdienstlichen Gegenständen wie Hostienschalen haben die leitenden Teilnehmer der Feiern auf besondere hygienische Schutzmaßnahmen wie Handschuhe und Desinfektionen zu achten. Allen Besuchern wird dringend empfohlen, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen.

Generell rät die EKBO von einer Feier des Abendmahls ab. Wegen des Risikos einer Tröpfcheninfektion soll in katholischen und evangelischen Gottesdiensten auf Gemeindegesang weitgehend und auf Blasmusik ganz verzichtet werden.

Die Schutzkonzepte von Erzbistum und EKBO gelten auch in deren kleineren Kirchengebieten in Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. (KNA)

15 Uhr: Bischof Bätzing gegen Überhöhung des Coronavirus

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat sich gegen Verschwörungstheorien und eine Überhöhung des Coronavirus gewandt. Der Bischof appellierte laut Mitteilung des Bistums von Freitag, das Virus weder zu überschätzen noch zu unterschätzen. "Wir können die Hoffnung haben, dass wir das Virus bezwingen. Mit der Kraft der Wissenschaft, mit vernünftigem Verhalten, das solidarisch ist und mich und dich schützt."

Weiter grenzte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sich von Positionen ab, die das Virus als Strafe Gottes ansehen. "Mein Gott kennt solche Gedanken nicht mehr, seit Jesus für uns gestorben ist. Da hat Gott seine Entscheidung für das Leben getroffen. Gott straft nicht", erklärte Bätzing. (KNA)

14:45 Uhr: Vatikan begründet Verschiebung von Eucharistischem Weltkongress

Der Präsident des Päpstlichen Komitees für die Eurcharistischen Kongresse, Piero Marini, hat die Verschiebung des ursprünglich für September in Budapest geplanten Weltkongresses begründet. Angesichts der Corona-Pandemie sei es unrealistisch, von einer Normalisierung des internationalen Reiseverkehrs bis Herbst auszugehen, sagte er dem Portal "Vatican News" (Freitag). Zudem habe man die rund 60.000 angemeldeten Teilnehmer aus allen Teilen der Welt keiner Gesundheitsgefahr aussetzen wollen, so der Kurienerzbischof.

Nach dem katholischen Weltfamilientreffen und dem Weltjugendtag hatte der Vatikan am Donnerstag auch den Eucharistischen Weltkongress vertagt. Die Großveranstaltung soll jetzt im September 2021 stattfinden. Die Verschiebung, räumte Marini ein, bringe etliche Schwierigkeiten mit sich. Die Organisatoren vor Ort müssten nun alle Absprachen mit den eingeladenen Gästen erneut abstimmen und sämtliche Anmeldungen überprüfen. Andererseits biete die zusätzliche Zeit die Chance, die Vorbereitungen an einigen Stellen zu verbessern.

Die von der katholischen Kirche organisierten Eucharistischen Kongresse sollen das Verständnis und die Verehrung der Eucharistie in der Orts- und Weltkirche fördern und vertiefen. Die Weltkongresse werden seit 1881 an wechselnden Orten in zuletzt vierjährigem Abstand durchgeführt. Zuletzt war Cebu auf den Philippinen 2016 Gastgeber. In Budapest tagte der Weltkongress bereits 1938. (KNA)

14:35 Uhr: Bayern lässt öffentliche Gottesdienste ab 4. Mai zu

In Bayern kann es ab 4. Mai wieder öffentliche Gottesdienste geben. Diese Ankündigung von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) wurde am Freitag von kirchlicher Seite begrüßt. Zu den Auflagen zählt ein Sicherheitsabstand zwischen den Gläubigen von zwei Metern. Außerdem müssen sie Mund und Nase bedecken.

"Wir bemühen uns um die Einhaltung der Hygienevorgaben", sagte der Sprecher des Münchner Kardinals Reinhard Marx, Bernhard Kellner, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Derzeit entwickle man aufseiten der Kirche ein Schutzkonzept, das noch mit der Staatsregierung abgestimmt werden müsse. "Wir werden uns danach in der nächsten Woche um eine Umsetzung bemühen." Das Thema soll am kommenden Dienstag im Kabinett beraten werden. Bis dahin war in den Verhandlungen laut Auskunft von Kirchenvertretern Vertraulichkeit verabredet worden. In einer Pressemitteilung des Bistums Regensburg hieß es: "Welche Regeln im Einzelnen gelten, kann vermutlich erst nach der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin am 30. April festgelegt werden." Diözesane Einzelbestimmungen leiteten sich von den Vorgaben des Freistaats ab.

Der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs sagte, den Pfarreien bleibe nur eine kurze Vorbereitungszeit. Außer dem Abstand zwischen den Mitfeiernden werde es auch um Handschuhe, Desinfektionsmittel und Markierungshilfen für Wege und Plätze gehen. Für die Schutzmasken sollten die Gottesdienstteilnehmer selbst sorgen. Fuchs regte ferner die Bildung von Teams in den Pfarreien an, die für den Schutz in den Gottesdiensten verantwortlich sein sollen. (KNA)

14:30 Uhr: Brandenburg erlaubt Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmern

Brandenburg erlaubt wie zuvor Berlin ab 4. Mai Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmenden. Bedingung sei, dass die staatlichen Hygiene- und Abstandsvorschriften eingehalten würden, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag in Potsdam. Gestattet sind auch nichtreligiöse Bestattungen mit bis zu 50 Personen und Trauerfeiern im privaten und familiären Bereich mit bis zu 20 Personen sowie die Begleitung Sterbender im engsten Familienkreis.

Woidke äußerte sich bei der Vorstellung neuer Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dazu gehört ab kommendem Montag auch wie in Berlin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Personennahverkehr, in Brandenburg zusätzlich im Einzelhandel.

Wie in den anderen Bundesländern waren öffentliche Gottesdienste in Brandenburg während der vergangenen Wochen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis auf eng begrenzte Ausnahmen untersagt. Erlaubt sind bislang nur kirchliche Zusammenkünfte wie Taufen und Trauerfeiern mit bis zu 20 Teilnehmenden. (KNA)

13:55 Uhr: Ermittlungen gegen katholisches Pflegeheim in Corona-Krise

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen die Leitung eines katholischen Altenheims in Sankt Augustin wegen möglicher strafbarer Verstöße im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Entsprechende Medienberichte bestätigte Sprecher Sebastian Buß am Freitag auf Anfrage, ohne nähere Details zu nennen. Es geht um Vorwürfe, dass positiv auf Corona getestete Mitarbeiter von der Hausleitung dazu gedrängt worden seien, zur Arbeit zu kommen.

Der Staatsanwaltschaft liegt eine Anzeige der Stadt Sankt Augustin vor. Ihr wurden die Vorwürfe im Rahmen ihrer Ordnungsamtsarbeit von einer Mitarbeiterin des Altenheims und dem Ehemann einer weiteren Mitarbeiterin zugetragen, wie der Beigeordnete Ali Dogan auf Anfrage bestätigte. Aufgrund des Rechtsstaatsprinzips sei die Stadt bei solchen Vorwürfen gehalten, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. "Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, wissen wir nicht", so Dogan. Laut der Medienberichte wurden Mitarbeiter unter Androhung einer fristlosen Kündigung dazu gedrängt, ihre Quarantäne aufzugeben. Das Altenheim gehört zur Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) im Erzbistum Köln mit insgesamt 22 Einrichtungen im Rheinland. Die CBT überprüfe derzeit intensiv die "Vorwürfe gegen die Hausleitung bezüglich des Umgangs mit Mitarbeitern und Schutzausrüstung", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Zudem habe die Geschäftsführung die Staatsanwaltschaft über die Vorwürfe informiert. Dies sei "der unvermeidliche, gleichwohl bedauernswerte Schritt zur Objektivierung der Diskussion".

Laut CBT starben 12 Bewohner des Pflegeheims im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 37 Bewohner seien positiv auf das Sars-Cov-2 getestet worden. 56 Mitarbeitern seien nach positiven Tests oder wegen enger Kontakte zu Erkrankten in Quarantäne gekommen und befänden sich dort teils immer noch. Laut Trägergesellschaft konnten die Personalausfälle zunächst mit Mitarbeitern anderer CBT-Einrichtungen und zusätzlichem Einsatz von Zeitarbeit kompensiert werden. Nachdem weitere Mitarbeiter ausgefallen seien, hätten die positiv getesteten Bewohner am Karfreitag in umliegende Krankenhäuser gebracht werden müssen. Ein Großteil von ihnen sei inzwischen wieder in das Haus zurückgekehrt. (KNA)

13:35 Uhr: Sonntagsblatt bietet Schnittmuster für Mund-Nasen-Maske

Das "Würzburger katholische Sonntagsblatt" bietet ihren Leserinnen und Lesern in der aktuellen Ausgabe eine Anleitung zum Nähen eines Mund-Nasen-Schutzes. Sogar ein Schnittmuster sei darin zu finden, teilte die Bischöfliche Pressestelle am Freitag mit. Das Tragen eines solchen Mund-Nasen-Schutzes ist ab kommender Woche im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Bayern für alle ab dem Alter von sechs Jahren verpflichtend. Verstöße werden mit Bußgeldern zwischen 150 und 5.000 Euro geahndet. (KNA)

13 Uhr: Forderung nach Lockerung von Gottesdiensten wird lauter

Der religionspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Stephan Ruppert, hat sich für eine Lockerung bei den derzeitigen Beschränkungen für die Gottesdienste ausgesprochen. "Gottesdienste und öffentliche Gebete helfen besonders in dieser belastenden Zeit Menschen, Mut und Trost in der Ausübung ihres Glaubens finden", sagte Ruppert am Freitag in Berlin.

Derzeit berät das Bundesinnenministerium mit den Chefs der Staatskanzleien ein mögliches Rahmenkonzept für eine Lockerung von Gottesdiensten, auch das Robert-Koch-Institut ist an den Gesprächen beteiligt. Dem Ministerium liegen nach eigenen Angaben 15 Konzepte von Religionsgemeinschaften vor. Das Rahmenkonzept kann nur eine Empfehlung für die Länder sein. Die Entscheidung, ob und wann es Lockerungen gibt, liegt dann bei diesen. Teilweise haben einzelne Bundesländer schon Lockerungen beschlossen.

Eine Sprecherin der Bundesregierung sagte dazu, die Regierung sei sich der Bedeutung der Religionsfreiheit bewusst. Gerade vor dem Hintergrund der Pandemie könne die Religion für viele Menschen "Trost und Kraft" spenden. Einen konkreten Termin nannte sie nicht. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bekräftigte, dass das Corona-Kabinett sich am Montag mit dem Rahmenkonzept befasst. Seinen Angaben zufolge behandelt dann die Ministerkonferenz am Mittwoch das Thema. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums betonte, mit den Konzepten der Religionsgemeinschaften sei man "einen deutlichen Schritt" weitergekommen. Die Religionsgemeinschaften hätten sich sehr kooperativ verhalten. "Von keiner Seite" habe es Drängen oder Unverständnis gegeben. (KNA)

12:30 Uhr: Synagogen haben Hygienekonzept für Wiedereröffnung vorbereitet

Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, Julian-Chaim Soussan, sieht es als religiöse Pflicht für Juden an, die staatlich verordneten Kontaktbeschränkungen und Gottesdienstverbote einzuhalten. Zum einen gebiete die Halacha die Einhaltung der staatlichen Gesetze, zum anderen sei es religiöse Pflicht, Menschenleben zu retten, erklärte Soussan im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Fast alle der 613 biblischen Ge- und Verbote müssten nach der Tora (fünf Bücher Mose) und dem Talmud außer acht gelassen werden, wenn dadurch Leben gerettet werden können.

Die jüdischen Gemeinden würden deshalb die Synagogen auch nur nach behördlicher Genehmigung und unter Einhaltung hygienischer Vorsichtsmaßnahmen wieder öffnen, bekräftigte der Rabbiner. Der Zentralrat der Juden in Deutschland habe gemeinsam mit den jüdischen Landesverbänden und großen Gemeinden ein detailliertes Hygiene- und Gesundheitskonzept für Gottesdienste entworfen. So werde empfohlen, Teilnehmerlisten zu führen, Oberflächen zu desinfizieren, den Mund-Nasen-Schutz zu nutzen und einen Abstand zwischen den Teilnehmern von jeweils zwei Metern einzuhalten. Das religiöse Leben der jüdischen Gemeinde spiele sich nun vor allem über das Internet ab, erklärte Soussan. Die beiden Frankfurter Rabbiner hielten Vorträge über Videokonferenzen, an denen Interessierte teilnehmen könnten, und veröffentlichten diese anschließend in sozialen Medien. Auch die Gottesdienste vor Beginn und nach Ende des Sabbats, am Freitagnachmittag und Samstagabend, fänden per Videokonferenz statt. Religionsunterricht für Schüler gebe es per E-Mail und Videos. Seelsorge praktizierten die Rabbiner vor allem durch das Telefon oder per WhatsApp. Rund 60 Freiwillige unterstützten die Sozialabteilung und böten praktische Hilfe an, etwa zum Einkaufen.

Die Kontaktbeschränkungen machten aber Teile des religiösen Lebens unmöglich, erklärte Soussan. So falle die öffentliche Tora-Lesung im Gottesdienst weg, die nur in der leibhaftigen Versammlung, nicht aber online stattfinden dürfe. Auch das Totengebet (Kaddisch), das nach dem Tod eines Angehörigen elf Monate lang gesprochen werden solle, dürfe nicht online gebetet werden. Dies fehle religiösen Menschen. Die Coronakrise könne aber auch positive Wirkungen haben, sagte der Rabbiner. "Jetzt liegt der Fokus auf den wichtigen Dingen: Zeit für Familie und Freunde zu haben", sagte Soussan. Auch gebe die Krise einen Anstoß, darüber nachzudenken, wie die Natur sich erholt und wie das Verhältnis der Völker untereinander ist. (epd)

12 Uhr: Bund und Länder beraten weiter über Lockerungen für Gottesdienste

Bund und Länder beraten weiter über mögliche Lockerungen beim Versammlungsverbot von Religionsgemeinschaften. Am Freitag wollten der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Markus Kerber, und die Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder über Konzepte beraten, die die Kirchen sowie die jüdischen und muslimischen Gemeinschaften erarbeitet haben. Beschlüsse wurden aber nicht erwartet.

Zu den im März verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehörte auch ein Gottesdienstverbot. In der vergangenen Woche verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder darauf, daran zunächst festzuhalten, aber parallel über eine mögliche Lockerung zu beraten. In einzelnen Bundesländern gelten aber schon Lockerungen oder sind angekündigt. So können in Sachsen schon unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln seit Montag Gottesdienste gefeiert werden. In Thüringen ist das ab diesem Wochenende möglich. In Nordrhein-Westfalen sollen religiöse Versammlungen ab dem 1. Mai möglich sein, in Berlin ab dem 4. Mai.

Zumindest in der Frage des Startzeitpunkts gibt es ein uneinheitliches Vorgehen der Länder, was manche Kirchen vor besondere Herausforderungen stellt. Die Grenzen von Bistümern und Landeskirchen verlaufen oftmals nicht mit der Grenze des Bundeslandes, so dass in verschiedenen Gemeinden einer Kirche unterschiedliche Regelungen gelten. Angestrebt ist für die Beratungen von Bund und Ländern, dass bundesweit möglichst die gleichen Regeln für Abstand, Größe der Veranstaltungen und Hygiene gelten. Am Montag soll sich das sogenannte Corona-Kabinett mit den Konzepten der Religionsgemeinschaften befassen. Angedacht war eine Beschlussempfehlung für die Beratungen der Regierungschefs von Bund und Ländern am 30. April. Merkel deutete am Donnerstagabend allerdings an, dass über weitere Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus auch erst am 6. Mai entschieden werden könnte. Was das für religiöse Veranstaltungen bedeuten kann, blieb offen. (epd)

11:30 Uhr: Erzbischof Heße bittet um Geduld in Sachen Gottesdienste

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße hat die Katholiken seines Bistums um Geduld in Sachen Gottesdienstbesuch gebeten. Auch er freue sich, wenn die Kirchen wieder mit Leben gefüllt werden und "wir wieder wie gewohnt zusammenkommen", sagte er am Freitag in einem Videobeitrag auf der Homepage des Erzbistums. Doch das werde wahrscheinlich "nur in kleinen Schritten gehen". Auch müsse mit Rückschlägen gerechnet werden. Vom heutigen Standpunkt aus werde es frühestens ab dem zweiten Mai-Wochenende wieder Gottesdienste mit Gemeinde geben, so Heße.

Schon am Mittwoch hatte Generalvikar Ansgar Thim erklärt, das Erzbistum rechne mit öffentlichen Gottesdienstes "frühestens ab dem 10. Mai". Bedingung sei, dass die Vorgaben der Gesundheitsämter und Behörden eingehalten würden.

Nach Worten Heßes laufen derzeit Gespräche über die Gottesdienste mit den Pfarrern sowie über die katholischen Büros in Hamburg, Schwerin und Kiel mit den dortigen Landesregierungen, Gesundheitsämtern und anderen Behörden. Dabei werde etwa geklärt, welche Kirchen sich für Gottesdienste unter den coronabedingten Sicherheitsbestimmungen eignen und welche Schutzvorkehrungen beachtet werden müssen. Auch gehe es um die Frage, ob auch Priester in höherem Alter oder mit Vorerkrankungen Gottesdienste übernehmen sollten. "Hier tragen wir alle füreinander Verantwortung und müssen solidarisch zueinander stehen", so der Erzbischof. (KNA)

10:15 Uhr: Papst betet für Schüler und Lehrer in Corona-Krise

Der Papst hat in seiner Frühmesse am Freitag für Schüler und Lehrer in der Corona-Krise gebetet. Sie müssten in dieser Zeit unter schwierigen Bedingungen zusammenarbeiten, sagte Franziskus in der Kapelle von Santa Marta im Vatikan.

Die Lehrer stünden vor dem Problem, übers Internet und andere Medienkanäle unterrichten zu müssen, so das Kirchenoberhaupt. Aber auch die Schüler und Studenten seien gefordert. Sie müssten ihre Prüfungen in einer Weise ablegen, die sie nicht gewohnt sind. "Lasst sie uns mit unserem Gebet begleiten", sagte der Papst.

Die Frühmessen in der Corona-Krise widmet Franziskus meist bestimmten Personengruppen, die sich um die Kranken kümmern oder selbst vom Virus betroffen sind. (KNA)

9 Uhr: Sportseelsorgerin ist skeptisch gegenüber Geisterspielen

Die katholische deutsche Sportseelsorgerin, Elisabeth Keilmann, ist skeptisch gegenüber der Austragung von Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga. "Zu den Voraussetzungen gehören regelmäßige Corona-Tests. Da die Kapazitäten der Tests zurzeit nicht so groß sind, sollten sie für Menschen, bei denen eine medizinische Indikation vorliegt, bereitgehalten werden", sagte Keilmann der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Bonn. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte zuvor über ein Konzept zu einem weiteren Vorgehen beraten, über das die Politik entscheiden muss.

Keilmann könne zwar den Wunsch nach einer Fortsetzung der Liga aus wirtschaftlichen Gründen und als "Fußballfan" nachvollziehen, fügte sie hinzu. "Es bleibt aber auch die Frage, wie in dieser Situation mit anderen Sportarten umgegangen wird. Sollte es nicht ein einheitliches Vorgehen geben?", so die Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz. Viele Menschen wünschten sich wieder eine gewisse Normalität. Der Sport und gerade der Fußball begeistere viele, sei es als Aktive oder als Zuschauer über die Medien. "Von daher meine ich, dass die Übertragung von Fußballspielen für Menschen eine positive Wirkung haben, Freude vermitteln und Abwechslung im 'neuen Alltag' bringen kann", sagte Keilmann. Bei allen Überlegungen müsse aber die Gesundheit Priorität haben - sei es im Leistungs- oder Breitensport.

Keilmanns Ansicht nach sollte nicht nur über die Wiederaufnahme der Spielbetriebe für den Profi-Sport, sondern auch für den Breitensport und für Amateur-Vereine nachgedacht werden. "Sportstätten sind geschlossen, Sport in Gemeinschaft ist nicht möglich. Viele Menschen leiden darunter, auch wenn es viele kreative Workout-Angebote über Livestreams, Videos oder Blogs gibt", so die katholische Seelsorgerin. Zudem verbinde das Gemeinschaftsgefühl beim Sport. Es trage "zum Wohlbefinden, zur Integration und Inklusion bei", erklärte Keilmann. Die Sportminister der Länder haben zuletzt mögliche Lockerungen erörtert, wie Keilmann berichtete. Konkrete Empfehlungen und Leitlinien seien diskutiert worden. Ziel dieses Austauschs sei es gewesen, das Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsident am 30. April vorzubereiten. (KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.