Die Heilige Kommunion
Newsticker: Corona und die Kirche, 19. Juni

Österreich: Mundkommunion, Sonntagspflicht zurück – Maskenpflicht weg

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 19.06.2020

14:30 Uhr: Neue Termine für australisches Regionalkonzil

Australiens katholische Bischofskonferenz hat die neuen Termine für das australische Regionalkonzil veröffentlicht. Die beiden Vollversammlungen sollen vom 3. bis 10. Oktober 2021 in Adelaide und vom 4. bis 9. Juli 2022 in Sydney stattfinden, teilte sie (Freitag) in Sydney mit. Die ursprünglichen Termine im Oktober 2020 und April 2021 waren wegen Corona abgesagt worden.

Papst Franziskus hatte im März 2018 Grünes Licht für die erste Vollversammlung der katholischen Kirche Australiens seit 80 Jahren gegeben. Man wolle in einer "Zeit signifikanter Herausforderungen" in einem "offenen Prozess von Zuhören, Dialog und Einsicht" über die Zukunft der Kirche in Australien beraten, heißt es auf der Plenums-Website. Vor allem durch den Missbrauchsskandal hat die Kirche bei vielen Gläubigen und einem Teil der Gesellschaft Vertrauen verloren. An dem Konzil sollen 276 Delegierte teilnehmen; gemäß dem Kirchenrecht wird die Mehrheit der Teilnehmer vom Klerus gestellt. Laut Veranstalterangaben sind 64 Prozent der Laiendelegierten Frauen. Die Organisation "Katholiken für Erneuerung" kritisierte zuletzt, die 76 Laiendelegierten seien von den Bischöfen hinter verschlossenen Türen ausgewählt worden.

Für Unmut sorgte auch die Geheimhaltung eines von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Reports zur Leitungs- und Verwaltungsreform der Kirche in Australien. Die mehr als 200 Seiten umfassende Studie war den Bischöfen Anfang Mai übergeben worden. Anfang Juni wurde sie dem US-Magazin "National Catholic Reporter" zugespielt und veröffentlicht. Der Report soll beim Regionalkonzil diskutiert werden. Zu den wesentlichen Empfehlungen gehört die Einrichtung von paritätisch mit Frauen und Männer besetzten Räte auf allen Hierarchieebenen; diese sollen gemeinsam mit den Bischöfen Entscheidungen treffen. Zur besseren Verwaltungsführung in kirchlichen Einrichtungen sollen professionelle Managementstandards und regelmäßige Rechenschaftsberichte eingeführt werden, wie sie für Unternehmen üblich sind. (KNA)

14:15 Uhr: Erzbischof Schick: Über Corona-Hilfspakete Flüchtlinge nicht vergessen

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die Politiker in den Industriestaaten gemahnt, in der Corona-Krise die Flüchtlinge nicht zu vergessen. Zum Weltflüchtlingstag an diesem Samstag sagte Schick, die wohlhabenden Länder seien gefordert, auch den Flüchtlingen zu helfen. Zudem sollten die reichen Staaten ihren Beitrag leisten, dass in den Entwicklungsländern ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit und Freiheit möglich werde. Ein Bruchteil der Summen, die jetzt für die Rettung von Fluggesellschaften und anderen Unternehmen bereitgestellt würden, könne den Flüchtlingen und ihren Herkunftsländern helfen.

Der Weltkirche-Bischof der Deutschen Bischofskonferenz erinnerte daran, dass derzeit global so viele Menschen auf der Flucht seien wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr: laut den Vereinten Nationen rund 70 Millionen. "Ihr Leben ist bedroht durch den Mangel an Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung, durch Gewalt und Ausbeutung", so Schick. "Derzeit kommt die Gefahr der Corona-Pandemie dazu. Wehe, wenn Flüchtlingslager zu Hotspots der Pandemie werden!" Dies hätte Folgen für die ganze Welt. (KNA)

13 Uhr: Österreichs Bischöfe: Corona verlangt Änderung unseres Lebensstils

Österreichs Bischöfe fordern als Konsequenz der Corona-Pandemie konkrete und grundlegende Änderungen im Lebensstil. Die Krise habe eindrucksvoll bewiesen, "wie stark der Zusammenhalt zwischen den Generationen ist", erklärte die Bischofskonferenz zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Mariazell. Der Schutz älterer Menschen sei "eine geradezu heilige Pflicht".

Dieses hohe Ethos, das ganz dem christlichen Menschenbild entspreche, gelte für "jedes Leben, ob ungeboren oder geboren", so die Bischöfe. Dem entspreche ein breiter gesellschaftlicher Konsens gegen eine Freigabe von Tötung auf Verlangen und Beihilfe zur Selbsttötung. Stattdessen seien Hospiz- und Palliativversorgung auszubauen. Zu einer "geistvoll erneuerten Normalität" nach Corona zählen die Bischöfe eine gesamtgesellschaftliche Entschleunigung, "damit wir nicht als Getriebene und Gehetzte zugrunde gehen". Wesentlich seien dafür der freie Sonntag und eine entsprechende Sonntagskultur.

Als Grundhaltungen für eine gesellschaftliche Erneuerung nennt die Bischofskonferenz Dankbarkeit und Demut, Verbundenheit und Versöhnung, Aufmerksamkeit und Solidarität, Wertschätzung und Lernbereitschaft, Achtsamkeit und Entschlossenheit, Lebensfreude und Geduld, Vertrauen und Zuversicht. Diese erhoffte Erneuerung betreffe auch die Kirche selbst, so die Bischöfe abschließend. Sie wollten sich daher weiter "für eine lern- und erneuerungsbereite Kirche einsetzen". (KNA)

12 Uhr: Bischof Oster rät zur Nutzung der Corona-Warn-App

Der Passauer Bischof Stefan Oster wirbt im Internet für die Corona-Warn-App der Bundesregierung. "Wollte nur sagen: Ich hab das Ding jetzt auch auf meinem Handy - und halte es für sinnvoll und wichtig", schreibt Oster auf seiner Facebook-Seite. Er habe Asthma und gehöre daher zur Risikogruppe, erklärt der 55-Jährige. Bedenken in puncto Datenschutz habe er bei der App keine. "Je mehr sie haben, desto hilfreicher ist sie für die Eindämmung der Pandemie." Laut Robert Koch-Institut liegen die Downloadzahlen aktuell bei 7,9 Millionen. Die Entwicklungskosten beliefen sich den Angaben der Bundesregierung zufolge auf rund 69 Millionen Euro. (KNA)

11:30 Uhr: Bischof Ipolt für Gottesdienste Gefängnissen

Bischof Wolfgang Ipolt hofft auf die Wiederzulassung von gemeinschaftlichen Gottesdiensten in allen Gefängnissen auf dem Gebiet des Bistums Görlitz. "Die Vorsichtsmaßnahmen und die Sorge der Anstalten hinsichtlich der Ansteckung durch das Corona-Virus kann ich verstehen", sagte Ipolt am Freitag in der Neißestadt. Zugleich begrüßte er die Ankündigung, dass auch in den Brandenburger Justizvollzugsanstalten Gottesdienste wieder erlaubt werden sollen.

In den Brandenburger Anstalten Cottbus und Luckau-Duben sind sie bislang nicht gestattet, während sie in der sächsischen Justizvollzugsanstalt Görlitz wieder möglich sind. In Brandenburg haben die Seelsorger nur die Möglichkeit zu Einzelgesprächen mit den Gefangenen. Das Bistum Görlitz befindet sich im Osten Brandenburgs und Sachsens. (KNA)

11 Uhr: Weitgehende Erleichterungen für Gottesdienste in Österreich

Österreichs Bischöfe haben weitgehende Erleichterungen für öffentliche Gottesdienste beschlossen. Die neue Rahmenordnung, beschlossen bei der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell und am Freitag verkündet, gilt ab Samstag (20. Juni). So ist künftig das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes nicht mehr vorgeschrieben. Weiter empfohlen ist die Handkommunion; auch die Mundkommunion ist aber wieder erlaubt. Weihwasserbecken können wieder befüllt werden, wobei das Wasser häufig zu wechseln ist. Grundsätzlich sollen die Gläubigen die Messe wieder in der Gemeinde feiern; eine Entbindung von der Sonntagspflicht sehen die Richtlinien nicht mehr vor.

Als wichtigste Verpflichtung bleibt die Einhaltung eines Mindestabstands von einem Meter zu Personen, mit denen man nicht im gemeinsamen Haushalt lebt. Pflicht bleibt auch das unverzügliche Desinfizieren oder Waschen, wenn es bei der Kommunionspendung zu einer Berührung gekommen ist. Vermieden werden sollen überregionale Großveranstaltungen mit Gästen aus anderen Regionen. Aus Sorge vor einer überregionalen Ausbreitung des Virus ist die Teilnehmerzahl bei Trauungen auf 100 Personen beschränkt. Sie kann ab 1. Juli auf bis zu 250 Personen erhöht werden, jedoch unter der Voraussetzung zugewiesener und gekennzeichneter Sitzplätze. Ab 1. August sollen Trauungen mit bis zu 500 Personen zulässig sein, dann aber mit verpflichtendem Mund-Nasen-Schutz. Ähnliches soll für Firmungen gelten. Taufen können wie bisher ohne besondere Einschränkungen stattfinden, unter Beachtung der allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln. Für Begräbnisse gelten am Friedhof und in Aufbahrungshallen die staatlichen Vorgaben. (KNA)

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